2. Handball-Bundesliga

„Pulic“ entnervt Lübbecker Schützen

Ferndorfer „Standardtanz“ nach dem  Heimsieg gegen den TuS N-Lübbecke, der nur eine Frage aufwirft: Wohin will Trainer Michael Lerscht? 

Ferndorfer „Standardtanz“ nach dem Heimsieg gegen den TuS N-Lübbecke, der nur eine Frage aufwirft: Wohin will Trainer Michael Lerscht? 

Foto: Reinhold Becher

Kreuztal.   Torwart Lucas Puhl ragt beim 22:19-Sieg des TuS Ferndorf gegen Erstliga-Absteiger heraus.

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Für die Fans des TuS Ferndorf könnte es so weiter gehen. Klar, mit dieser Heimbilanz. An der schraubten die Zweitliga-Handballer des TuS einmal mehr – und das wieder gegen einen der Top-Favoriten. Mit dem 22:19 (13:8) gegen Erstliga-Absteiger TuS N-Lübbecke gab es den fünften Sieg im fünften Auftritt im eigenen Haus, den achten Saisonsieg und zudem einmal mehr die Gewissheit, dass die „Festung Kreuztal“ sich einen Namen macht. Mit Branchenführer Coburg und Verfolger Essen ziehen die Ferndorfer nun an der Tabellenspitze gleich. 17:5 Punkte zieren das Trio, in dem sich die Rot-Weißen aus dem nördlichen Siegerland wirklich gut machen.

„Wenn das so weiter geht, hätte ich nichts dagegen“, lacht Lucas Puhl. Der Keeper aus dem Bergischen, vom Hallensprecher schon als „Lucas, the machine“ tituliert, war der Garant dieses erfolgreichen Abends. Er zog den Gästen in der ersten Viertelstunde mit drei gehaltenen Strafwürfen einen Zahn. Jens Bechtloff (7.), Lukas Gierak (11.) und Peter Strosack (15.) traten von der Marke an, alle zogen bedröppelt von dannen. Diese Zahnschmerzen waren auch Trainer Aaron Ziercke anzusehen, der hinterher anmerkte: „Da laufen wir der Musik schnell hinterher. Das tat schon weh...“ Nach dem 1:1 durch Gierak (4.) schaffen die hoch gehandelten Gäste keinen Gleichstand mehr, legte der TuS vor der Pause stets zwei, drei Treffer zwischen sich und die Bemühungen der Nettelstädter.

Abwehr wieder der Garant

Weil auf der anderen Seite zudem die Strafwurfschützen Lukas Zerbe und Moritz Barwitzki Sicherheit ausstrahlen, die in der Anfangsphase überhasteten Versuche von Jonas Faulenbach oder Marijan Basic an der Siebenmeter-Linie ausbaden, halten sich die Ferndorfer den Gast vom Hals. Da wird auch die Unterzahl überstanden, als Branimir Koloper mal zu fest gegen Kenji Hövels zupackt, da wird auch der Doppelschlag von Peter Strosack in der 16. Minute weggesteckt, der nach Paraden des guten Joel Birlehm und dessen punktgenauen Anspielen auf 5:6 verkürzt. Zerbes Siebenmeter und Barwitzkis Treffer von Linksaußen sorgen schnell wieder für das gewohnte Bild. Sehenswert: Der „Strahl“ des estnischen Nationalspielers Dener Jaanimaa, der „aus der Hüfte“ seine Zehn-Meter-Kanone abschießt, die dann auch Lucas Puhl nicht entschärfen kann.

Aber das sind Ausnahmen. Denn es ist einmal mehr die Abwehr, die den Gegner zu solchen Aktionen zwingt, der an den Kreis nicht heran kommt, aus der Distanz wenig Präzision ausstrahlt. „19 Gegentreffer gegen eine solche Mannschaft – das ist stark“, lobt Trainer Michael Lerscht die Defensivarbeit. Das Teamwork insgesamt ist das große Plus der Ferndorfer – ein Phänomen, das sich durch dieses erste Saisondrittel zieht und der Konkurrenz das Fürchten lehrt. Die von den Namen her besser besetzten Gäste vom Wiehengebirge wurden von der verschworenen Gemeinschaft TuS Ferndorf beherrscht. „Ich sage das nur ungern“, so noch einmal Aaron Ziercke, „ihr habt einfach verdient gewonnen.“ Und zu seinem Kollegen im voll besetzten Foyer der Sporthalle: „Micha, du leistest einfach tolle Arbeit.“

Sieg nicht mehr in Gefahr

Denn der Coach der Lübbecker hatte auch eine zweite Halbzeit gesehen, in der sein Team keinen Zugriff bekam, „Maschine“ Puhl sein Paradenkonto auf 13 schraubte, „Kaltblüter“ Lukas Zerbe von der Marke neben Joel Birlehm auch den Ungarn Peter Tatai nach Belieben düpierte, Jonas Faulenbach und Mattis Michel „mal eben“ mit ihren Treffern den Abstand auf sechs Treffer erhöhten (19:13, 20:14, 21:15). Dass es in der Schlussphase dann noch drei Gäste-Tore in Serie gab, nach den Hinausstellungen von Basic und Michel doppelte Unterzahl zu verkraften war, das schluckte der TuS einfach hinunter.

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