Skilanglauf

Neue Saison, neues Glück: Jan Stölben läuft auf Platz 5

Das Skiroller-Massenstartrennen der U18 im Rahmen der Sommerleistungskontrolle

Das Skiroller-Massenstartrennen der U18 im Rahmen der Sommerleistungskontrolle

Foto: Florian Runte

Winterberg/Westfeld.   Bei der Sommer-Leistungskontrolle der Skilangläufer in Winterberg und Westfeld ist hochklassiger Sport geboten – und einiges an Überraschungen.

Das nennt man wohl einen Durchbruch: Mit Platz 5 am zweiten Tag der Sommer-Leistungskontrolle (SLK) und 21 Punkten für die Pokalwertung im Skilanglauf-Deutschlandpokal hat Jan Stölben schon mehr als halb so viele Punkte geholt wie in der kompletten vorherigen Saison. Da waren es in der Endabrechnung nach 18 Wettkämpfen genau 35 Zähler.

Erster Formtest der Skilangläufer in der Saisonvorbereitung
Erster Formtest der Skilangläufer in der Saisonvorbereitung

Der U18-Sportler des SK Wunderthausen ging vor Jahresfrist bei der SLK leer aus, hat diesmal aber einen guten Start erwischt. Der Läufer, der 2017 aus Manderscheid in der Vulkaneifel nach Winterberg zog und dort das Ski-Internat besucht, zählte beim Skiroller-Massenstartrennen, das auf einer kraftzehrenden, welligen Runde im Westfeld ausgetragen wurde, zu den Aktivsten im Feld. Er investierte im ständigen Kampf um die günstigsten Positionen viel Kraft, schloss viele Lücken. „In der vorletzten Runde sind leider drei weggelaufen“, bedauert Stölben, der aber im langen Sprint der Verfolger Zweiter wurde und zufrieden war: „Gerade am Anfang war es schwer und etwas chaotisch, weil ich weit hinten starten und mich vorkämpfen musste.“

Hintergrund: Beim Test der allgemeinen Athletik am Vortag blieb Stölben wegen eines „Salto Nullo“ beim „Slackski“, einer Balance-Übung auf einem Ski-Imitat, nur Platz 34. Wie vor einem Monat auf Landesebene galt es acht Stationen zu durchlaufen, wobei Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit geprüft wurden.

Schwere Umstellung für Jan Stölben

Die gute Nachricht: Im abschließenden 1000-Meter-Lauf auf der Leichtathletik-Bahn wurde Stölben in 2:49 Minuten Sechster – und die Ausdauer ist beim Langlauf bekanntlich die wichtigste Währung. „Jan hat im Training merkliche Sprünge gemacht, jetzt sieht man es auch in der Leistung“, freute sich Landestrainer Stefan Kirchner.

Erleichterung war bei Stölben auch dabei, denn ein Top-Fünf-Ergebnis auf nationaler Ebene hatte er zuletzt 2015 bei den Schülern erreicht: „Der letzte Winter war schon ziemlich schwierig für mich“, sagt der 17-Jährige und erläutert: „Im Training musste ich mich an viel größere Umfänge gewöhnen und an eine stärkere Trainingsgruppe, in der ich es manchmal überreizt habe. Und dann war ich ja auch noch im jüngeren Jahrgang der U18.“

Die gleiche Umstellung noch vor sich hat Scott Schmitz, der wie Stölben vom SLV Ernstberg zum SK Wunderthausen gewechselt ist. Er lebt nun ebenfalls am Internat und belegte an beiden Tagen Rang 30 in der Jugend U18.

Während das Eifel-Duo im männlichen Bereich die Fahne der Wittgensteiner Vereine hochhielt, war Bente Rekowski vom SC Rückershausen die einzige weibliche Starterin aus dem Altkreis. Sie startet nun erstmals in einem Doppeljahrgang, nämlich als „Jüngere“ in der U18 – und legte ordentlich los. Im Athletiktest wurde es Platz 17, was neun Punkte bringt. „Sie hat gezeigt, dass sie athletisch gut drauf ist“, freute sich Kirchner vor allem über Platz 4 im Hindernisparcours-Sprint. Gesundheitliche Probleme ließen im Skiroller-Rennen allerdings nicht mehr als Rang 27 zu. Bei den Frauen zeigte sich Melina Schöttes (SC Oberhundem) gegenüber dem vergangenen Winter sichtbar verbessert, dennoch musste sie das Feld in der Damenklasse, der sie nun erstmals angehört, in beiden Wettkämpfen ziehen lassen.

NSV erhält Lob vom Bundestrainer

Da die heimischen „Aushängeschilder“ der vergangenen Jahre, Sebastian Marburger und Elias Homrighausen (beide SK Wunderthausen), zuletzt den Fokus auf ihre berufliche Zukunft gelegt und nur eingeschränkt trainiert hatten und weil es mit Max Bernshausen (SC Rückershausen) sowie Finnja Lauber (SC Girkhausen) zwei krankheitsbedingte Ausfälle gab, hatte sich das Team des Westdeutschen Skiverbands auf vier Sportler reduziert.

Doch auch so war Wittgenstein ein wichtiger Faktor bei der SLK, denn aus dem Altkreis rekrutierte der ausrichtende Nordische Skiverein Rothaargebirge das Gros seiner Helfer. Davon waren viele nötig – Stichwort Streckensicherung. Auch Peter Schlickenrieder, neuer Bundestrainer seit April, hatte dies registriert: „Organisatorisch war das hier oben ein Riesenbrett. Der neue Skiverein ist ein absolutes Vorzeigemodell für andere Regionen, wie man große Veranstaltungen stemmen kann.“

Antonia Fräbel ist die Sprintschnellste

Schlickenrieder hat, anders als seine Vorgänger, die SLK auch für die besten Athleten zur Pflicht erklärt – und sorgte so für hochklassige Skiroller-Rennen im Luftkurort Westfeld. Bei den Frauen wurde vor allem taktiert – elf Läuferinnen lagen am Ende innerhalb von vier Sekunden. Die Hierarchie bei den Frauen wurde an beiden Tagen ein Stück weit auf den Kopf gestellt. Als kleine Überraschung kann man die Resultate in der Frauen-Hauptklasse bezeichnen: Am Samstag standen mit Julia Belger (Oberwiesenthal), Pia Fink und Antonia Fräbel drei Läuferinnen aus dem B-Kader ganz vorne. Das 15 Kilometer lange Skiroller-Rennen am Sonntag gewann Antonia Fräbel (Asbach). Sie gewann den Sprint einer elfköpfigen Spitzengruppe. Aus dem siebenköpfigen A-Kader schaffte es einzig Victoria Carl aufs Podium.

Thomas Bing gewinnt Rennen vor Eisenlauer

Die Muskelprotze in der Männerklasse waren beim Skiroller-Rennen weniger zurückhaltend, allen voran Sebastian Eisenlauer. Der Allgäuer blies gleich in der ersten Runde zur Attacke und sprengte das Feld. Der spätere Sieger Thomas Bing (Rhöner WSV) und Florian Notz (Römerstein) schlossen später auf – das Trio machte es am Ende unter sich aus.

Die Ergebnisse im Überblick

1. Station im Deutschlandpokal

Verfolgungs-Crosslauf

Männer (6 km): 1. Valentin Mättig (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) 21:13 Minuten; 2. Marius Cebulla (SWV Goldlauter) 21:19,9; 3. Florian Notz (SZ Römerstein) 21:20,4 – Junioren (6 km): 1. Friedrich Moch (WSV Isny) 21:17,1; 2. Justin Gnüchtel (SV Stützengrün) 21:47,3; 3. Florian Winker (SSV Spaichingen) 22:22,6 – Frauen (4 km): 1. Julia Belger (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) 15:26,2; 2. Pia Fink (SV Bremelau) 15:27,3; 3. Antonia Fraebel (WSV Asbach) 15:47,7; ... 13. Melina Schöttes (SC Oberhundem) 18:35,6 – Juniorinnen (4 km): 1. Amelie Hofmann (WSV Isny) 15:54,9; 2. Cindy Kammler (Rhöner WSV) 16:05,0; 3. Lisa Lohmann (WSV Oberhof) 16:06,0.

DSV-Athletiktest

Jugend U18: 1. Samuel Weber (SV Neudorf) 702 Punkte; 2. Tim Seifert (VSC Klingenthal) 657; 3. Malte Anselment (SC Oberstaufen) 646; ... 30. Scott Schmitz 448; ... 34. Jan Stölben (beide SK Wunderthausen) 412 – Jugend U16: 1. Cedric Sikorski (TSV Leuna) 542; 2. Luca Petzold (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) 527; 3. Simon Jung (SC Immenstadt) 523 – Weibliche Jugend U18: 1. Linda Schumacher (SSV Geyer) 559; 2. Jasmin Senf (WSV Bad Lobenstein) 542; 3. Helen Hoffmann (WSV Oberhof) 517; ... 17. Bente Rekowski (SC Rückershausen) 425 – Weibliche Jugend U16: 1. Magdalena Waller (SV Neudorf) 530; 2. Alexandra Otto 478; 3. Luisa Krause (beide WSV Bad Lobenstein) 461 Punkte.

Skiroller-Massenstartrennen

Männer (25 Kilometer): 1. Thomas Bing (Rhöner WSV) 52:11,4 Minuten; 2. Sebastian Eisenlauer (SC Sonthofen) 52:13,8; 3. Florian Notz (SZ Römerstein) 52:21,4 – Junioren (25 km): 1. Florian Knopf (SLV Bernau) 53:38,6; 2. Paul Graef (WSV Asbach) 53:43,1; 3. Friedrich Moch (WSV Isny) 53:54,7 – Jugend U18 (15 km): 1. Max Kermer (SV Hasselfelde) 32:47,3; 2. Jan-Friedrich Doerks (SCM Zella-Mehlis) 32:47,6; 3. Tim Seifert (VSC Klingenthal) 32:52,3; ... 5. Jan Stölben (SK Wunderthausen) 33:10,5; ... 30. Scott Schmitz (beide SK Wunderthau-sen) 36:09,9 – Jugend U16 (10 km): 1. Simon Jung (SC Immenstadt) 23:48,5; 2. Matteo Lewe (SV Kirchzarten) 23:55,3; 3. Luca Petzold (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) 23:58,1 – Frauen (15 km): 1. Antonia Fraebel (WSV Asbach) 35:11,3; 2. Laura Gimmler (SC Oberstdorf) 35:12,6; 3. Victoria Carl (SCM Zella-Mehlis) 35:12,9 – 13. Melina Schöttes (SC Oberhundem) 38:54,8 – Sommer-Leistungskontrolle Foto: Florian RUnte Juniorinnen (15 km): 1. Lisa Lohmann (WSV Oberhof) 35:13,8; 2. Kim Hager (SC Gefrees) 35:14,7; 3. Cindy Kammler (Rhöner WSV) – Weibliche Jugend U18 (10 km): 1. Linda Schumacher (SSV Geyer) 25:18,8; 2. Lara Dellit (WSV Asbach) 25:20,5; 3. Karen Weiß (SV Kirchzarten) 25:22,3; ... 27. Bente Rekowski (SC Rückershausen) 29:17,1 – Weibliche Jugend U16 (5 km): 1. Miriam Reisnecker (SCMK Hirschau) 12:49,2; 2. Lou Huth (SC Oberstdorf) 12:55,1; 3. Alina Rippin (NSV Wernigerode) 12:58,0.

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