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Radsport-Spendentour: 7400 Euro für den guten Zweck

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Traumhafte Landschaften: Zwischen Erndtebrück und Prag gibt es schöne Aussichten, aber auch viele Höhenmeter.

Traumhafte Landschaften: Zwischen Erndtebrück und Prag gibt es schöne Aussichten, aber auch viele Höhenmeter.

Foto: Privat

Erndtebrück.  Die Gickel-Prag-Tour ist ein voller Erfolg. Die Sportler unterstützen mit ihrem Unternehmen Menschen mit Autoimmunerkrankung.

7400 – das ist die entscheidende Zahl bei der „Gickel-Prag-Tour“, bei der sich im Juni eine 34 Köpfe starke Radsportgruppe von Erndtebrück aus auf den Weg in die tschechische Hauptstadt gemacht hat. 7374 Euro sammelte die Gruppe, die sich zu großen Teilen aus dem Raum Wittgenstein rekrutierte. Rund 22.000 Euro hat die Gruppe inzwischen bei ihren Touren in alle Himmelsrichtungen eingefahren, um Menschen mit autoimmun- oder neurologischen Krankheiten beim Erhalt ihrer Mobilität zu unterstützen.

„Das heißt, wenn jemand einen Rollator oder einen Umbau am Auto braucht, dann kann das Geld dafür verwendet werden“, erklärt Ralf Hauke, einer der Initiatoren, die Arbeit der Besi-and-Friends-Stiftung, welcher das Geld am 15. Oktober bei einer Feier im hessischen Rodgau übergeben werden soll.

Mit der Tour nach Prag ist der „Erndtebrücker Fahrradkompass“ übrigens komplett. Die 4. Spendenradtour – ausgehend von der Skihütte am Gickelsberg in Erndtebrück – führte nach Osten, nach Prag, die Stadt an der Moldau. Aus der Idee, 2017 an einem Tag von Erndtebrück an den Pilsumer Leuchtturm an die Nordsee zu fahren, ist ein erfolgreiches Spendenprojekt geworden. Die weiteren Ziele waren 2018 der Oberalbpass (Süden) und 2019 Bergues in Frankreich (Westen). Überlegungen für weitere Touren laufen schon, zwischen Nord, Süd, West und Ost gibt es schließlich viele Winkelhalbierende. „Da ist aber noch nichts spruchreif“, wiegelt Hauke ab.

Der Älteste ist 74 Jahre alt

Neben 7374 war für ihn 10.000 die wichtigste Kennzahl bei der Tour vor zwei Monaten. So viele Höhenmeter waren angesichts der vielen Mittelgebirge während der 700 Kilometer zwischen Erndtebrück und Prag zu meistern. „Das hat vielen ein Fragezeichen auf die Stirn gezeichnet. Im Vergleich zu den vorherigen Fahrten war das extrem viel. Sportlich war es unsere anspruchsvollste Tour“, sagt Hauke, der sich deshalb gerne in die gemächlicher fahrende der zwei Gruppen einsortierte, in der mit seiner Tochter Jana Reinhard (22) und Lorenz Rosada (74) auch die jüngste Mitfahrerin und der älteste Teilnehmer mitfuhren.

„Mit einer Gruppe wäre der Konvoi zu groß geworden. Da kann es einfach kritisch werden, wenn Autofahrer überholen wollen und vielleicht gar nicht mehr einschätzen können, wie lange man dafür braucht“, erklärt der Erndtebrücker. Er ergänzt: „Und wichtig ist ja auch, dass das Gruppengefüge noch passt und die Leistungsunterschiede nicht zu groß sind.“

Apropos Gruppengefüge. Das sei während der auf fünf Etappen aufgeteilten Fahrt richtig gut gewesen. „Man hat gesehen, dass man mit einem starken Willen, gutem Sitzfleisch und gegenseitiger Unterstützung richtig viel erreichen kann“, berichtet Hauke, der froh ist, dass vielen Teilnehmern ein neuer Aspekt des Radsports nahe gebracht worden ist. „Viele Rennradfahrer kennen das ja gar nicht, weil sie nach Feierabend meistens alleine ihre Runden drehen. Oft geht es ja gar nicht anders.“

Planer in Sandalen

Los ging es am längsten Tag des Jahres, am 21. Juni – bei eher winterlichen fünf Grad Celsius am Gickelsberg, von wo aus sich auch die Helfer auf den Weg machten. Gertrud Hirschfeld, Wilhelm Meister, Lothar Müller, Erhard Haßler, Ina Corraili, Gustav Schlabach hatten sich für die 34 Radsportler ins Zeug gelegt, wichtige Details im Vorfeld geregelt und unterwegs für Wasser, Bananen und Riegel gesorgt.

Für die Planung der Route war Stefan Fäth verantwortlich, den alle nur Sandale nennen, weil der Offenbacher in selbigen fährt. Bei Regen läuft das Wasser vorne rein und hinten raus. Kurz nach einem Guss sind die Füße schnell wieder trocken – so lässt sich die etwas eigenwillige Argumentation zusammenfassen. Doch auch ohne Socken geht es ans Ziel – und die Route mit vielen „Nebenstrecken“ abseits der Bundesstraßen machte Spaß.

Stolz in den Gesichtern

Hauke: „Nach so einer Tour herrscht erst einmal große Erleichterung, wenn alle gesund angekommen sind. Man sieht den Stolz in den Gesichtern, gerade bei denen, die so etwas zum ersten Mal mitgemacht haben.

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