3. Handball-Liga

TuS Ferndorf beherrscht das Derby

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Mehr als ein Hauch von Stählerwiese-Atmosphäre an der Halveraner Mühlenstraße: Fast 200 Ferndorf-Fans unterstützten ihre Mannschaft akustisch und visuell. 

Mehr als ein Hauch von Stählerwiese-Atmosphäre an der Halveraner Mühlenstraße: Fast 200 Ferndorf-Fans unterstützten ihre Mannschaft akustisch und visuell. 

Foto: Heiko Burbach

Halver.   Souveräner 30:19 (16:11)-Sieg bei der SG Schalksmühle-Halver. Alle 15 Spiele der Hinrunde gewonnen.

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass der TuS Ferndorf in der 3. Liga West bislang eine Klasse für sich ist, dann hat er den am Samstag erbracht. Und zwar auf eindrucksvolle Art und Weise. Das Südwestfalenderby und Hinrundenfinale beim ewigen Rivalen SG Schalksmühle-Halver gewann der Tabellenführer unerwartet locker und deutlich mit 30:19 (16:11). Es war eine Demonstration der Stärke der von fast 200 Fans unterstützten Ferndorfer Mannschaft.

„Wir haben heute gesehen, warum Ferndorf 15 von 15 Spielen gewonnen hat“, musste SGSH-Trainer Stefan Neff voller Respekt anerkennen, dass seine Mannschaft an diesem Abend in der mit 800 Zuschauer nicht ausverkauften Sporthalle Mühlenstraße nie eine Chance hatte gegen einen TuS Ferndorf, der auch das Handicap meisterte, ohne gelernten Linksaußen antreten zu müssen. Magnus Neitsch hatte sich am Donnerstag bei einem Autounfall ein Schleudertrauma und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Den linken Flügel musste – aus der Not heraus – Rückraumhüne Patrick Bettig besetzen. „Das hat doch ganz gut geklappt, obwohl ich seit acht Jahren nicht mehr von Linksaußen auf’s Tor geworfen habe“, schmunzelte der Attendorner nach getaner Arbeit.

Lucas Schneider in Galaform

Der Gast eröffnete gleich mit der notwendigen Spannung und Körpersprache, lag nur beim 0:1 durch SGSH-Spielmacher Alexandre Brüning zurück, übernahm dann aber schnell das Kommando. Die 6:0-Abwehr, in der Patrick Bettig und der von der von einer Erkältung noch geschwächte Branimir Koloper diesmal den Innenblock bildeten, formierte sich wie gehabt wie eine Mauer vor dem guten Kai Rottschäfer im Tor. Die Taktik von Trainer Michael Lerscht, die SGSH-Halben Lutz Wesseling und Fabian Hecker „anzulaufen“, erwies sich als richtiger Schachzug.

Selbst im Angriff, bis dato nicht das Prunkstück, lief es nahezu perfekt – allen voran Lucas Schneider, der seine vielleicht stärkste Leistung in dieser Saison zeigte. Auf 10:5 und 12:7 setzte sich Ferndorf ab, kam nur zwischen der 20. und 25. Minute ins Schlingern, als die SGSH auf 8:12 bzw. 11:14 verkürzte. Die Tore von Lucas Schneider und Jonas Faulenbach waren jedoch die richtigen Antworten, um zur Pause die Kräfteverhältnisse gerade zu rücken und mit einem Torepolster in die Kabine zu gehen.

Mit dieser breiten Brust kamen die Ferndorfer auch auf’s Parkett zurück, legten durch Mattis Michel, der am Sonntag zu einem dreitägigen Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft nach Warendorf reiste, auf Zuckerpass von Lucas Schneider zum 17:11 nach. Nur kurz muckte die SGSH, bei der sich Abwehrchef Todor Ruskov im Abschlusstraining eine Kapselverletzung zugezogen hatte und passen musste, auf, als Kreisläufer Dominic Luciano den Spielstand auf 14:18 aus SGSH-Sicht stellte.

Indes sollte sich die Hoffnung der Gastgeber, den Spitzenreiter jetzt vielleicht ein wenig nervös zu machen, schnell erledigen. Mattis Michel (2) sowie Julian und Lucas Schneider – jeweils per Gegenstoß nach Ballgewinn durch die Abwehr – sorgten mit ihren vier Toren in Serie zum 22:14 (41.) binnen weniger Minuten für die Vorentscheidung. Als Julian Schneider den Siebenmeter mit dem Glück des Tüchtigen zum 26:16 einnetzte, war der erste Zehn-Tore-Vorsprung für den TuS perfekt (49.), hatte sich in Halver endgültig Heimspielatmosphäre à la Stählerwiese breit gemacht.

Die treuen TuS-Fans wurden für die beschwerliche Anreise über Schnee und Eis entschädigt, denn „ihre“ Mannschaft zog das Ding bis zum Schluss durch, warf sie durch den ebenfalls restlos überzeugenden Jonas Faulenbach nach 55 Minuten gar einen Zwölf-Tore-Vorsprung heraus gegen einen resignierenden Gastgeber, der an diesem einseitigen Abend gegen einen TuS Ferndorf in Aufstiegsform nicht den Hauch einer Chance hatte.

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