Frauenhandball

TVE Netphen feiert ausgelassen

Da blieb kein Auge trocken: Die Netphener Handballfrauen, hier mit Trainer Matthias Hoffmann, feiern erst in Minden, dann im Siegerland den sensationellen Meistertitel

Da blieb kein Auge trocken: Die Netphener Handballfrauen, hier mit Trainer Matthias Hoffmann, feiern erst in Minden, dann im Siegerland den sensationellen Meistertitel

Foto: Lutz Großmann

Minden/Netphen.   Oberliga-Meistertitel und Aufstieg in die 3. Liga kommen einer Sensation gleich. Das ganze Wochenende wird gefeiert.

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Als am Samstagabend in der Sporthalle im Mindener Stadtteil Stemmer die Schlusssirene ertönte, war die Sensation perfekt! Mit 32:24 (15:10) hatten die Handballfrauen des TVE Netphen das letzte Oberliga-Spiel in dieser Saison beim HSV Minden-Nord gewonnen und mit einer phasenweise meisterlichen Leistung ihr Meisterstück gemacht.

Rosa Meister-Shirts

Platz eins in der Oberliga Westfalen, Aufstieg in die 3. Liga – angesichts des größten Erfolgs in der Geschichte der Netphener Handballabteilung gab’s kein Halten mehr, liefen die Spielerinnen erst wild durcheinander über’s Hallenparkett, jubelten dann in den hervorgekramten rosa Aufstiegs-Shirts gemeinsam im Kreis mit den Trainern Matthias Hoffmann und Guido Fliegener, den Betreuern Benedikt Steinebach und Helena Fiterer. Inzwischen war auch ein Großteil der rund 80 Fans, die den 250 km langen Weg in den nordöstlichen Zipfel NRWs in zwei Bussen auf sich genommen hatten, um „ihre“ Mannschaft an diesem entscheidenden Tag zu unterstützen und mit ihr zu feiern, über die Bande geklettert und mischte fröhlich mit. Der Abstieg des Hamburger SV aus der Fußball-Bundesliga und der Aufstieg des TVE Netphen in die 3. Frauenhandball-Liga – dieser Samstag bekam wahrlich historische Dimensionen.

Nach Buspanne um 7.30 Uhr zurück

„Oberliga-Überflieger, hey, hey, hey...“ skandierten die Netphener Spielerinnen, verabreichten vor der Halle einem immer noch ungläubig dreinschauenden Matthias Hoffmann eine erfrischende Sektdusche und starteten an diesem milden Samstagabend am Rande des Wiehengebirges einen Feier-Marathon sondergleichen, der sich über das gesamte Wochenende zog. Was in Minden-Nord begann, setzte sich am späten Abend und in der Nacht bei der Rückfahrt im Bus fort.

Der erreichte das Siegerland nach einer Panne zwar erst um 7.30 (!) Uhr, doch tat dies der freudetrunkenen Stimmung keinen Abbruch. Am Sonntagvormittag ging’s – natürlich in kompletter Kaderstärke – mit einer lustigen, auf die Schnelle improvisierten Planwagenfahrt weiter. Und im TVE-Vereinsheim wartete die nächste Party. Die meisten Spielerinnen taten gut daran, sich den Montag frei zu nehmen.

Nicht nur Matthias Hoffmann, der Meistermacher und ruhende Pol, wird wohl noch ein paar Tage brauchen um zu realisieren, was da am Samstagabend passiert war und was jetzt Wirklichkeit ist. „Für mich ist das eine Riesensensation – vor allem, wenn man den Saisonverlauf betrachtet“, sagte der Trainer, dem die Anspannung übrigens während des „Spiels der Spiele“ kaum anzumerken war. Nach dem 34:23-Sieg gegen Dortmund Anfang April habe man „alles neu justiert“. Netphen witterte Morgenluft, reifte der Gedanke an Titel und Aufstieg, wuchs das Selbstvertrauen in dem Maß, mit dem es der Kontrahent einbüßte. Der ASC leistete sich zwei weitere Niederlagen, reichten ihm auch die drei jüngsten Erfolge nicht, um wie entfesselt aufspielende Netphenerinnen, die nach dem 35:20 gegen Bad Salzuflen die Tabellenführung übernahmen und mit drei weiteren Siegen in Folge den Ein-Punkte-Vorsprung bewahrten, doch noch abzufangen. In Minden hätte übrigens auch ein Unentschieden gereicht.

Der krönende Abschluss

Hannah Kania, eine der Leistungsträgerinnen: „Niemals hätten wir damit gerechnet. Jetzt spielen wir 3. Liga. Das wird hart, aber wir packen das!“ Lena Müller-Lechtenfeld, mit 19 Jahren die Jüngste im Kader und ein Netphener Eigengewächs, ergänzte freudestrahlend: „Für diesen Moment haben wir trainiert. Es war der krönende Abschluss einer unfassbaren Saison für uns.“

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