Fußball-B-Liga

SV Schameder: Keine Lust auf erneutes Herzschlagfinale

Der Trainingsauftakt des SV Schameder ist geglückt. Insgesamt 15 Spieler finden sich zur ersten Übungseinheit auf dem Rasenplatz im Industriegebiet ein. Trainer Kevin Knebel ließ es zu Beginn noch langsam angehen, will in der Vorbereitung aber den Grundstein für eine ruhige Saison legen.

Der Trainingsauftakt des SV Schameder ist geglückt. Insgesamt 15 Spieler finden sich zur ersten Übungseinheit auf dem Rasenplatz im Industriegebiet ein. Trainer Kevin Knebel ließ es zu Beginn noch langsam angehen, will in der Vorbereitung aber den Grundstein für eine ruhige Saison legen.

Foto: Yannik Lückel

Schameder.  Der SV Schameder hat die Vorbereitung aufgenommen. Um frühzeitig in sicheres Fahrwasser zu geraten, will Trainer Knebel die Taktik ändern.

Das gute und trockene Wetter der letzten Wochen hat den beiden Sportplätzen am Schamederaner Flugfeld gehörig zugesetzt. Ausgedörrt und ausgebrannt kommen die beiden Rasenplätze momentan daher, bieten deshalb aber auch ein absolutes Kontrastprogramm zur Mannschaft des SV, die am vergangenen Dienstag gut gelaunt und hochmotiviert in die Sommervorbereitung startete.

Ausgebrannt von einer schwierigen und langen Saison wirken weder Spieler noch Trainer – „Feuer und Flamme“ würde es wohl eher beschreiben, denn: Übungsleiter Kevin Knebel konnte ganze 15 Kicker zum Auftakt auf dem Nebenplatz im Industriegebiet begrüßen und seine Mannen auf die neue Spielzeit einschwören. „Wir werden versuchen in der Vorbereitung ein neues System einzustudieren und nach vorne noch durchschlagskräftiger zu sein. Die Überlegungen gehen in Richtung Dreierkette und zwei Stürmer“, erklärte der 30-Jährige vor versammelter Kapelle, ehe er für kollektives Aufatmen sorgte, indem er erklärte, dass die erste Einheit nur ein lockerer Aufgalopp sein wird. Und während seine Mannschaft den Ball im „Eckchen“ zirkulieren ließ stand Knebel, der mit dem SV nun schon ins dritte Jahr seiner Trainertätigkeit geht, Rede und Antwort. „Nach einer Spielzeit voller Auf und Abs ist es für uns in diesem Jahr wichtig Defensiv sicher zu stehen und unsere zahlreichen Torchancen auch in etwas zählbares umzumünzen“, benannte Knebel seine Baustellen für die Spielzeit 2019/20.

Chancenverwertung als Manko

Denn während die 55 Gegentore im letzten Jahr den Ligadurchschnitt repräsentierten, sind die mageren 46 eigenen Tore das größere Problem. Und dies lag nicht unbedingt am Offensivspiel der Rot-Weißen, die sich in nahezu jedem Spiel zahlreiche Chancen herausspielten. Einzig die Verwertung dieser Großchancen war teilweise haarsträubend. „Da haben wir viele Punkte liegen lassen.“

Die Hoffnungen ruhen auf Lichy

Mithelfen soll dabei natürlich auch Neuzugang Steven Lichy, der vom Landesligisten VfL Bad Berleburg zu seinem Heimatverein zurückkehrt. Nach drei Jahren in der Kurstadt und zwei Jahren in der siebten Liga, soll der 27-Jährige mit seiner Erfahrung vorangehen und vor allem seinen alten Torriecher wiederfinden. „Steven wird bei uns nicht wie in Berleburg in der Dreierkette spielen“, erklärt Knebel mit einem Augenzwinkern, da Lichy eigentlich gelernter Stürmer ist, beim VfL aber zum Außenverteidiger umgeschult wurde. Nun soll er seinen starken linken Fuß in vorderster Reihe wieder für die SV-Torejagd benutzen.

„Wir erwarten uns da natürlich viel und ich hoffe, dass unsere anderen Stürmer dadurch im Spiel mehr Platz bekommen, um ebenfalls gefährlich zu werden“, blickt Knebel positiv in die Zukunft.

Doch nicht nur in der Offensive gibt es Handlungsbedarf beim SV Schameder. Auch Hinten drückt nun etwas unerwartet der Schuh. Stammtorhüter Frederic Radenbach wird beruflich häufiger im Ausland weilen und so den Posten zwischen den Pfosten in manchen Spielen vakant lassen. Da Keeper Steven Kupitz den Schamederanern kurzfristig noch absagte, fehlt eine echte Alternative am Flugfeld. „Wir könnten mit Daniel Höse spielen, aber der ist Trainer der zweiten Mannschaft. Es wäre schön, wenn sich noch jemand anderes finden würde. Wir haben da einen weiteren Kandidaten auf dem Zettel“, gibt sich Knebel diesbezüglich noch kryptisch.

Und wo landet der SV Schameder am Ende der Spielzeit 2019/20? Wenn es nach dem 30-jährigen Linienchef geht, hat der SV diesmal nichts mit dem Abstieg zu tun und kann sich frühzeitig aus dem gröbsten Abstiegsstrudel rausziehen. „Die Liga ist nicht leicht einzuschätzen. Kredenbach zum Beispiel wird keine Fahrstuhl-Mannschaft sein. Es wird wohl wieder eine enge Abstiegs-Kiste, am liebsten aber ohne uns“, stapelt Knebel erstmal tief.

Beste Voraussetzungen dafür hat er aber. Denn das Einzig was derzeit in Schameder ausgebrannt wirkt, sind nur die Plätze.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben