Leichtathletik

So reagiert Sabrina Mockenhaupt auf ihr bitteres EM-Aus

Sabrina Mockenhaupt startet für das Lauf Team Haspa Marathon – aber nicht mehr auf der Bahn.

Sabrina Mockenhaupt startet für das Lauf Team Haspa Marathon – aber nicht mehr auf der Bahn.

Regensburg/Wilgersdorf.   Sie ist zigfache Deutsche Meisterin und bei der EM 2018 in Berlin wollte Sabrina Mockenhaupt ihre Bahn-Karriere beenden. Daraus wird nichts.

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Als ihr großer Traum, der Start bei der Heim-Europameisterschaft, geplatzt war, als ihr so zu sagen einen Schritt vor dem Betreten des Berliner Olympiastadions das Ticket aus der Hand gerissen worden war, kullerten Sabrina Mockenhaupt doch die Tränen der Enttäuschung über die Wangen. „So wollte ich mich von der Bahn nicht verabschieden“, sagte sie später. „Sie sollte nicht rot sein, sondern blau – und es sollte in Berlin sein.“

Alina Reh dominiert Rennen

Allerdings endet die Bahn-Karriere des 37-jährigen Langlauf-Stars aus dem Siegerland nicht erst bei den Titelkämpfen vom 7. bis 12. August in der Hauptstadt, sondern sie trudelte aus am späten Samstagabend in der bayrischen Provinz, in Regensburg. Der dortige Mittsommerlauf entwickelte sich für die Wilgersdorferin zu einem sportlichen Drama.

Zum einen attackierte wie erwartet Alina Reh nach einer langen Verletzungspause zum ersten und auf Grund des am 1. Juli endenden Nominierungszeitraumes einzigen Mal die EM-Norm über 10 000 Meter (32:55 Minuten) – und unterbot sie mit ihrer Siegerzeit von 32:17,17 Minuten in deutscher Jahresbestleistung um fast 40 Sekunden. Zum anderen stürmte hinter Reh in 32:20,37 Minuten Anna Gehring auf Platz zwei und schob sich auch in der Jahresbestenliste auf Rang zwei.

Reh: „Man fühlt natürlich mit“

Mockenhaupt, welche die Norm Anfang des Monats mit 32:38,22 Minuten erfüllt hatte, war in Regensburg extra an den Start gegangen, um die erwarteten Attacken der beiden 21-Jährigen auf der Bahn kontern zu können, doch am Ende belegte sie den fünften Platz in „nur“ 34:09,95 Minuten – und verlor ihren Startplatz in Berlin als nun Vierte der Jahresbestenliste ebenso wie Miriam Dattke als jetzt Fünfte.

„Wir haben vor einer Woche entschieden zu laufen“, sagte Alina Reh und ergänzte in Richtung der enttäuschten Mockenhaupt und Dattke: „Man fühlt natürlich mit, wenn man in letzter Sekunde den beiden das EM-Ticket entreißt.“

Mockenhaupt, die im Januar dieses Jahres auf Grund eines Ermüdungsbruchs im linken Fuß ihr Vorhaben EM-Start im Marathon aufgeben musste, zeigte in der Stunde der bitteren Niederlage wahren Sportsgeist und menschliche Größe: „Was ich mit meinen 37 Jahren und nur drei Monaten Training immer noch auf das Tableau bekomme ist zwar top, aber es hat genau so sollen sein“, erklärte sie, „deshalb freue ich mich für die Jugend, die mutig gelaufen ist und somit zu Recht zur EM gehört.“

Nachrücken? „Das will ich nicht“

Als Vierte könnte sie sogar nachrücken, falls Reh, Gehring oder die drittplatzierte Natalie Tanner zum Beispiel verletzt ausfielen. Doch auch dazu bezog Sabrina Mockenhaupt klar Stellung: „Das will ich nicht. Ich würde der mutigen, jungen Miriam Dattke den Vortritt lassen“, sagte sie. Auf der Bahn könne sie mit den „jungen Wilden“ nicht mehr mithalten – und deshalb „ist meine Zielgerade jetzt eine andere“.

Die des Marathons.

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