2. Handball-Bundesliga

TuS Ferndorf: Rückschlag am Bodensee

Aron Czako stoppt hier den jungen Ferndorfer Spielmacher Torben Matzken. Im Hintergrund Patrick Weber.

Aron Czako stoppt hier den jungen Ferndorfer Spielmacher Torben Matzken. Im Hintergrund Patrick Weber.

Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Albrecht

Handball-Zweitligist TuS Ferndorf hat in Konstanz einen Rückschlag und eine Niederlage hinnehmen müssen. Warum nach dem 18:14 nichts mehr ging.

Konstanz. Robert Andersson, Trainer des Handball-Zweitligisten TuS Ferndorf, hatte unmittelbar nach dem Überraschungssieg unter der Woche gegen den ASV Hamm-Westfalen sein Team davor gewarnt, jetzt nicht nachzulassen, sondern auch einen Gegner wie die HSG Konstanz ernst zu nehmen. Nun, die Worte des Schweden gingen bei den meisten TuS-Spielern ins linke Ohr, aber aus dem rechten schnell wieder heraus und blieben nicht in den Köpfen stecken.

Anders war die 26:29 (13:12)-Niederlage bei der HSG Konstanz nicht zu erklären. Ferndorf knüpfte in jeder Beziehung nicht an die Leistung aus dem Hamm-Spiel an und wurde von den Bodensee-Handballern mit den Mitteln bezwungen, mit denen der TuS eben Hamm in die Knie gezwungen hatte: Aggressivität in der Abwehr, Leidenschaft auf hohem Niveau, gute Torhüter.

Kaum flüssige Angriffe

Die Partie stand für den TuS unter einem schlechten Stern, weil Jonas Faulenbach bei der Abreise am Samstag im Bus fehlte. Der Kapitän hat sich einen Sehnenteilriss in der Schulter des rechten Wurfarms zugezogen – hört sich schlimm an, doch Sportlicher Leiter Mirza Sijaric hofft, „dass Fauli nur die beiden nächsten Spiele ausfällt.“ Für Faulenbach beorderte Andersson den Spanier Toni Sario in die Startformation, gab Julian Schneider auf der „Mitte“ den Vorzug vor Torben Matzken und schenkte im Tor Tim Hottgenroth nach seiner überragenden Leistung gegen Hamm das Vertrauen.

Auffällig war, dass sich die Gäste im gebundenen Angriffsspiel von Beginn an schwer taten, fehlte es an flüssigen Aktionen und mangelte es an Druck auf die Konstanzer Abwehr. Weil aber auch die TuS-Deckung zunächst sicher stand, „nur“ HSG-Alleinunterhalter Tom Wolf nicht in den Griff bekam, war vorerst Torarmut angesagt.

Das änderte sich erst, als bei Ferndorf der komplette Rückraum getauscht wurde: Lucas Schneider für Andreas Bornemann, Torben Matzken für Julian Schneider, Patrick Weber für Toni Sario. Weber, gegen Hamm nur mit einem Kurzeinsatz nach überstandener Rückenverletzung, brachte sich gleich gut ein, traf zum 13:10, der nach dem 12:9 zweiten Drei-Tore-Führung der Siegerländer, die ihren auffälligsten Akteur in Halbzeit eins jedoch im sechsfachen Torschützen Josip Eres hatten.

Weniger dürfte Andersson gefallen haben, dass sich sein Team unmittelbar vor der Pause eine Konzentrationsschwäche leistete, die für den weiteren Spielverlauf sogar noch entscheidenden Einfluss haben sollte. Anstatt in (doppelte) Überzahl sogar auf vier Treffer wegzuziehen, schmolz der Vorsprung auf ein Tor (12:13) zusammen und hatte der TuS sogar noch Glück hatte, dass der Schrittfehler von Lucas Schneider nicht noch mit dem Ausgleich bestraft wurde.

Patrick Weber auf einem guten Weg

Schwamm drüber, sollte man meinen, denn Ferndorf eröffnete Halbzeit zwei mit einem Weberschen Doppelschlag und dem Tor von Lukas Pechy zum 16:12 (33.), doch diese Vier-Tore-Führung, die bis zum 18:14 Bestand hatte, wog Ferndorf in einer trügerischen Sicherheit. Nach dem Motto „wird schon klappen“ brach die Statik des TuS-Spiels plötzlich zusammen, verpuffte der Schwung so schnell wie er gekommen war, machte Ferndorf den Gegner stark, der aus dem Vier-Tore-Rückstand erst eine knappe (19:18/40.), dann eine deutliche Führung (24:20/50.) fabrizierte.

Konstanz nutzte immer öfter die Lücken in der TuS-Abwehr, erwischten Tim Wolf, die Torhüter Tim Hottgenroth und Fynn Beckmann (zusammen 20 Tore) die Keeper Marin Durica meist mit tiefen Würfen oder Aufsetzern, während sich die Gäste nur durch die Einzelaktionen von Patrick Weber und Andreas Bornemann (jeweils fünf Tore in der zweiten Halbzeit) über Wasser hielten. Der Schaden aber waren irreparabel, die zweite Niederlage nicht mehr aufzuhalten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben