1. Kunstturn-Bundesliga

Spannungsgeladenes Derby

Punktelieferant für die Siegerländer KV: Philipp Herder.

Punktelieferant für die Siegerländer KV: Philipp Herder.

Foto: Reinhold Becher

Dreis-Tiefenbach.   Am Samstag um 17 Uhr heißt es: SKV gegen KTV Obere Lahn. Weltklasse-Turnen ist garantiert.

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Große Spannung vor dem letzten Heimwettkampf in der Kunstturn-Bundesliga 2018 am Samstag um 17 Uhr in der Sporthalle„Stählerwiese“ in Kreuztal: Sowohl für Gastgeber Siegerländer KV als auch für den Gast KTV Obere Lahn geht es im Lokalderby um den Einzug in die Finalwettbewerbe der Deutschen Turnliga am 1. Dezember in Ludwigsburg.

Beide Mannschaften liegen nach fünf Wettkämpfen in der Tabelle mit 6:4 Punkten gleichauf. Vorteil für die Turner aus dem hessischen Hinterland: Sie haben bisher mehr Gerätewertungen für sich entschieden, stehen daher auf Rang drei vor der SKV. Weiterer Vorteil: die KTV Obere Lahn trifft im letzten Wettkampf mit KTT Heilbronn auf die einzige bisher sieglose Mannschaft der 1. Liga, während die SKV noch zum derzeitigen Tabellenzweiten SC Cottbus Turnen reisen muss. Für jede Menge sportliche Spannung ist also gesorgt.

Mit Larduet, Bertoncelj und Tulloch

Die Siegerländer wollen sich diesmal im Gegensatz zum Vorjahr keine Blöße auf der Ausländerposition geben. Neben dem Kubaner Manrique Larduet werden auch die Medaillengewinner der Europameisterschaften 2018, Saso Bertoncelj (Slowenien) und Courtney Tulloch (Großbritannien) die Mannschaft verstärken, beide an ihren Spezialgeräten Seitpferd bzw. Ringe, Tulloch möglicherweise auch an weiteren Geräten.

Aber auch die ausländischen KTV-Turner zählen zur Weltklasse. Seit Jahren im Siegerland bekannt ist der Weißrusse Andrej Likhovitskiy, der seine Stärken am Seitpferd, Barren und Reck hat. Er wird ideal ergänzt durch den Armenier Artur Davtyan, vor allem an den Ringen und am Sprung eine Klasse für sich. Davtyan war bei der Weltmeisterschaften in Katar Mehrkampf-Neunter und erreichte als Qualifikationszweiter das Sprungfinale.

Apropos WM: Mehr als die Hälfte des deutschen Männerteams von Doha geht am Samstag an die Geräte. Lukas Dauser und Nick Klessing für die Hessen, Philipp Herder für die SKV. Alle haben die WM gesund überstanden. Lukas Dauser erreichte bei seinem ersten Mehrkampf auf internationaler Bühne das Finale, ebenso wie an seinem Spezialgerät Barren. Auch wenn er nicht fehlerfrei turnte zählt er sicher zu den besten Barrenturnern Europas. Mit dabei sind im Team der KTV Obere Lahn auch der aktuelle Deutsche Meister am Boden, Thao Hoang, und der Deutsche Vizemeister am Reck, Fabian Lotz, der bei diesem Wettkampf von seinem Freund Fabian Hambüchen, betreut wird. Wichtig für junge Turnfreunde: Der Reck-Olympiasieger ist bekannt dafür, dass er gerne für „Selfies“ und Autogramme zur Verfügung steht, sofern es der Wettkampfablauf erlaubt.

Daniel Uhlig plant Comeback

Bei der SKV fehlen zwar verletzungsbedingt einige Turner, Daniel Uhlig jedoch möchte nach ausgeheiltem Kreuzbandriss sein Comeback am Seitpferd wagen und der frischgebackene Deutsche Hochschulmeister Sebastian Bock seine ausgezeichnete Form in der Liga bestätigen. Es ist also alles angerichtet für Kunstturnen der Extra-Klasse in Kreuztal.

Einziger Wermutstropfen: Die Siegerländer Turnfans müssen vorerst Abschied nehmen vom Gast KTV Obere Lahn, der – wie berichtet – am Ende der Saison seine Mannschaft aus der 1. Bundesliga zurück zieht. Die Hessen wollen sich aber nicht sang- und klanglos aus dem Oberhaus verabschieden, sondern mit dem bestmöglichen Eindruck, am liebsten der Teilnahme am Meisterschaftsfinale. Genau das wollen die SKV-Turner aber auch, und deshalb ist eine Prognose schwierig.

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