Basketball

SG Wallau/Laasphe: Solides Mittelfeld statt derbe Klatschen

Max Jung (weißes Trikot) ist bei der SG Wallau/Laasphe mit für den Spielaufbau zuständig. Er wechselt auch auf die Flügel-Positionen, wo Drei-Punkte-Würfe zu seinen Stärken zählen. Trotz vieler Unwägbarkeiten findet er immer einen Weg in die Halle der Badestädter.

Max Jung (weißes Trikot) ist bei der SG Wallau/Laasphe mit für den Spielaufbau zuständig. Er wechselt auch auf die Flügel-Positionen, wo Drei-Punkte-Würfe zu seinen Stärken zählen. Trotz vieler Unwägbarkeiten findet er immer einen Weg in die Halle der Badestädter.

Foto: Florian Runte

Bad Laasphe.  Max Jung von der SG Wallau/Laasphe spricht über lange Auswärtsfahrten, böse Niederlagen und schwierige Trainingszustände

Als Max Jung an sein Telefon hechtet, kommt er gerade von der Arbeit zurück. Die Wohnung in Siegen, seine Freundin arbeitet in Bochum, Kumpels und Basketball warten in Bad Laasphe.

„Es ist wirklich nicht leicht, immer alles unter einen Hut zu bekommen. Ich schaue, dass ich mindestens einmal pro Woche mit der Truppe trainieren kann und es zum Spiel schaffe“, schildert der 27-Jährige Flügel- und Aufbauspieler der SG Wallau/ Laasphe das wöchentliche Hin und Her. Welcher Spieler es zu Training und Spiel schafft, wird auch diese Saison wieder zentrale Frage und gleichzeitige Antwort auf den Ausgang der Saison sein.

Auf dem Parkett „verprügelt“

Denn Personalnot und Trainingsbeteiligung waren in den letzten Jahren ein schwieriges Thema. Das liegt jedoch nicht an dem Charakter oder dem Zusammenhalt der Mannschaft, stellt Jung klar.

„Ganz im Gegenteil. Im Vergleich zu anderen Teams, wo sämtliche Spieler vor Ort wohnen, haben bei uns die Spieler seit Jahren lange Wege.“ Christian Gräser aus dem Raum Olpe oder Marco Petrovic aus Marburg sind nur zwei solcher Beispiele. Jung selbst erinnert sich dabei an Freitagsspiele, an Touren mit nur fünf, sechs Spielern nach „irgendwo noch hinter Gießen“, wo man dann nach einem langen Bürotag auf dem Parkett „verprügelt“ wurde.

Er räumt ein, dass er mehrmals an dem Punkt war, wo ihm Aufhören nicht nur logisch, sondern auch sinnvoll vorkam. Vor dieser Saison habe man sich zusammengesetzt und Dinge klar angesprochen: „Ich weiß, dass sich das traurig anhört, aber wir haben beschlossen, dass bei mindestens zwei Einheiten im Monat alle am Start sein sollten.“ So wenig dies auch klingt, so funktioniert die Beteiligung mittlerweile wieder so, dass man sich „nicht nur an den Spieltagen sieht“ – das war in der Vergangenheit nicht immer so.

Und dann sind da nicht nur die über zwanzig Jahre Mitgliedschaft und Verbundenheit zum Laaspher Basketball und den Kumpels, sondern eben auch Spiele wie das letzte gegen den TV Dillenburg, in denen Jung die Liebe zum Spiel um seiner selbst willen wiederentdeckt.

Krimi gegen den Titelanwärter

„Auch die Gegner meinten danach ‚Was für ein Spiel!‘. Es war wieder so typisch Basketball – eigentlich ein Spiel der Läufe und am Ende fällt ein Dreier nach dem anderen.“ So wurde die Partie gegen den Titelanwärter aus der Oranienstadt zum Ende hin ein echter Krimi, den die SG Wallau/ Laasphe haarscharf mit 69:70 verlor. Bislang gab es zwei Niederlagen in zwei Spielen, doch gibt es keinen Grund für negative Kurzschlüsse. „Beide bisherigen Gegner, Dillenburg und Kinzenbach, wollen und werden um den Aufstieg mitspielen. Und so muss man die Niederlagen auch im Endeffekt einordnen“, sagt Jung.

Vor allem Rückkehrer Marco Petrovic sei nach seiner schweren Knieverletzung für die Qualität enorm wichtig. Jung wünscht sich nach Höhen und Tiefen der letzten Jahre daher wieder mehr Konstanz: „Die Liga ist homogen, generell ist jedes Team schlagbar. Ich hoffe also, dass wir uns Ende im soliden Mittelfeld wiederfinden.“ Konstanz in der Liga ist auch für die Zukunft der Jugendabteilung wichtig. In ländlichen Gegenden wie Wittgenstein stehen bei einer Sportart, deren Wurzeln in urbanen Distrikten amerikanischer Großstädte liegen, Kinder und Jugendliche nicht unbedingt Schlange.

Nachwuchs gibt Hoffnung

Trotzdem ist Jung guter Dinge: „Erst einmal bin ich froh darüber, dass wir eine U16-Jugendmannschaft stellen können und sehe da klar Hoffnung für uns.“

Der Sprung ist trotzdem ein anderer, als noch zu Jungs ersten Basketball-Schritten. Er konnte im Verein noch sämtliche Altersklassen bis zur Volljährigkeit durchspielen, ehe er schließlich zu den Senioren stieß.

Max Jung gehört in diese Riege von Basketballern, die in ihrer Jugend ständig an öffentlichen Körben „zockte“ und dabei ihren NBA-Idolen nacheiferte. Bei ihm waren das Typen wie Vince Carter oder Dennis Rodman, bei denen vor allem „diese absolute Hingabe, den Ball mit allen Mitteln haben oder verteidigen zu wollen“ beeindruckte. Auch für die SG Wallau/Laasphe sicherlich kein schlechter Ansatz für eine erfolgreiche Saison 2019/2020.

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