Fußball-Oberliga

Sportfreunde Siegen: 13 Ennepetaler Tore als Warnung

Aufregung am Spielfeldrand: Während Justin Huber zum Einwurf bereit steht, will Trainer Tobias Cramer noch die Reihen ordnen. Sein Sprockhöveler Kollege Andrius Balaika hebt im Hintergrund ebenfalls warnend die Faust.

Aufregung am Spielfeldrand: Während Justin Huber zum Einwurf bereit steht, will Trainer Tobias Cramer noch die Reihen ordnen. Sein Sprockhöveler Kollege Andrius Balaika hebt im Hintergrund ebenfalls warnend die Faust.

Foto: Rene Traut

Siegen.  Droht den Sportfreunden Siegen im vierten Spiel die dritte Niederlage? Gegner TuS Ennepetal ist jedenfalls besser in Form.

„Das Spielglück ist uns abhanden gekommen.“ Worte von Trainer Tobias Cramer nach der 0:2-Heimniederlage der Siegener Sportfreunde im Leimbachstadion gegen die TSG Sprockhövel. Hatte die Mannschaft dieses Glück noch beim Auftaktspiel am Erndtebrücker Pulverwald gepachtet und durch ein spätes Tor von Michél Harrer 1:0 gewonnen, so wird wohl niemand behaupten können, dass die darauf folgenden Niederlagen etwas mit Pech zu tun hatten.

Punkte sammeln

Im allgemeinen ist Pech das Gegenteil von Glück, doch ist es hier wohl eher dem Leistungsvermögen zuzuschreiben, dass 1:6 Tore und null Punkte aus den beiden letzten Spielen zu Buche stehen und man von den Ansprüchen ein Stückweit Abstand nehmen muss.

„Wir müssen Punkte sammeln, um gar nicht erst in den Abstiegsstrudel hinein zu geraten“, hatte der Trainer vor dem Saisonstart einen etwas anderen Kurs ausgegeben. Vom den nun sind seine Kicker ein Stückweit abgekommen. Sie haben vor allem durch schlechtes Abwehrverhalten einen Großteil dazu beigetragen, dass man auf dem 14. Tabellenplatz derzeit näher an diesem Strudel steht als auf einem Sprung in gesichertere Gefilde.

Klar, man wird jetzt nicht zu Unrecht sagen, es seien ja erst drei Spiele absolviert und die neue Mannschaft müsse noch zusammenwachsen, aber gerade aus einem Startprogramm gegen nicht so hoch einzuschätzende Mannschaften müssen in einer Saison mit mindestens fünf Absteigern mehr Früchte geerntet werden.

Hoffnung auf Besserung gibt dem Trainer der Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen Sprockhövel. „Da war eine Mannschaft auf dem Platz, die alles gegeben hat“, so Cramer nach dem Schlusspfiff. „Wenn früh ein Anschlusstreffer fällt, wäre noch was drin gewesen.“

Schnelle Chance

Justin Huber hatte die Möglichkeit, scheiterte am Aluminium. Zu diesem Zeitpunkt stand noch eine halbe Stunde auf der Uhr - also Zeit genug, um an die Wende zu glauben.

Auch wenn einige der etwas mehr als 400 Besucher hier schon den Glauben an Besserung aufgegeben und das weite Rund bereits verlassen hatten. Ein glücklicher Gesichtsausdruck war bei diesen früh auf dem Heimweg befindlichen Tribünen-Zuschauern nun wirklich nicht auszumachen.

Die Chance, diese Leute vom Gegenteil zu überzeugen, bietet sich in dieser geballten Ladung an Oberliga-Fußball schnell, denn schon der Sonntag wird die Mannschaft erneut fordern. Im Bremenstadion des TuS Ennepetal wartet die Chance auf Wiedergutmachung. Doch der TuS hat sich gerade richtig warm geschossen, 5:1 am Donnerstag bei der nun 24 Mal in Folge besiegten Hammer Spielvereinigung gewonnen. Acht Punkte stehen aus zwei Siegen und zwei Unentschieden zu Buche, immerhin schon 13 Tore wurden erzielt.

Mit dieser Ausbeute rangieren die Ennepetaler zwar immer noch fünf Treffer hinter dem 1. FC Kaan-Marienborn, doch sollte das ein Warnsignal für die leidgeprüfte Viererkette der Sportfreunde sein, die zuletzt vor allem über die Außenbahnen Ungemach heraufbeschwört hat.

„Natürlich muss das besser werden“, sieht auch Tobias Cramer, dass es sowohl in Holzwickede als auch gegen Sprockhövel hier Schwachpunkte gab. „Aber es muss da auch mehr Absicherung vorhanden sein“, redet er über mehr Flexibilität gerade im Defensivverhalten.

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