Wintersport

SC Rückershausen ist trotz Vorstandskrise breit aufgestellt

Der bisherige Vorsitzende Gerrit Hampel fehlt auf dem Foto des SCR-Vorstands – sein Posten bleibt vakant. „Kümmerer“ gibt es trotzdem viele.

Der bisherige Vorsitzende Gerrit Hampel fehlt auf dem Foto des SCR-Vorstands – sein Posten bleibt vakant. „Kümmerer“ gibt es trotzdem viele.

Foto: Verein

Rückershausen.   Die Vereinsspitze des SC Rückershausen bleibt vakant. Sportliche Erfolge überstrahlen alles, Selbstkritik gibt es aber auch.

Die großen sportlichen Erfolge im abgelaufenen Jahr überstrahlten alles bei der Jahreshauptversammlung des SC Rückershausen, die am Samstag in der Skihütte des Vereins stattfand.

Wahlen

Die gestiegenen beruflichen Verpflichtungen ließen eine weitere Ausübung des Vorsitz sinnlos erscheinen. Auch an der Jahreshauptversammlung konnte Gerrit Hampel wegen einer Dienstreise nicht teilnehmen – so ließ er sich in Abwesenheit abwählen. Überraschend kommt dies nicht. Schon seit fünf Monaten sucht Verein einen Nachfolger – bisher ohne Erfolg.

„Es ist nicht so angenehm ohne Chef. Da müssen wir durch“, sagt die zweite Vorsitzende Veronika Gurschler, die nun mehr Arbeit hat und auf eine schnelle Lösung hofft. Immerhin: Die wiedergewählte Ann-Kathrin Duchardt steht ihr weiterhin als dritte Vorsitzende zur Seite. Vakant bleibt auch der Stellvertreterposten des Nordischen Skiwarts Volker Kölsch.

In der Alpin-Sparte gibt es einen Wechsel: Anja Eckhardt wurde nach jahrzehntelanger Trainertätigkeit emotional verabschiedet, erhielt von der Jugendgruppe einen mit Fotos beklebten Nostalgie-Ski. Nachfolger von „Tisi“ ist ihr bisheriger Stellvertreter Alexander Ulrich. Seine Position übernimmt Marina Afflerbach. Neu gewählt wurden auch Fränze Horn als zweite Hüttenwartin und Jürgen Niesar als Kassenwart (bisher Jens Althaus). Niesar ist damit nach seiner Bestätigung im Posten des Hüttenwarts in zwei Ämtern tätig. Wiedergewählt wurden außerdem Tobias Abrams (stellv. Jugendwart), Gustav Schlabach (Gerätewart), Michael Schneider (stellv. Schanzenwart) und Alexander Weyandt (Streckenwart).

Ehrungen

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Ullrich Volland mit der goldenen DSV-Nadel geehrt. Die SCR-Ehrenurkunde für 40 Jahre Mitgliedschaft ging an Silke Wunderlich, Olaf Rekowski, Petra Ulrich, Lothar Hackler und Axel Mechsner.

Die Sportlerehrung fiel so umfangreich aus, dass sie aus der JHV ausgegliedert wurde. Veronika Gurschler ehrte gemeinsam mit den Sportwarten elf Langläufer, 14 Skispringer bzw. Kombinierer, sechs Alpinski-Fahrer und zehn Sportler im Bereich Inline-Alpin – dabei wurden noch nicht einmal alle Aktiven aufgerufen. Herausragend waren besonders die Resultate von Mika Wunderlich und Emily Schneider auf nationaler bzw. internationaler Ebene (wir berichteten).

Rückblick

Trotz aller Erfolge und mäßigen Trainingsbedingungen – Stichwort Schneemangel und Entfernung zum Stützpunkt Winterberg – verfielen die SCR-Sportwarte nicht in Selbstbeweihräucherung bzw. -mitleid, sondern loteten Verbesserungspotenzial aus. „Wir müssen das Athletiktraining unbedingt ausbauen“, sagte Alpinwartin Anja Eckhardt, die von einigen gewonnenen Pokalen und einer ereignisreichen Inline-Saison berichtete. Der vereinseigene Skihang war im Winter nur eine Woche nutzbar.

Volker Kölsch, Sportwart Nordisch, stellte fest, dass die Langlauf-Nachwuchsgruppe breiter besetzt sein könne und ordnete die Langlauf-Resultate als „durchwachsen“ ein. Als sehr positiv stufte er das regelmäßige Trainingsangebot und die daraus resultierenden Erfolge vor allem der Kombinierer ein – daraus gelte es Motivation zu ziehen.

Abseits der Piste war das erfolgreiche, wenngleich von der Baufirma bislang noch nicht zu Ende durchgeführte Projekt für den Stromanschluss der Schanze ein wichtiger Erfolg. Außerdem wurden die Brandschäden an der Skihütte endgültig behoben.

Finanzen

Froh ist der Verein darüber, dass 81 Prozent der Ausgaben direkt in den sportlichen Bereich fließen. Die sportlichen Erfolge ziehen höhere Reise- und Materialkosten nach sich, dafür sind aber auch die Einnahmen aus dem Sponsoring deutlich gewachsen. Hier zahlt sich eine sehr gute Außendarstellung aus.

Ausblick

Sobald der Anschluss der Lahntalschanze an das Stromnetz abgeschlossen ist, sollen die Arbeiten mit dem Bau einer Flutlichtanlage und einer Aufstiegshilfe fortgesetzt werden. Mittelfristig stehen weitere Ausbau- bzw. Renovierungsarbeiten an. Geplant ist außerdem eine Anpassung der Homepage an den aktuellen Stand der Technik sowie die Anschaffung einer Musik- und Sprechanlage, denn bei einigen Veranstaltungen gab es Tonprobleme.

Feststehende Termine sind die Ausrichtung des Auftaktspringens zur Nord-Westdeutschen Mattenschanzentournee am 25. Mai sowie von Ferienspielen am 3. August, eines Inline-Alpin-Rennens am 1. September und eines Skiroller-Berglaufs im Ilsetal – sofern es die Genehmigung dazu gibt. Eine solche zu erhalten, gestaltet sich in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger. Zum Nixenfeld soll definitiv nicht mehr gelaufen werden.

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