Fußball-B-Liga

TSV Aue-Wingeshausen: Mit Identifikation zum Klassenerhalt

Die Stimmung ist gut, obwohl momentan an der Kondition gefeilt wird: In der Wester tummeln sich fast 20 Spieler beim Training von Übungsleiter Torben Belz. Der Aufsteiger aus Aue und Wingeshausen hat in diesem Jahr eine gute Mischung aus alten und jungen Spielern gefunden

Die Stimmung ist gut, obwohl momentan an der Kondition gefeilt wird: In der Wester tummeln sich fast 20 Spieler beim Training von Übungsleiter Torben Belz. Der Aufsteiger aus Aue und Wingeshausen hat in diesem Jahr eine gute Mischung aus alten und jungen Spielern gefunden

Foto: Yannik Lückel

Aue/Wingeshausen.  Der TSV Aue-Wingeshausen hat seine Kaderstrukturen umgestellt und neue Aufbruchsstimmung entfacht. Trainer und Team fiebern der Saison entgegen.

Vor nicht gar so langer Zeit hatte die Fußball-Abteilung des TSV Aue-Wingeshausen sportlich ihren Tiefpunkt erreicht. Als die erste Mannschaft im Jahr 2018 den bitteren Gang in die C-Kreisliga antreten musste, nachdem man zuvor durch einen verschossenen Elfmeter das Entscheidungsspiel gegen den SV Oberes Banfetal verloren hatte, drohte der Traditionsverein in der Versenkung zu verschwinden. „Überaltert“ sei die Mannschaft, die nur noch von der „goldenen Generation“ von vor zehn Jahren am leben gehalten wird, unkten nicht wenige Kritiker in Wittgenstein.

Nun – ein Jahr später – hat sich der Verein zurückgemeldet. Nicht nur gelang der Mannschaft von Trainer Torben Belz der Wiederaufstieg in die von Wittgensteiner Mannschaften gepflasterten B-Kreisliga, sondern hat es der TSV auch geschafft seine Strukturen komplett umzustellen. „Wir haben eine perfekte Mischung aus Jung und Alt gefunden. Der Umbruch war eins unserer wichtigsten Ziele“, erklärte Sportlicher Leiter Patrick Schröder am Rande der Trainingseinheit am Montagabend. Mit Jens Sonneborn und Marcel Euteneuer (beide 33 Jahre) hat die Elf von Trainer Belz zwei Leitwölfe im gehobenen Alter, Knipser Don von der Ahe (31) ist quasi so etwas wie das Bindeglied zu den „jungen Wilden“ beim TSV. Denn den Kern der Mannschaft bilden an der Wester mittlerweile eine ganze Reihe an 20-jährigen, hungrigen Burschen, die in jedem Training Vollgas geben.

So eben auch am vergangenen Montag, als Belz 18 Spieler zur Einheit begrüßen durfte. Eine Trainingsbeteiligung, mit der man als Trainer viel anfangen kann, wie auch der ehemalige TSV-Kicker weiß: „Wenn man nicht jede Woche einhundert Prozent gibt, dann erreicht man nichts. Die Spieler pushen sich gegenseitig. So stelle ich mir das vor.“

Spielnah arbeiten und Gas geben

Nach ein paar kurzen, prägnanten Ansagen im Spielerkreis schickte der Übungsleiter seine Jungs erstmal zum lockeren Einspielen, ehe es in Pedelsprints und Passübungen ordentlich zur Sache ging. Immer wieder angepeitscht von ihrem Trainer quälten sich die Aue-Wingeshäuser über den Kunstrasen in der Wester. „Wir wollen spielnah arbeiten und versuchen jede Übung mit Ball zu machen. Aber die Jungs dürfen das Training ruhig spüren“, grinste der 34-Jährige Belz in sich hinein, als er der Mannschaft eine kurze Atempause einräumte.

Es wird also ordentlich geschuftet in Wingeshausen, um die Klasse so schnell wie möglich zu halten. Nichts anderes ist das Ziel des TSV in dieser Spielzeit. „Wir können frei von der Leber weg spielen. Wir als Aufsteiger haben keinen Druck, aber wir wollen zeigen, dass wir in diese Liga gehören“, versicherte auch Schröder nochmals. Ins selbe Horn stößt da auch sein Übungsleiter, der sich von seiner Mannschaft für die kommende Spielzeit wünscht, „dass sie genau so weitermacht und mitzieht wie bisher.“

Koch als tragende Säule

Dabei mithelfen soll erneut Lars Koch. Trotz seiner jungen 21 Jahre ist der ehemalige Landesliga-Spieler des TuS Erndtebrück II eine absolute Säule in der Mannschaft von Torben Belz und wird auch deshalb in diesem Jahr die Kapitänsbinde tragen. „Dass Lars sich vor einem Jahr für uns, seinen Heimatverein, entschieden hat und andere Angebote ablehnte, hatte richtig Signalwirkung. Er fehlt bei keinem Training und geht immer voran “, verdeutlicht Belz die Wichtigkeit des jungen Spielmachers, der gemeinsam mit seinem Freundeskreis den Kern der Mannschaft bildet. „Die Identifikation mit dem Verein ist dadurch riesig. So steckt man auch Niederlagen leichter weg.“

Dementsprechend herrscht an der Wester große Vorfreude auf die anstehende B-Liga-Saison. Es weht frischer Wind beim TSV, der sich durch den Umbruch an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat und nun so viel Optimismus wie seit Jahren nicht mehr versprüht. Das hätte wohl nicht jeder so prognostiziert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben