Spendenaktion

Spendenfahrt: Für die Freundschaft und den guten Zweck

Stolz und ein wenig müde: Die Gruppe der Erndtebrücker Radsportler um Initiator Ralf Hauke (rechts/kniend) hat die knapp 600 Kilometer nach Bergues hinter sich gebracht und viele unvergessliche Stunden erlebt. Dabei ist die Radgruppe im Laufe der Tour sogar nochmal größer geworden. Privat

Stolz und ein wenig müde: Die Gruppe der Erndtebrücker Radsportler um Initiator Ralf Hauke (rechts/kniend) hat die knapp 600 Kilometer nach Bergues hinter sich gebracht und viele unvergessliche Stunden erlebt. Dabei ist die Radgruppe im Laufe der Tour sogar nochmal größer geworden. Privat

Foto: Privat

Erndtebrück.  Radfahrer vom Erndtebrücker Gickelsberg fahren für „Rad statt Rollstuhl-Stiftung“ bis nach Frankreich und pflegen dort die Städtepartnerschaft.

„Nähe“, so sagt es der Volksmund, „ist keine Frage der Entfernung.“ Diese Weisheit wurde in diesem Jahr einmal mehr von Ralf Hauke und seiner Gruppe der „Gickelberg -Radfahrer“ untermauert.

Nachdem die begeisterten Sportler in den letzten Jahren einmal 400 Kilometer nach Ostfriesland und einmal knapp 700 Kilometer in die Alpen für einen guten Zweck reisten, verschlug es die 19-köpfige Delegation der Edergemeinde diesmal ins französische Nachbarland. Genauer gesagt nach Bergues im Norden der „Grande Nation“.

Zwischen der 4000-Einwohner-Stadt und der Gemeinde Erndtebrück gibt es seit 1973 schon eine Städtepartnerschaft, die durch den Besuch der Radsportler ganz frischen Wind bekam. „Die Leute waren total herzlich und zuvorkommend. Die Tour war einmal mehr ein absoluter Erfolg“, versicherte auch Initiator Ralf Hauke, der die zahlreichen Eindrücke der fünftägigen Tour erst mal sacken lassen musste. In diesem Jahr geht das erstrampelte Geld übrigens an die Stiftung „Rad statt Rollstuhl“, die sich passenderweise für die Mobilität für Menschen mit neurologischen und Autoimmunerkrankungen einsetzt.

Am vergangenen Mittwoch ging es deshalb schon um acht Uhr in der Früh an der Erndtebrücker Skihütte am Gickelsberg los. Nach 175 Kilometern und 1200 Höhenmetern war die erste Etappe dann überstanden und die Gruppe gastierte in Düren, ehe es durch die Eifel und das Hohe Venn sowie durch die belgischen Ardennen ging.

Mit der Fähre über die Siegmündung

Zu diesem Zeitpunkt wurden den Radfahrern zwar schon die Oberschenkel schwer, doch einige Höhepunkten hatten sie auch schon erlebt. So wurde die Gruppe beispielsweise mit einer Fähre über die Siegmündung chauffiert. „Das sah total witzig aus. Hinten der Fährmann, wie man das kennt mit Stab und Mütze und vorne eine ganze Bande von Radfahrern“, schmunzelte Hauke in Erinnerung an das ungewöhnliche Bild, dass sich den anwesenden Nicht-Sportlern bot. Auch die vielen vorbeirauschenden Stauseen wurden von den Erndtebrückern als willkommene Abkühlung genutzt.

Eine reine Sportveranstaltung sollte das Projekt ohnehin nie sein. „Natürlich geht es um den Spaß am Radsport, aber auch um den Spaß in der Gruppe. Die kleinen Geschichten, die auf der Fahrt passieren machen diese Reisen so besonders“, versichert der 55-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bauernhof als Hotelersatz

Vor dem letzten Teilstück gesellte sich zu den vielen „kleinen Geschichten“ auch noch eine weitere schöne hinzu. Die Übernachtung in einem alten Bauernhof war für viele der Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. In gemütlicher Runde wurde auf dem Gehöft zusammen gekocht und geplaudert. „Diese gemeinsamen Stunden und die abgespulten Kilometer schweißen die Gruppe wirklich zusammen.“

Und das nun schon seit mehreren Jahren, die Gruppe wird immer größer, die Aufmerksamkeit auf die Stiftung steigt mit jedem Kilometer und auch Sportler aus anderen Gefilden haben Gefallen an der „GickelBergues Tour“ gefunden. So reihten sich auch Radfahrer aus Fulda und der Eifel zur bunten Truppe aus Wittgenstein. Hauke selbst zeigt sich immer noch überrascht vom großen Zulauf.

„Das hat schon eine Eigendynamik angekommen mit der nicht zu rechnen war. Bei der Organisation hat sich diesmal der Förderverein Erndtebrück eingebracht, das hat sehr geholfen. Es soll aber kein Unternehmen werden. Die Gruppengröße war schon gut so.“ In Frankreich angekommen waren die Beine dann froh über eine ausgedehnte Pause und die Köpfe fasziniert von der Gastfreundschaft. So wurden die Erndtebrücker immerhin von 85 Leuten bei einem großen Abendessen empfangen.

Und da bewahrheitete sich dann einmal mehr der Volksmund. „Nähe ist keine Frage der Entfernung“ - auch wenn knapp 600 Kilometer zwischen einem liegen.

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