Leichtathletik

Torben Blech: „Ich nehme die Meisterschaft sehr ernst“

Traut sich bei der DM in Braunschweig sogar die Goldmedaille im Stabhochsprung zu: Torben Blech.

Traut sich bei der DM in Braunschweig sogar die Goldmedaille im Stabhochsprung zu: Torben Blech.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Footcornervia

Stabhochspringer Torben Blech geht gut vorbereitet in die Deutsche Meisterschaft in Braunschweig. Ziel ist eine Medaille.

Gosenbach/Leverkusen. Es ist für die besten Leichtathletinnen und Leichtathleten in Deutschland der verbliebene Höhepunkt einer ungewöhnlichen Saison und die einzige Chance, in diesem Sommer eine Medaille umgehängt zu bekommen: In Braunschweig finden am Samstag und Sonntag die Deutschen Meisterschaften statt – unter besonderen Vorzeichen, denn die Ausrichtung ist in Zeiten der Corona-Pandemie eine große Herausforderung, der sich bisher noch keine große Leichtathletik-Nation gestellt hat. Und so schaut am Wochenende die „ganze Leichtathletik-Welt“ nach Braunschweig, wie es der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Jürgen Kessing, im Vorfeld formuliert.

77 Aktive messen sich in 34 Entscheidungen. Einer von ihnen ist Torben Blech (25). Der Gosenbacher zählt im Stabhochsprung nach den Vorleistungen zu den Medaillenanwärtern. Der für den TSV Bayer 04 Leverkusen startende Blech belegt in der Jahresbestenliste hinter seinem Leverkusener Vereinskamerad Bo Kanda Lita Baehre (5,72 m) mit 5,62 m Platz zwei. Unsere Zeitung sprach mit Torben Blech über seine Form, eine ungewöhnliche Deutsche Meisterschaft und seine Erfolgsaussichten.

Am vergangenen Wochenende sind Sie bei einem Sportfest in den Niederlanden mit 5,62 m eine neue Jahresbestleistung gesprungen. Passt es also mit der Form unmittelbar vor den Deutschen Meisterschaften? Ich denke, ich bin gut drauf, auch wenn die Sprünge in Holland technisch bescheiden waren, um es milde auszudrücken. Man merkt immer noch, dass einem die Routine und Wettkampfpraxis fehlen. Deshalb war es gut, in dieser Trainingswoche noch mehrere reine Technikeinheiten absolviert zu haben. Und die haben erstaunlich gut funktioniert.

Schaut man auf die Vorleistungen, deutet sich ein Zweikampf um den Meistertitel zwischen Ihnen und Bo Kanda Lita Baehre an. Sehen Sie das ähnlich? Auf dem Papier ist Bo jetzt der beste Deutsche in diesem Jahr. Er kann die Favoritenrolle gerne haben. Die hatte ich ja 2019 bei der DM in Berlin und stand dann im Wettkampf ziemlich neben mir. Man sollte aber auch Raphael Holzdeppe auf der Rechnung haben, obwohl er in diesem Jahr noch nicht die ganz großen Höhen gezeigt hat.

Das heißt: Braunschweig ohne eine Medaille zu verlassen, wäre für Sie eine Enttäuschung?Mein Ziel ist eine Medaille. Es müsste schon viel schief laufen, wenn es damit nicht klappen sollte.

Wie wichtig sind in diesem ungewöhnlichen Jahr fast ohne Wettkämpfe diese Deutschen Meisterschaften für Sie denn überhaupt?Ich und alle anderen Athleten nehmen die DM sehr ernst, auch wenn sie unter besonderen Bedingungen stattfinden werden. Viele kommen aus einem harten Trainingsrhythmus und freuen sich darauf. Die Starterfelder sind gut besetzt. Dennoch ist es zumindest für mich nur ein Etappenziel auf dem Weg zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio.

Ein gutes Stichwort: Am vergangenen Montag hätte in Tokio das olympische Stabhochsprung-Finale stattgefunden. Haben Sie daran einen Gedanken verschwendet?Meine Trainerin Christine Adams wies mich und Bo am Samstag bei der Rückfahrt aus Holland darauf hin, dass jetzt gerade die Qualifikation in Tokio laufen würde. Dann wird man natürlich sofort an diese Tage und Wochen der Verunsicherung erinnert. Inzwischen ist diese Zeit für mich aber extrem weit weg, ich fokussiere mich vielmehr auf die Spiele 2021 und gehe auch davon aus, dass sie stattfinden werden.

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