2. Handball-Bundesliga

TuS Ferndorf verliert rasantes Spiel in Essen

Bester Ferndorfer bei der Niederlage in Essen: Julius Lindskog Andersson, der sich hier gegen Dennis Szcezesny (l.) und Tim Zechel durchsetzt.

Bester Ferndorfer bei der Niederlage in Essen: Julius Lindskog Andersson, der sich hier gegen Dennis Szcezesny (l.) und Tim Zechel durchsetzt.

Foto: Julian Kaiser

Essen.   Zu viele Gegentore in erster Halbzeit. Tolle Aufholjagd wird am Ende nicht belohnt.

Julian Schneider, Urgestein des TuS Ferndorf, wird sich wohl auch heute noch in den Allerwertesten beißen, sollte er sich das Video vom Zweitliga-Spiel am Freitagabend bei TuSEM Essen nochmal reinziehen (wollen). Es gab da in einem auf des Messers Schneide stehenden Spiel nämlich eine Szene, die die Partie womöglich dann doch noch in die Essener Richtung lenkte: Ferndorf liegt mit 26:27 zurück, ist aber drauf und dran, nach klarem Rückstand den TuSEM noch niederzuringen. Ballgewinn in der Abwehr, Julian Schneider auf dem Weg Richtung Essener Tor, ein übermotivierter – und misslungener – Fernwurf aus zwölf Metern, Sprint zurück, Carsten Ridder bei dessen Treffer zum 28:26 behindert, Zeitstrafe kassiert. In Überzahl macht David Akakpo mit dem 29:26 (57.). den Deckel drauf. Tja, so kann es laufen...

Veritable Aufholjagd

Das alles war für Julian Schneider deshalb besonders ärgerlich, weil zuvor nämlich als „Abfangjäger“ den Essener Rückraum so dermaßen irritiert hatte, dass der beste Angriff der 2. Liga immer größere Probleme bekam, sich gegen die Ferndorfer Abwehr aus der zweiten Reihe durchzusetzen. So stieg die Zahl der Essener Fehlwürfe in dem Maß, in dem Ferndorf sich reinsteigerte, den scheinbar aussichtslosen 15:20-Rückstand mit einer Energieleistung aufholte. Und das binnen weniger Minuten. Angeführt von einem überragenden Julius Lindskog Andersson, der es am Ende auf sieben Tore brachte, wuchs der Ferndorfer Rückraum in diesen Minuten über sich hinaus. Für das 20:20 sorgte jedoch Lukas Zerbe per Gegenstoß (40.). Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Tim Hottgenroth, legitimer Nachfolger von Kai Rottschäfer, avancierte in diesem Sog zu einem starken Rückhalt. Bis zum 26:26 hielt Ferndorf die Partie jederzeit offen. Als nacheinander Lindskog Andersson und Moritz Barwitzki am bis dahin mäßigen Sebastian Bliss scheiterten und Julian Schneider mit eben jener Harakiri-Aktion beste Chancen vergaben, ging es doch noch dahin für Ferndorf. Am Ende waren es wohl auch die größeren Kraftreserven und ein paar glückliche Entscheidungen der Schiedsrichter Müller/Müller, die den Ausschlag für Essen gaben.

Abwehr zunächst nicht im Bilde

Nicht zufrieden durfte Ferndorfs Trainer Michael Lerscht allerdings – und das darf hier nicht verschwiegen werden – mit der ersten Halbzeit sein. „17 Tore sind einfach viel zu viele“, meinte der Gernsdorfer. Beide Teams legten ohne jegliche Manschetten los, lieferten sich in den ersten Minuten einen offenen, entsprechend torreichen Schlagabtausch mit anfänglicher Führung für den TuS Ferndorf mit einem gut beginnenden Jonas Faulenbach, der den Vorsprung sogar auf 4:2 ausbaute (5.). Nun, in diesem Hurra-Stil ging es für die Kreuztaler allerdings nicht weiter, weil sich die Essener Deckung zunehmend besser auf den TuS-Rückraum programmiert hatte, immer wieder aus dem Abwehrverbund mit zwei Mann rausrückte.

Der von allen Positionen wurfgewaltige Essener Rückraum riss die sonst so „dichte“ TuS-Abwehr, in der Thomas Rink nach einem Zusammenprall mit Dennis Szczesny einen Cut davontrug und in dieser Phase von Mattis Michel ersetzt wurde, immer öfter auseinander. So war es kein Wunder, dass Ferndorfs Rückstand wuchs und wuchs, das 13:17 zur Pause den Kräfteverhältnissen entsprach.

Essen: Bliss, Borchert - Witzke, Akakpo (1), Szczesny (3), Ridder (3), Müller (2), Firnhaber (7), Klingler (1), Skroblien (7/1), Ingenpaß, Zechel (7).

TuS: Rottschäfer, Hottgenroth - Faulenbach (7), Basic, M. Michel (1), Neitsch (1), Wörner (5), Zerbe (5/3), J. Schneider (1), Barwitzki (1), Lindskog Andersson (7/1), Koloper, Müller, Rink (1).

Schiedsrichter: Lukas Müller/Robert Müller.

Zuschauer: 2031.

Zeitstrafen: TuSEM 1, TuS 4.

Spielfilm: 2:2 (4.), 2:4 (6.), 5:4 (9.), 7:7 (14.), 12:9 (20.), 14:10 (25.), 17:13 (Halbzeit), 20:15 (35.), 20:20 (40.), 22:22 (43.), 24:22 (45.), 24:24 (50.),26:26 (52.), 29:26 (57.), 32:29 (Ende).

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