Fußball-Kreisliga B

Sportfreunde Edertal: Trevisis Handschrift schon erkennbar

Sandro Trevisi (Bildmitte) gibt ab jetzt die Richtung vor bei den Sportfreunden Edertal. Schon in seiner ersten Woche setzt er den Trainingsschwerpunkt bei der Spieltaktik. Er setzt auf eine kompakte Verteidigung und ein kontrolliertes Kurzpassspiel.

Sandro Trevisi (Bildmitte) gibt ab jetzt die Richtung vor bei den Sportfreunden Edertal. Schon in seiner ersten Woche setzt er den Trainingsschwerpunkt bei der Spieltaktik. Er setzt auf eine kompakte Verteidigung und ein kontrolliertes Kurzpassspiel.

Foto: Florian Runte

Berghausen.  Der neue Trainer Sandro Trevisi freut sich über einen enormen Konkurrenzkampf, ist auf Stürmer-Suche und hat klare fußballerische Vorstellungen.

So wirbt man Zuschauer: Zur Vorstellung ihrer neuen Spieler sowie des neuen Trainers Sandro Trevisi hatten die Fußballer der Sportfreunde Edertal erstmals zu einer „Saisoneröffnung“ nach dem Vorbild großer Vereine eingeladen – nur ohne Autogrammkarten. Beide Mannschaften der Sportfreunde zeigten dabei ansprechende Leistungen gegen die jeweils klassenhöheren Teams des VfL Klafeld-Geisweid. Sowohl der Vergleich der beiden Reservemannschaften als auch das Duell der ersten Mannschaften endete mit einem 3:3.

Zwischen den beiden Partien stellte Tobias Beitzel den etwa 150 Zuschauern den Coach und die neuen Spieler des B-Kreisligisten vor, was sich über einige Minuten zog. Neben fünf Spielern aus der eigenen A-Jugend und drei Rückkehrern verkündete Beitzel auch drei „externe“ Zugänge – Michael Prib und Ibrahim Farhat „vom Hügel“, also vom VfL Bad Berleburg, dazu Sebastian Hess aus der A-Jugend des FC Ederbergland. Zum erweiterten Kader zählen außerdem einige A-Jugendliche, die eine Seniorenerklärung und damit ein Zweitspielrecht bei den Männern erhalten. Davon soll aber, wie in der abgelaufenen Saison, nur sporadisch Gebrauch gemacht werden.

„Wir freuen uns richtig auf die neue Saison, geben aber keine Ziele aus“, sagte der Vorsitzende Maximilian Schmeck und verweist auf das niedrige Durchschnittsalter der Mannschaft, in der Lukasz Terefenko mit 27 Jahren der zweitälteste Spieler hinter dem neuen Sportfreunde-„Opa“ Andreas Imhof (34) ist. Schmeck: „Es sind einfach sehr viele junge Leute dabei, die jetzt die erste Seniorenluft schnuppern.“

Trainer kann aus 30 Spielern wählen

Im Grunde trifft dies auch auf den Trainer zu. Sandro Trevisi war bislang bei Jugendteams tätig, zuletzt bei der A-Jugend der JSG Aue/Birkelbach. Ein recht großer Teil seines früheren Teams hatte sich unter die Zuschauer gemischt und verfolgte das erste Spiel ihres Ex-Coaches. Der hat sage und schreibe 30 Spieler in seinem Kader und stellte deshalb ohne Rücksicht auf frühere Hierarchien nur Spieler auf, die in der ersten Trainingswoche dabei waren – einige Stammkräfte fanden sich so auf der Bank wieder.

Ihre Kollegen spielten groß auf und gingen bereits in der dritten Minute durch einen frechen Distanzschuss von Lucas Schmidt, einer der aus der A-Jugend gekommen Jungs, mit 1:0 in Führung. Mark Wolf, der nach einem Auslandssemester in Spanien wieder seinen Platz im Mittelfeld einnahm, legte das 2:0 und 3:0 nach (14., 35.).

Schmidt, der als Stürmer aufgeboten wurde, zählt neben Dominik Szczurek und Michael Prib zu den Kandidaten, die in vorderster Linie den Verlust der beiden besten Torschützen kompensieren sollen – Benjamin Scholl (25 Tore) hat aufgehört, Gerrit Blecher (17 Tore) kickt jetzt in Dotzlar.

Kompaktheit im Mittelfeld

Da Edertal mit einer großen Zahl torgefährlicher Abwehr- und Mittelfeldspieler gesegnet ist, war die Torproduktion in der Vorsaison allerdings nicht das Feld, bei welcher der Schuh drückte – ein besseres Abschneiden als Platz vier verhinderten die 57 Gegentore.

Das Testspiel gegen den A-Kreisligisten VfL Klafeld-Geisweid, der die zweite Halbzeit klar dominierte und durch Justin Groos (47.), Mohammed-Ali Mackfaye (56.) und Sezgin Alperen (80.) noch ausglich, bestritt die Mannschaft von mit einem kompakt stehenden Mittelfeld, das dem Gegner die Räume nehmen sollte. Auf ein frühes „Anlaufen“ verzichteten die Sportfreunde dabei bewusst.

Klar ist bereits: Völlig umkrempeln wird Sandro Trevisi die Mannschaft nicht. Wie sein Vorgänger Michael Schmoranzer lässt er in einem 4-2-3-1-System spielen, auch er wünscht sich Ballbesitzfußball.

„Das B bei Kreisliga B steht nicht für Bundesliga, das ist mir auch klar“, schmunzelt Sandro Trevisi: „Aber ich bin schon ein Typ, der gerne Fußball spielen lässt, am besten schon beim Torwart beginnend. Lange Bälle wollen wir so weit es geht vermeiden.“

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