Leichtathletik

Sabrina Mockenhaupt startet die Jagd nach zwei Normen

Das Lachen ist zurück bei Sabrina Mockenhaupt. Nun soll auch der Erfolg zurückkehren.

Das Lachen ist zurück bei Sabrina Mockenhaupt. Nun soll auch der Erfolg zurückkehren.

Siegen.   Sie schaut wieder zuversichtlich, sogar angriffslustig in die Welt: Für Sabrina Mockenhaupt beginnt mit der DM im Halbmarathon eine Art Jagd. Deutschlands erfolgreichste Langläuferin möchte zwei Normen knacken – und eine düstere Zeit vergessen.

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  • Erstes Ziel: Die Europameisterschaft in Amsterdam
  • In Rio will Mocki ihre vierten Olympischen Spiele bestreiten
  • Psychologin half während der Verletzungsphase

Diese Tage rund um den zurückliegenden Jahreswechsel, sie waren so düster. Sabrina Mockenhaupt haderte mit sich und der Lauf-Welt, ihr linker Fuß schmerzte und irgendwie schien die sonst so lebensfrohe Siegerländerin vom Pech verfolgt zu werden. Diesmal war es ein falscher Tritt im Training gewesen. Die fatalen Folgen: Fuß gebrochen, vier Wochen Laufpause – alle Pläne für das Olympia-Jahr 2016 waren damit Makulatur.

Mockenhaupts Stimme wird leiser, als sie über diese erneute Leidenszeit spricht. Anfang 2012 hatte sie sich einen Ermüdungsbruch zugezogen, der ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in London torpedierte. Gut drei Jahre später entschied sie sich nach anhaltenden Schmerzen im Fußgelenk zu einer Operation – und kehrte nach einer achtwöchigen Reha zurück ins Wettkampfgeschehen.

„Die Entscheidung für die Operation war goldrichtig“, sagte Mocki noch kurz vor Weihnachten 2015 euphorisch und ergänzte: „Obwohl das Jahr dadurch auch emotional sehr hart war.“

Es traf sie noch härter. Wenige Tage später.

Am kommenden Samstag soll der Verletzungsspuk erneut ein Ende haben. Bei der Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon in Bad Liebenzell kehrt Deutschlands erfolgreichste Langläuferin zurück ins Rampenlicht, aber nicht nur. „Ich möchte mich im Halbmarathon für die Europameisterschaft qualifizieren“, sagt die 35-jährige Siegerländerin angriffslustig. Vom 6. bis 10. Juli werden die Titelkämpfe in Amsterdam ausgetragen.

Mockis Möglichkeiten, die EM-Norm zu knacken? Es gibt nur diese eine in Bad Liebenzell.

Unter besonderen Druck setzt das die zigfache deutsche Meisterin von der LG Sieg aber nicht. Durch die erneute Verletzungspause ist sie demütiger geworden. „Ich habe in dieser Zeit auch mit einer Psychologin gearbeitet“, verrät sie, „und versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen.“

Außerdem ist die EM zwar ein wichtiger Termin in Mockenhaupts Kalender, aber nicht der wichtigste. Über allem schwebt ein Rennen, welches am Freitag, 12. August, um 11.10 Uhr Ortszeit in Rio de Janeiro gestartet wird: Die 10 000 Meter der Frauen bei den Olympischen Spielen. Dort will sie antreten, zum vierten Mal im Zeichen der fünf Ringe.

Im Höhentrainingslager in Flagstaff/USA legte Mockenhaupt die Grundlagen für die hoffentlich erfolgreiche Jagd nach den Normen. „Das war etwas riskant, aber es hat sich gelohnt“, erzählt sie. Riskant, „weil ich ohne Form in das Trainingslager gefahren bin“.

Zwei Chancen für die Olympia-Norm

Vier Wochen nach der Rückkehr, so heißt es, erreichen die Sportler den Höhepunkt der in der Höhenluft antrainierten Leistung. Passgenau möchte Mocki dann bei der Deutschen Meisterschaft über 10 000 Meter in Celle (7. Mai) die erste Chance nutzen, die Olympia-Norm von 32:15,00 Minuten zu schaffen. Ihre Bestzeit über diese Distanz steht bei 31:14,21 Minuten. Spätestens beim Europacup in Mersin/Türkei am 5. Juni „soll die Olympia-Norm aber fallen“, sagt die Siegerländerin. Sie möchte schließlich sorgenfrei zur EM fahren. Voller Sehnsucht ergänzt sie: „Langsam muss ich ja auch mal wieder ein bisschen Glück haben.“

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