Fußball-Oberliga

Sportfreunde Siegen ein Selbstbedienungsladen - 0:2

Die Siegener Jannik Krämer (rechts) und Andreas Busik behalten in dieser Szene die Oberhand gegen den Sprockhöveler Ideengeber Nazzareno Ciccarelli. Das Abwehrverhalten insgesamt bleibt indes schwach im Siegener Spiel.

Die Siegener Jannik Krämer (rechts) und Andreas Busik behalten in dieser Szene die Oberhand gegen den Sprockhöveler Ideengeber Nazzareno Ciccarelli. Das Abwehrverhalten insgesamt bleibt indes schwach im Siegener Spiel.

Foto: Rene Traut

Siegen.  Zweite Saisonniederlage für die Siegener Sportfreunde in dieser Oberliga-Saison. Mit 2:0 (2:0) gewann die TSG Sprockhövel.

Den Siegener Sportfreunden stehen schwere Zeiten in der Fußball-Oberliga bevor. Nach dem 1:4 vor vier Tagen in Holzwickede setzte es am Donnerstagabend gegen die TSG Sprockhövel mit 0:2 (0:2) die nächste Pleite. Die einst als Festung zu bezeichnende Spielstä

Es hatte sich nicht viel verändert in der Ausrichtung. Lediglich Verteidiger Burak Yildiz beorderte Trainer Tobias Cramer nach seiner schwachen ersten Halbzeit von Holzwickede auf die Strafbank, dafür stürmte Duc Momo auf der rechten Außenbahn, Andreas Krämer spielte dahinter.

Becker neben sich

War er Yildiz, der das Gefüge zuletzt mit Stellungsfehlern ins Wanken gebracht hatte, machte es diesmal auf der linken Außenbahn der bröckeligen Viererkette Marcel Becker nicht besser.. Kein Stellungsspiel, zu wenig Tempo - der rechte Offensive der Gäste, Jona Niemiec, spielte mit dem früheren Erndtebrücker Katz’ und Maus.

Nicht von ungefähr, dass von dieser Seite auch die größte Gefahr für das von Christoph Thies gehütete Tor ausging, dessen Netz hinter ihm dann nach fünf Minuten erstmals zappelte. Die Hereingabe nach kurz ausgeführtem Eckball köpfte Innenverteidiger Mert Sahin in Gerd-Müller-Manier im Fliegen ins lange Eck.

Scherenschlag ins Glück

Von den Siegenern auch in der Folge nur wenig zu sehen. Zwar war das Bemühen, im Mittelfeld mal schnell zu spielen, erkennbar, doch die Zuspiele waren zu schlecht, viele Bälle verfehlten ihr Ziel. Die einzige echte Gelegenheit verpasste in der 17. Minute Kapitän Björn Jost, der die Hereingabe von Duc Momo knapp verzog.

Ansonsten Schweigen in Sachen Angriffsfußball, leises Entsetzen auf den Rängen, das sich verstärkte, als zwei Minuten vor der Pause eben jener Sprockhöveler Innenverteidiger Mert Sahin ins Unermessliche steigerte. Denn seine Direktabnahme per Scherenschlag aus 14 Metern nach genau getimten Eckball von Nazzareno Ciccarelli verdient die Bezeichnung „Tor des Monats“.

„Das war ein Traumtor“, erkannte auch Tobias Cramer dieses Werk neidlos an, während er den ersten Treffer als „hausgemacht“ bezeichnete, wegen der hilfreichen Abwehrarbeit seiner Defensivabteilung.

Hoch verdient diese Pausenführung der Gäste, die immer gefährlich waren, einfach mehr Biss in ihren Aktionen zeigten und ihre beiden Auftaktsiege dieser Saison eindrucksvoll nach Siegen transportiert hatten.

Es konnte also nur besser werden in Sachen Sportfreunde, die in dieser ersten Halbzeit nahtlos an die Leistung von Holzwickede anknüpften.

Trainer-Lob

Nun also Halbzeit zwei. Es ging zwar so etwas wie ein Ruck durch die Reihen der Siegener, die das Heft in die Hand nahmen, ohne aber wirklich für große Torgefahr zu sorgen. Etwas Pech hatte Michél Harrer in der 49. Minute, als er von der rechten Seite in den Strafraum eindrang, mit seinem Schuss jedoch am Pfosten scheiterte. Fällt hier der Anschlusstreffer, vielleicht hätte dann zur Wende geblasen werden können.

„Uns fehlt dann einfach auch das Spielglück, das wir in Erndtebrück noch hatten“, so ein nach wie vor optimistscher Coach, der seine Mannen ob des Aufbäumens lobte. „Da war viel Körperlichkeit im Spiel“, so Cramer.

Genutzt hat es nichts, denn die Gäste verteidigten ihren vor der Pause herausgeholten Vorsprung erfolgreich, nahmen verdientermaßen die Punkte aus dem Leimbachstadion mit, das also weiterhin ein Selbstbedienungsladen für Gastmannschaften bleibt. Sonntag geht’s nach Ennepetal.

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