NRW-Kunstturnmeisterschaft

SKV dominiert: Alle Turner für die DM qualifiziert

Erneut NRW-Meister im Sechskampf: Sebastian Bock (SKV), hier am Reck.

Erneut NRW-Meister im Sechskampf: Sebastian Bock (SKV), hier am Reck.

Foto: Lutz GroßmanN

Sebastian Bock wird erneut NRW-Meister im Mehrkampf vor Falk Daniel Uhlig, der ein tolles Comeback feier. Dritter wird Andreas Jurzo.

Hamm. Es soll die Leistungen der Protagonisten nicht schmälern, aber NRW-Meister im Kunstturnen zu werden, ist seit vielen Jahren für die Protagonisten ein einfaches Unterfangen, weil es an turnerischer Masse und Klasse fehlt. Die wenigen Athleten, die auf diesem Niveau turnen und die Punktevorgaben erfüllen können, rekrutieren sich ausschließlich aus dem Westfälischen Turnerbund – genauer gesagt aus dem Landesleistungszentrum Dreis-Tiefenbach. Vier der fünf Turner, die am Samstag bei der NRW-Meisterschaft im Rahmen des 4. Landesturnfestes in Hamm antraten, sind Mitglied der Bundesliga-Mannschaft der Siegerländer KV. Der Fünfte im Bunde gehört ebenfalls zum SKV-Kader: Eric Lloyd Hinrichs startet jedoch für das Turnzentrum Bochum-Witten. Athleten aus dem Gebiet des Rheinischen Turnerbundes: Fehlanzeige!

So entpuppte sich der Wettkampf in der gut besuchten Sporthalle des Märkischen Gymnasiums einmal mehr zu einer SKV-Vereinsmeisterschaft. Für Titelverteidiger Sebastian Bock, Falk Daniel Uhlig, Andreas Jurzo, Nico Ermert und Eric Lloyd Hinrichs ging es nicht zu so sehr um Titelehren oder den Sprung aufs Siegerpodest, sondern um eine Überprüfung der Form in der liga-freien Wettkampfzeit und das Erreichen der Punktenorm für die Deutschen Meisterschaften, die am ersten August-Wochenende in Berlin ausgetragen werden.

Tagesbestwert für Nico Ermert

Weil dies ein lohnendes Ziel ist, legte sich das SKV-Quartett mit Erfolg ins Zeug, denn alle knackten die Vorgabe von 74,00 Punkten. Auch Eric Lloyd Hinrichs darf in der Max-Schmeling-Halle mit dabei sein. Für ihn und Falk Daniel Uhlig war der Wettkampf in Hamm deshalb ein besonderer, weil es für beide nach langer verletzungsbedingter Pause der erste Sechskampf nach rund zwei Jahren war. „Erst war ich gar nicht nervös, aber als ich in die Halle kam, ging mir richtig die Flatter“, plauderte Daniel Uhlig später aus dem Nähkästchen. Beinahe folgerichtig patzte er gleich am Auftaktgerät: An den Ringen – kurioserweise durfte ausgerechnet die leistungsstärkste Riege nicht in der olympischen Reihenfolge turnen – holte der Trupbacher nur 11,30 Punkte, musste er das Gerät verlassen. Doch dieses Missgeschick war der Schlüssel zum Erfolg. „Danach bin ich locker geworden, weil es schlechter ja nicht mehr werden konnte.“ Wurde es auch nicht, im Gegenteil. Der 23-Jährige zeigte mit viel Kampfgeist fünf saubere Übungen, schaffte am Boden und Sprung persönliche Bestleistungen. Von den Nachwirkungen seines im Frühjahr 2018 erlittenen Kreuzbandrisses war nichts mehr zu sehen. Erstaunliche 77,200 Punkte bedeuteten in der NRW-Wertung Platz zwei hinter Sebastian Bock, der seiner Favoritenrolle gerecht wurde und es auf starke 79,450 Punkte brachte. Am Reck, eines seiner Lieblingsgeräte, holte der frisch gebackene Deutsche Hochschulmeister im Sechskampf mit 13,900 Punkten seine Tageshöchstnote.

Knapp hinter Falk Daniel Uhlig turnte Andreas Jurzo auf Platz drei. Der 21-Jährige glich seine mäßige Seitpferdübung (12,000) durch einen herausragenden Sprung (14,100 Punkte) aus. Für die Tageshöchstnote aber sorgte Nico Ermert. Dem Freudenberger, im NRW-Klassemenent vor Eric Lloyd Hinrichs Vierter, gelang eine herausragende Bodenübung, die mit 14,250 Punkten adäquat bewertet wurde.

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