Vor Halbfinale der Turner

SKV: Hoch motiviert „trotz des Fehlens wesentlicher Säulen“

Fehlt der SKV Samstag neben dem Briten Courtney Tulloch ebenfalls im Wetzgauer Halbfinale: der Slowene Saso Bertoncelj.  

Fehlt der SKV Samstag neben dem Briten Courtney Tulloch ebenfalls im Wetzgauer Halbfinale: der Slowene Saso Bertoncelj.  

Foto: Reinhold Becher

Dreis-Tiefenbach.  Auch zwei ihrer besten Turner will die SKV am Samstag im Halbfinalkampf bei der KTV Wetzgau alles geben.

Die Chancen, zumindest ins Meisterschafts-Finale einziehen zu können, sind für die Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) schon vor dem Halbfinale gegen den TV Schwäbisch Gmünd Wetzgau kleiner geworden. Das liegt daran, dass es die Deutsche Turnliga (DTL) versäumt hatte, klare Regeln für die Behandlung aller möglichen Störungen des Sportbetriebs aufzustellen.

Etwaige pandemiebedingte Wünsche auf Verlegung des Halbfinales auf einen extra im Terminkalender vorgesehenen Ausweichtermin sollten direkt zwischen den Wettkampfgegnern einvernehmlich geregelt werden - eine Vorstellung, die man selbst unter „Turnbrüdern“ als eher realitätsfern bezeichnen muss, wenn man die Konkurrenz-Situation der vier Spitzenvereine kennt.

Courtney Tulloch, an drei Geräten unbesiegter Punktesammler und quasi derzeit unersetzbar, wurde vom britischen Turnverband die Erlaubnis verweigert, das Nationale Turnzentrum zu verlassen. Ein Antrag der SKV an die DTL zur Verlegung des Halbfinales auf den Ausweichtermin wurde mit vagen Begründungen abgelehnt, so dass es auch nicht mehr zu Verhandlungen mit dem TV Wetzgau kam. Da auch der Einsatz von Seitpferd-Spezialist Saso Bertoncelj pandemiebedingt nicht möglich ist, stehen zwei wesentliche Säulen aus dem Mannschaftsgefüge für das Halbfinale nicht zur Verfügung.

Trotzdem reisen die SKV-Turner hochmotiviert auf die Ostalb und wollen alles versuchen, die erstmalige Teilnahme am Meisterschaftsfinale nach 40 Jahren zu erreichen.

Ob das zweite Halbfinale, TG Saar gegen Straubenhardt stattfinden wird, steht noch in den Sternen. Die Nordschwarzwälder haben per Rechtsanwalt die Saarländer aufgefordert, den Wettkampf auf den Ausweichtermin zu verschieben (wir berichteten). Die lehnen das bisher ab, nicht zuletzt mit dem Hinweis auf das mit der Stadt abgestimmte Schutzkonzept für die Durchführung des Wettkampfes, selbstverständlich ohne Zuschauer.

Dunkle Wolken also über der Corona-Saison der Kunstturner. Was in den „Frankfurter Beschlüssen“ in Harmonie begann und im Oktober zu den einzigen Wettkämpfen führte, droht ohne die gebotene sportliche Fairness zu enden. Eine Situation, an der die DTL und uneinsichtige Vereinsvertreter nicht ganz schuldlos sind.

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