Fußball-Bezirksliga

TuS Erndtebrück II: Ein Fehlstart mit vielen Facetten

Kapitän Burak Yildiz, Trainer Timm Schniegeler und Co-Trainer Sven Engelke sind nach der Niederlage im Kellerduell gegen den TuS Rumbeck ziemlich geknickt, haben während der Woche aber wieder Mut geschöpft. Beim TuS Voßwinkel steht das nächste wegweisende Spiel bevor.

Kapitän Burak Yildiz, Trainer Timm Schniegeler und Co-Trainer Sven Engelke sind nach der Niederlage im Kellerduell gegen den TuS Rumbeck ziemlich geknickt, haben während der Woche aber wieder Mut geschöpft. Beim TuS Voßwinkel steht das nächste wegweisende Spiel bevor.

Foto: Verein

Erndtebrück.  Der TuS Erndtebrück II will die Rote Laterne an den TuS Voßwinkel weiterreichen. Es gilt vor allem, die teils grotesken Gegentore abzustellen.

Bei der zweiten Mannschaft des TuS Erndtebrück läuft es in dieser Bezirksliga-Saison 2020/21 einfach nicht. Nach einem katastrophalen Start mit einem Punkt aus sechs Partien und einer Tordifferenz von 10:27 Toren steht die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz. Den kann die Pulverwald-Reserve am Sonntag (15.30 Uhr, Waldstadion) aus eigener Kraft verlassen, wenn sie beim Tabellenvorletzten, dem TuS Voßwinkel (zwei Punkte, 8:21 Tore), ihren ersten Sieg einfährt.

Dass das Potenzial dazu im Kader der Erndtebrücker steckt, gilt als ausgemacht, denn er ist gespickt von erfahrenen Bezirks- und Landesligakickern, talentierten Nachwuchsspielern und sporadisch auch Reservespielern der Oberligamannschaft. Woran müssen das Team und der Trainerstab rund um Chefcoach Timm Schniegeler arbeiten, um den abstiegsbedrohten TuS wieder in die Spur zu bringen?

Defensive

Bei 27 Gegentoren in 6 Spielen – im Schnitt also 4,5 pro Spiel – ist eine Abwehrschwäche nicht von der Hand zu weisen. Eine Aussage von Schniegeler zog sich durch die Berichte über die bisherigen Spiele: „Wir haben heute Geschenke verteilt.” Diese Worte fassen die fehlende Konzentration, die Verunsicherung und das teils grobmotorische Abwehrverhalten der TuS-Reserve gut zusammen. Gegen Rumbeck, Assinghausen oder Schmallenberg fing sich das Team in den Anfangsminuten teils groteske Gegentreffer, nach denen die Partie schon fast gelaufen schien. Es wirkte, als seien die Spieler in Gedanken gar nicht bei der Sache.

Mentalität

Nach so einem verkorksten Saisonstart ist es nicht immer leicht, erhobenen Hauptes in die nächste Partie zu gehen, doch bereits seit dem Auftaktspiel gegen Schmallenberg scheint den Erndtebrückern der Teamgeist und die Siegesmentalität zu fehlen. Indikatoren dafür sind die Rote Karte für Murtadha Jebur gegen Schmallenberg, der sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, und die blutleeren Auftritte in den Sechs-Punkte-Spielen gegen Assinghausen und Rumbeck.

Gerade in Anbetracht dessen, dass die Mannschaft laut Schniegeler „in der Woche davor eine Sitzung abgehalten habe und sich über den Ernst der Lage bewusst” war, hinterließ die jüngste Vorstellung einige Fragezeichen in den Köpfen der Zuschauer.

Torgefährlichkeit

Bezeichnend ist, dass Defensivspieler Sven Engelke und Debütant Louis Ngalia (jetzt Spieler der „Ersten“) mit zwei Treffern die gefährlichsten Torjäger sind. Auch wenn sich das Team oftmals einige Torchancen herausspielen konnte, fehlte den Erndtebrückern meist ein Stürmer im Strafraum, der diese auch verwandelte. Einige Spieler rufen ihr Potenzial noch nicht ab.

Kontinuität

Die auffälligste Baustelle der Erndtebrücker ist der fehlende rote Faden im Spiel. Nahezu wöchentlich veränderte sich die Startaufstellung auf vier bis sechs Positionen. Oftmals weiß Schniegeler erst am Freitagabend, welche Spieler ihm – auch wegen der Fluktuation im Oberligakader – zur Verfügung stehen. Die stetige Rotation verhindert, dass sich eine eingespielte Mannschaft entwickeln kann.

Diese ist jedoch nötig, um im Abstiegskampf bestehen zu können – zumal sich die Saison sich noch lange zieht. Andere Teams, etwa Lokalrivale Birkelbach oder der zurückliegende Gegner Rumbeck, sind den neu formierten Erndtebrückern herbei einige Schritte voraus.

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