Herzschlagfinale

Rolle des „Deppen“ um jeden Preis vermeiden

Was die Kulisse angeht, war das Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt für den SV Oberes Banfetal, hier mit Benny Sabau (grünes Trikot) vor Jahresfrist etwas Besonderes. Auf ein erneutes „Nachsitzen“ können die Hesselbacher und Fischelbacher aber getrost verzichten.

Was die Kulisse angeht, war das Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt für den SV Oberes Banfetal, hier mit Benny Sabau (grünes Trikot) vor Jahresfrist etwas Besonderes. Auf ein erneutes „Nachsitzen“ können die Hesselbacher und Fischelbacher aber getrost verzichten.

Foto: Florian Runte

Wittgenstein.   Herzschlagfinale in der Kreisliga B. Der SV Schameder und der SV Oberes Banfetal können noch böse abstürzen. Titelkampf ist völlig offen.

Die legendärste aller Bundesliga-Schlusskonferenzen jährt sich in dieser Woche zum zwanzigsten Mal. „Hallo, hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund“, sprach Radioreporter Günther Koch, als der 1. FC Nürnberg am Ende eines hochdramatischen Spieltags von Platz 12 auf Rang 16 gestürzt war – und damit in die zweite Liga. So wie Nürnberg damals der „Depp“ war, könnten es am letzten Spieltag der Fußball-Kreisliga B2 auch der SV Schameder oder der SV Oberes Banfetal sein. In beiden Fällen müssen dafür zwar gleich mehrere unwahrscheinliche Ergebnisse zusammenfallen, ausgeschlossen ist es aber nicht.

Die Konstellation

Die beste Ausgangssituation hat der SV Schameder, der bereits heute um 13 Uhr auf die Sportfreunde Edertal trifft. Ein Punkt reicht dem SVS zum sicheren Liga-Verbleib. Sollte Schameder verlieren, müssen die Rot-Weißen je nach den Resultaten der hinter ihnen platzierten Teams in ein Entscheidungsspiel – das Torverhältnis hat auf Kreisebene keine Relevanz. Sogar eine Konstellation mit drei oder vier punktgleichen Mannschaften auf dem vorletzten Platz ist möglich – dann würde es eine Abstiegsrunde mit Halbfinale und Finale an zwei Terminen geben. Direkt absteigen kann Schameder am Wochenende nicht.

Der SV Oberes Banfetal steht drei Plätze und zwei Punkte vor den Abstiegsrängen und benötigt einen Sieg für den sicheren Klassenerhalt. Sollte der SVO verlieren, könnte er sogar noch direkt absteigen. Dafür müssten Deuz II (gegen Johannland), Eschenbach (bei Birkelbach II) und die Adler Dielfen (bei Eichen/Krombach) allesamt gewinnen. Besonders Letzteres ist der Papierform nach allerdings extrem unwahrscheinlich, weil Eichen/Krombach noch aus eigener Kraft aufsteigen kann und zuletzt sieben Spiele in Serie gewann – mit 34:9 Toren. Sollte Dielfen einen Punkt holen, würde es bei einer SVO-Niederlage eine Relegations geben.

Das sagt der SV Oberes Banfetal

Der SVO hat sich in den vergangenen Jahren eine Art Expertenrolle in Sachen Abstiegskampf-Wunder erarbeitet und will vermeiden, diesmal umgekehrt betroffen zu sein.

„Die Anspannung im Training ist noch da, dafür habe ich auch noch mal gesorgt. Man hat ja schon Pferde vor der Apotheke kotzen gesehen“, sagt Trainer Marco Schiavone, der bis auf Daniel Reuter und Kai Gerhardt die Bestformation aufbieten kann. Apropos Training: Statt wie in der Kreisliga üblich zweimal pro Woche versammelten sich die Hesselbacher und Fischelbacher in den vergangenen beiden Monaten dreimal pro Woche.

„Das hat sich positiv ausgewirkt“, ist sich Schiavone sicher, der gestern aber das Training strich: „Wegen eines Polterabends.“ So oder so lässt der SVO im Anschluss die Saison gemeinsam ausklingen – Bierwagen und Grill stehen bereit.

Heftigen Widerstand für Sonntag kündigt Derbygegner SG Laasphe/Niederlaasphe an. „Ich habe in Sachen Einstellung keine Bedenken. Wir haben zwar personelle Probleme, mobilisieren aber alles, was wir zur Verfügung haben“, will sich SG-Trainer Marco Schneider nicht den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen müssen: „Wir werden eine gut funktionierende Mannschaft auf den Platz bringen.“

Das sagt der SV Schameder

„Das Gute ist, dass wir es in eigener Hand haben und zuhause spielen. Wir gehen nicht mit negativen Gedanken dazu, was alles passieren kann, ins Spiel. Edertal ist keine Laufkundschaft, aber wir müssen die fünf Prozent, die uns Eschenbach gefehlt haben, obendrauf packen und punkten“, sagt Schameders Spielertrainer Kevin Knebel: „Wir wollen am Sonntag nicht auf irgendwelche Plätze pilgern, um irgendwem die Daumen zu drücken. Und wir haben keine Lust, den Saisonausklang mit gesenkten Häuptern zu feiern.“

Edertal fehlen mit Lukasz Terefenko, Dominik Szczurek, Matthias Kari und Andreas Imhof vier gute Spieler. Die A-Jugendlichen wollen entgegen anders lautenden Gerüchten auflaufen.

Der Aufstiegskampf

Es ist ein Zweikampf, der in Sachen Punkteschnitt beinahe an das Premier-League-Titelrennen zwischen Manchester City und Liverpool heranreicht. Der FC Kreuztal, der am Sonntag auf den TuS Diedenshausen trifft, sowie die Sportfreunde Eichen/Krombach, die gegen Abstiegskandidat Adler Dielfen spielen, stehen gemeinsam mit 72 Punkten an der Spitze. Eichen/Krombach hat zwar eine um 24 Zähler bessere Tordifferenz, doch die ist unerheblich – gewinnen beide Mannschaften, gibt es ein Derby beziehungsweise Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Kreisliga A.

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