Fußball-Oberliga

TuS Erndtebrück hat Klassenerhalt sicher

Gievenbecks Maximilian Brüwer (vorn) bugsiert den Ball nach dem Kopfball von Adnan Terzic (nicht im Bild) nach 90 Sekunden ins eigene Tor. Doch ein Brustlöser war der frühe Führungstreffer nicht für den TuS.

Gievenbecks Maximilian Brüwer (vorn) bugsiert den Ball nach dem Kopfball von Adnan Terzic (nicht im Bild) nach 90 Sekunden ins eigene Tor. Doch ein Brustlöser war der frühe Führungstreffer nicht für den TuS.

Foto: Hans Peter Kehrle

Erndtebrück.   2:0-Sieg gegen Absteiger 1. FC Gievenbeck. Trainer Michael Müller erleichtert.

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Fußball-Ästheten hätten sich mit Grausen abgewendet, wären sie am Pulverwald Zeugen des Oberliga-Spiels des TuS Erndtebrück gegen den 1. FC Gievenbeck geworden. Den Wittgensteinern wird das nach den vorletzten 90 Minuten dieser Saison wurscht sein. Sie haben den Kick 2:0 (1:0) gewonnen, 40 Punkte erreicht - und das Wichtigste: den Klassenerhalt geschafft.

„Das waren nervenaufreibende Wochen“, atmete Trainer Michael Müller nach der kurzen Oberliga-Reise mit seinem TuS auf. Dass er in der Pause des letzten Heimspiels noch mal so richtig laut werden musste in der Kabine, lag an dem Grottenkick seiner Mannschaft in den abgelaufenen 45 Minuten. Dabei hätte doch das frühe 1:0 nach 90 Sekunden eigentlich das Blei aus den Hosen plumpsen lassen müssen, das die Mannschaft mit sich herumschleppte. Da hatte sich Adnan Terzic nach dem ersten Eckball hoch geschraubt und mit Hilfe der Querlatte und Gievenbecks Innenverteidiger Maximilian Brüwer für das frühe 1:0 gesorgt.

Aber dieser Treffer brachte nicht die gewünschte Ruhe in die Erndtebrücker Aktionen. Vielmehr war Nervosität, um nicht zu sagen Angst, an der Tagesordnung. Kein Zusammenspiel von weiteren Torabschlüssen ganz zu schweigen. Zum Urteil „Katastrophe“ ließ sich Michael Müller auf dem Weg in die Pausenkabine hinreißen. „Ich turne da nicht an der Seitenlinie rum“, meinte er nachher, „ich spar mir die Kritik für die Halbzeitansprache auf.“

Da die Münsteraner immer mal wieder einen Nadelstich im Erndtebrücker Strafraum setzten, ihr Spiel zudem recht ordentlich anzusehen war, musste man Schlimmstes fürchten um den TuS. Nach einem Handspiel von Niklas Hunold im Fünfmeterraum, das Schiedsrichter Lars Bramkamp aus Hattingen übersah, hätte man sogar den Ausgleich vom Elfmeterpunkt fangen können.

Zum Glück gab es dann ja noch den zweiten Durchgang, in dem die Aktionen der Gäste zunehmend ungeordneter wurden, keine Gefahr mehr von ihnen ausging und der TuS wenigstens Ruhe in seine Aktionen brachte, es viel „hintenrum“ versuchte. „Wir wollten das Spiel nach Hause schaukeln“, beschreibt Philipp Böhmer sein letztes Heimspiel für die Erndtebrücker - der 31-Jährige wird den Verein nach sechs erfolgreichen Jahren auf jeden Fall verlassen, Ziel unbekannt. Und zum Glück fiel auch noch das zweite Tor, das die Fronten klärte. Abbas Attia war nach langen Ball aus der Tiefe allein vor Torhüter Reichel aufgetaucht, hatte die Nerven behalten und eine Viertelstunde vor Schluss für die Entscheidung gesorgt.

„Gut anzuschauen war das gewiss nicht. Aber du kannst in so einem Spiel keinen Hurra-Fußball spielen“, meinte Michael Müller, der sich nach dem Abpfiff ein Bierchen schmecken ließ. „Wir haben uns zusammengerauft und sind froh, dass wir es geschafft haben.“ Sonntag in Schermbeck wird er letztmals in der Oberliga an der Seitenlinie stehen.

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