Fußball-Oberliga

Nerven beim TuS Erndtebrück liegen beim 1:4 sichtbar blank

Bei Standards – hier in der offensiven Variante – tut sich der TuS Erndtebrück weiter schwer. Zwei Tore erzielt Rot Weiss Ahlen nach ruhenden Bällen.

Bei Standards – hier in der offensiven Variante – tut sich der TuS Erndtebrück weiter schwer. Zwei Tore erzielt Rot Weiss Ahlen nach ruhenden Bällen.

Foto: Fabian Werner

Erndtebrück.  Der TuS Erndtebrück unterliegt Rot Weiss Ahlen 1:4 und verliert den Anschluss. Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft ist belastet.

Die sportliche Talfahrt des TuS Erndtebrück setzt sich fort und zehrt sichtlich an den Nerven. Dass der Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen der Oberliga nun auf sechs Punkte angewachsen ist, macht die Sache vor dem absoluten Kellerduell bei der Hammer SpVg am kommenden Sonntag nicht einfacher. Beim 1:4 (0:1) gegen Rot Weiss Ahlen trat recht offen zu Tage, dass das Verhältnis zwischen Trainer Alfonso Rubio Doblas und seiner Mannschaft – zumindest Teilen davon – stark belastet ist.

„Was mich enttäuscht ist, dass viele Spieler einen hohen Anspruch haben und diesen gegenüber mir auch kommunizieren. Dafür, dass sich einige in der Regionalliga oder Dritten Liga sehen, ist das Gezeigte fußballerisch schwach“, gab Rubio Doblas bei der Pressekonferenz zu Protokoll: „Es gab viele technische Unzulänglichkeiten. Und die Qualität unserer Gegentore ist, im negativen Sinne, eine Katastrophe.“

Zwei Gegentore nach Standards

Damit meinte er Unkonzentriertheiten, die es Ahlen vergleichsweise leicht machten. Schon in der 4. Minute durfte Ahlens Ismail Budak eine Freistoß-Hereingabe ungestört einköpfen. Mal wieder ein Gegentor nach einem Standard, mal wieder ein frühes Gegentor – bereits das fünfte in dieser Saison in der ersten Viertelstunde. „Ich könnte hier auch einen Leierkasten hinstellen. Wir kriegen zu einfache Gegentore und laufen wieder der Musik hinterher“, sagte der Trainer. Eine höhere Führung wäre für Ahlen bis zur 25. Minute angesichts dreier weiterer gefährlicher Abschlusssituationen gut möglich gewesen, doch dann biss sich Erndtebrück in die Partie.

Zumindest dieser Fortschritt war gegenüber den Spielen in Meinerzhagen und Paderborn erkennbar. Erndtebrück leistete Gegenwehr, zwang den Gegner häufiger in Zweikämpfe, baute phasenweise Druck nach vorne auf. Erndtebrück war zumindest „drin“ im Spiel, blieb aber letztlich harmlos. Den Blau-Weißen unterliefen zu viele einfache Ballverluste, das Zusammenspiel funktionierte nicht gut – längere gelungene Passstafetten gab es nur selten.

Mehr als zwei ungefährliche Kopfbälle von Manfredas Ruzgis (39.), der sich häufig in sinnlosen Einzelaktionen aufrieb, und von Moritz Brato (44.) kam bis zur Halbzeit nicht auf das Ahlener Tor. Nach dem Seitenwechsel machte Erndtebrück weiter Dampf und wurde belohnt: Ruzgis behauptete einen Befreiungsschlag gegen zwei Verteidiger und legte ab zu Abbas Attiee auf dem Flügel, dessen mustergültige Hereingabe Murat Kaan-Yazar aus kurzer Distanz über die Linie drückte (60.).

Erndtebrück hilft kräftig mit

Statt zu einer Initialzündung wurde dieses Tor jedoch zu einem Rohrkrepierer, weil der TuS zwei Minuten später schon wieder hinten lag. Bei einem langen Ball aus der Ahlener Abwehr machte Erndtebrücks Verteidiger Sven Engelke mit einem schweren Stellungsfehler die Tür auf für den eingewechselten Luca Steinfeldt, der mit einem sehenswerten Lupfer die erneute Ahlener Führung erzielte (62.). Und in der 66. Minute traf Rene Lindner in der Folge einer Ecke, die Bennet Eickhoff vom langen Pfosten noch einmal Richtung Elfmeterpunkt zurücklegte – sogar zum 3:1 für Rot Weiss. Die Zuteilung stimmte in dieser Situation nicht.

Damit war die Sache vorentschieden. Im Geplänkel danach erhöhte Steinfeldt mit seinem zweiten Tor auf 4:1 für den ehemaligen Zweitligisten, der mit seinen 20 mitgereisten Fans die „Welle“ machte. Die Erndtebrücker schlichen derweil einzeln oder in kleinen Grüppchen in Richtung Kabine. Bei den drei Spielerwechseln zuvor bog einzig David Jäger zum Abklatschen an den Trainerstühlen ab. Ruzgis erlaubte sich in der ersten Halbzeit gar ein Wortgefecht mit dem Coach, durfte aber zunächst weitermachen.

Zwei Siege sind jetzt Pflicht

Der jedoch steht nach Informationen unserer Zeitung nicht zur Disposition. So oder so gilt es für alle Beteiligten, sich schnellstmöglich zusammenzuraufen, um am kommenden Wochenenden den Abstand zum „rettenden Ufer“ zumindest wieder zu verkleinern. Am Mittwochabend steht außerdem noch ein Kreispokalspiel beim B-Kreisligisten SG Laasphe/Niederlaasphe an.

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