2. Handball-Bundesliga

TuS Ferndorf erneut ohne Sieg

Zufriedenheit sieht anders aus: Ferndorfs Trainer Michael Lerscht war mit der Leistung seines Teams nicht einverstanden.  

Zufriedenheit sieht anders aus: Ferndorfs Trainer Michael Lerscht war mit der Leistung seines Teams nicht einverstanden.  

Foto: Reinhold Becher

Kreuztal.  Beim glücklichen 28:28 gegen die HSG Konstanz erzielte Julius Lindskog Andersson fast in letzter Sekunde den Ausgleich.

Reisefertig, mit Sack und Pack, wartete Daniel Eblen nach den 60 Handball-Minuten in den Katakomben der Sporthalle Stählerwiese. Vor ihm das Mikrofon, durch das die Trainer dieses 28:28 (12:16) im Ferndorfer Zweitliga-Duell gegen die HSG Konstanz einordnen sollten. „Ich glaub’, ich fang schon mal an“, stand der Mann vom Bodensee buchstäblich auf heißen Kohlen. „Unser Bus wartet, der muss noch die Fähre erwischen...“ Vor der gut siebenstündigen Rückfahrt durch die frostige Nacht tief in den Süden aber wollten die ausharrenden Zuschauer die Statements schon noch gern hören.

Moderator Roger Becker mit Michael Lerscht im „Schlepptau“ hatten sich Zeit gelassen. „Wir haben dich gesucht - und dann stehst du schon hier... “, klärten die beiden Gastgeber auf.

Bärenstarker Schwede

Nun, wie die Trainer hatten auch die Besucher im Foyer gesehen, dass es ein glücklicher Punktgewinn für die Ferndorfer war in diesem Kellerduell. Lief der TuS doch fast die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterher. „Wir lösen endlich mal den letzten Ball“, hatte Michael Lerscht die vorausgegangenen drei Spiele im Blick, als die Gegner Gummerbach, Hamm und Dresden jeweils das letzte Wort hatten und für den TuS nur ein Pünktchen statt der durchaus möglichen sechs heraus gesprungen war.

Diesmal sicherte in der Schlusssekunde der bärenstarke Julius Lindskog Andersson mit seinem neunten Treffer den Nordsiegerländern einen wichtigen Zähler, der Mitte der zweiten Hälfte bereits in weiter Ferne zu liegen schien.

Da führte der Gast 22:17 und hatte alle Schwächen der Ferndorfer offen gelegt. Viel zu leicht waren die Konstanzer 42 Minuten lang durch die Deckung marschiert, den freien Schützen hatten sie allzu oft bis an den Kreis gebracht. So hatte der Fünf-Tore-Rückstand, erstmals beim 6:11 in der 18. Minute registriert, lange Bestand.

War die Deckung löchrig, Lerscht machte über weite Strecken die fehlende Querbewegung verantwortlich, ließ auch der Angriff kaum Hoffnung aufkommen, an diesem Rückstand noch zu kratzen. Über die Außen gelang lange nichts, erst in der Aufholjagd der letzten 18 Minuten trat von rechts Tim Rüdiger in den Blickpunkt.

Zu genau genommen

In der Zentrale kamen jetzt die Verlagerungen des zuvor nicht eingesetzten, weil angeschlagenen Marijan Basic zum Tragen, der die nötigen Varianten ins Spiel brachte. Als der in der 48. Minute wieder vom Feld humpelte, hatten vier Tore in Serie den TuS auf 21:22 heran gebracht. Patrick Weber sorgte Sekunden später im nun einigermaßen gefundenen Rhythmus unter dem Jubel der Fans für den ersten Ausgleich nach langer Zeit. Dass es in den letzten zehn Minuten nicht mehr wurde - die Chance zur Führung bot sich drei Mal - lag dann an den Fehlversuchen, bei denen es Weber zwei Mal und Lindskog Andersson zu genau machen wollten.

So legen die nach ihrer Durststrecke wieder erholt wirkenden Konstanzer jeweils einen Treffer vor, Ferndorf läuft weiter einem Rückstand nach. Das kostet Nerven. Und als Paul Kaletsch seinen vierten Siebenmeter in der gerade angebrochenen Schlussminute zum 28:27 für die HSG verwandelt, fühlen sich die Ferndorfer an die Vorwochen erinnert, in denen die Gegner jeweils das letzte Wort hatten.

Diesmal aber fruchtet die 20 Sekunden vor Schluss „eingeworfene“ Auszeit, Lindskog Andersson kommt aus sieben Metern halbrechts zum Zuge und trifft zum neunten Mal - der Ausgleich.

Ferndorf: Puhl, Hottgenroth; Faulenbach (2), Basic (1), Lucas Schneider, Michel, Julian Schneider, Barwitzki (1), Bornemann (3), Rüdiger (5), Lindskog Andersson (9/3), Koloper, Weber (5), Rink (2).

Konstanz: Wolf; Schlaich (3), Czako (3), Hild (2), Wolf (5), Wiederstein (2), Kaletsch (7/4), Maier-Hasselmann (1), Beckmann (5).

Schiedsrichter: Hillebrand/Unbescheidt.

Spielfilm: 2:1 (2.), 4:4 (7.), 6:10 (14.), 12:16 (Halbzeit); 17:22 (42.), 22:22 (49.), 27:28 (60.), 28:28 (Schluss).

Zuschauer: 952.

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