Trainerin des Jahres

Trainerin des Jahres im Deutschen Skiverband: Dagmar Knoche

Stolz als Sohn, stolz als Vorsitzender des SK Wunderthausen: Jonas Knoche gratuliert Dagmar Knoche zur Ehrung auf DSV-Ebene

Stolz als Sohn, stolz als Vorsitzender des SK Wunderthausen: Jonas Knoche gratuliert Dagmar Knoche zur Ehrung auf DSV-Ebene

Foto: Florian Runte

Wunderthausen.  Dagmar Knoche vom SK Wunderthausen rückt bei der DSV-Gala in Planegg in den Fokus. Verein bereitet ihr einen großen Bahnhof bei der Heimkehr.

Nach ihrer aufregenden Ehrung am Mittwoch und einer nervenaufreibenden, weil von etlichen Autobahn-Staus und Regen geprägten Rückfahrt wollte Dagmar Knoche eigentlich nur noch nach Hause. Doch daraus wurde nichts.

An der „Pastorenwiese“ bog ihr Mann Gerhard noch einmal ab zur Skihütte, an der ein großes Bettlaken hing. Darauf gepinselt waren in großen Buchstaben Glückwünsche an die frischgebackene Skilanglauf-Trainerin des Jahres im Deutschen Skiverband (DSV). Drinnen warteten ein prasselnder Kamin und knapp 50 Vereinskameraden vom SK Wunderthausen, die „ihrer“ Dagmar ein großes Hallo bescherten – mit knapp 50 Umarmungen.

„Es war eine ganz tolle Veranstaltung. Und ich war total überrascht. Mit so etwas hätte ich nie gerechnet“, berichtete Knoche mit roten Backen und glänzenden Augen von der DSV-Gala im schwäbischen Laupheim. Dann sorgte sie für Gelächter: „Etwas sagen musste ich vor den 1000 Leuten dann auch noch.“

Die Ehrung zum Trainer des Jahres hatte der DSV in fünf Kategorien vergeben – allesamt nicht an die jeweiligen Bundes- oder Landestrainer, sondern an Vereinstrainer an der Basis. Zu denen zählt Dagmar Knoche seit über 25 Jahren – erst in Girkhausen, später in Wunderthausen, inzwischen obendrein als Honorartrainerin auch beim Westdeutschen Skiverband. Der WSV hatte Knoche über (Ex)-Stützpunktleiter Thomas Grellmann und Langlauf-Landestrainer Stefan Kirchner zur Ehrung vorgeschlagen.

Peter Schlickengrieder gratuliert

Neben einer Urkunde gab es einen Scheck über 5000 Euro – und Glückwünsche von hoher Stelle. Der DSV-Sportwart Karl-Heinz Eppinger kam zum Gratulieren am Tisch von Dagmar Knoche vorbei, der Bundestrainer ebenfalls. „Er hat mir gesagt, dass ich so weiter machen soll“, freute sich Knoche über die Glückwünsche von Peter Schlickenrieder, den sie von den Trainersitzungen, etwa beim Deutschlandpokal, gut kennt: „Auch dort betont er immer das Miteinander.“ Denn: Ohne eine gute Basisarbeit kann auch der beste Cheftrainer keinen erfolgreichen Olympiakader bilden.

Zwar noch nicht in den Weltcup, aber immerhin in die Nachwuchskader des DSV hat Knoche durch ihr Engagement gleich mehrere Athleten gebracht – trotz der bekannten Standortnachteile in der hiesigen Region. Charlotte Küpper und Elias Homrighausen qualifizierten sich 2015/16 für den D-/C-Kader des DSV, Homrighausen wurde damals sogar Deutscher Meister im Sprint der U16. Weil er mit Sebastian Marburger noch ein drittes heißes Eisen im Feuer hatte, wurde der kleine SK Wunderthausen damals Sechster der Deutschen Vereinsrangliste.

„Wenn solche Ergebnisse rausspringen, erhält man noch mal eine besondere Wertschätzung. Aber auch so hat es mir immer Spaß gemacht, mit den Kindern zu arbeiten“, betont Knoche: „Das habe ich auch bei meiner Ehrung gesagt.“

Streng aber fair

Von den aktuellen Schützlingen der 52-jährigen Wunderhäuserin weilte das Gros im Trainingslager in Oberhof. „Dagmar ist schon eine strenge Trainerin und treibt uns ganz schön an, wenn wir langsam oder nicht in der richtigen Technik laufen“, verriet Lea Hollenstein, die gestern zu den Gratulanten zählte. „ Aber sie ist fair und kümmert sich einfach um alles.“ Vom Fahren des Busses bei der ewigen Pendelei zum Training in Winterberg über das Material bis hin zum Schriftkram. Ehrensache für Knoche..

Die Einladung zur Gala des Deutschen Skiverband war ein verdienter Lohn. In Laupheim, wo die Veranstaltung anlässlich des 50. Geburtstages des Pistenbully-Herstellers Kässbohrer stattfand, herrschte vor der Gala ein Riesengewusel bei der offiziellen Einkleidung der DSV-Kadersportler. So viele Olympiasieger und Weltmeister auf einem Haufen gibt es selten zu sehen, vor allem nicht im Flachland.

Neben ihrer eigenen Ehrung erlebte Dagmar Knoche die emotionale Verabschiedung von Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster und die Verleihung des Goldenen Ski an Asse wie Markus Eisenbichler, Denis Hermann oder Eric Frenzel. Zum Festessen spielte eine Live-Band. Dagmar Knoche: „Das war schon eine tolle Atmosphäre. Dass ich dabei auch geehrt wurde, hat mich sehr stolz gemacht.“

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