Pass in die Gasse #298

SV Feudingen: Olympisches Feuer darf weitergegeben werden

| Lesedauer: 2 Minuten
In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

Foto: Sascha Kertzscher

Die Fußballerinnen des SV Feudingen holen dank ihres ersten Saisontores ein Remis. Unser Kolumnist lobt eine Entscheidung abseits des Platzes.

Als der SV Feudingen vor drei Jahren eine Frauenmannschaft anmeldete, war der Gedanke ein olympisch adaptierter. Die schiere Masse an fußballinteressierten jungen Frauen machte deutlich, dass Siege im Amateursport zwar Erfolg bescheren, doch „dabei sein ist alles“ immer noch einen höheren Stellenwert besitzt. Mit Freundinnen Sport zu treiben, ohne sich an die Ernsthaftigkeit von Resultaten zu klammern, war und ist ein lobenswerter Ansatz, den es als Pendant zum beruflichen Leistungsdruck zu bewahren gilt. Dass es zu Beginn im wahrsten Sinne im eigenen Tor einschlagen würde, war allen Beteiligten klar. Die Frage war nur: Wie lange wird es brauchen, bis alle Gegentore auf einen Deckel passen?

Und wie das so ist im Leben, grüßt bei aller anfänglichen Euphorie irgendwann der graue Alltag. Spannende Projekte halten sich dann zäh am Enthusiasmus ihrer Schöpfer fest, ehe erste Fragen aufkommen. So auch hier, denn nach der Spielpause durch die Pandemie lief es nicht besser als zuvor: in zwei Spielen kassierte das Team 73 Tore. Kein Mensch fährt bei solchen Niederlagen nach Hause und erfreut sich an olympischen Gedanken. Danach wurden die Resultate, zuletzt kam es zu einer Veränderung im Trainerstab, der das Team von Beginn an mit viel Leidenschaft betreute. Der „Neue“ heißt Martin Schäfer.

Die Entscheidung für getrennte Wege fällt nie leicht, doch irgendwann darf olympisches Feuer auch weitergegeben werden. Und gerade weil die Frage nach Schuldigen keine ist, steht das 1:1 gegen den SV Dreis-Tiefenbach auch für den Mut zur Veränderung.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

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