Volleyball

VC 73 Freudenberg: Trainer übt Kritik an Verbandsentscheid

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Für Außenangreifer Jannis Bürger und den VC 73 Freudenberg, hier im Spiel gegen die DJK Delbrück, ist die Saison 2020/2021 vorzeitig beendet. Der Verein will erneut für die 3. Liga melden.

Für Außenangreifer Jannis Bürger und den VC 73 Freudenberg, hier im Spiel gegen die DJK Delbrück, ist die Saison 2020/2021 vorzeitig beendet. Der Verein will erneut für die 3. Liga melden.

Foto: Rene Traut

Für Norbert Homrighausen, die Trainerlegende des VC 73 Freudenberg, kommt die Absage der gesamten Saison zu spät. Das sind seine Argumente.

Freudenberg/Neunkirchen. Vor mehr als vier Monaten, genau am 17. Oktober 2020, hat der VC 73 Freudenberg sein bis dato letztes Punktspiel in der 3. Liga West bestritten, holte damals bei der 2:3-Niederlage in Hörde einen Punkt. Acht Tage später sollten die Volleyballfrauen der VTV Freier Grund zu ihrem vorerst letzten Liga-Einsatz kommen, gab es am 25. Oktober beim TV Gladbeck ein 1:3. Danach fiel die Klappe, wurde die Saison im Zuge des „Lockdown light“ in allen Volleyball-Amateurklassen unterbrochen. Seit vergangenen Freitag steht fest: Die Spielzeit 2020/2021 wird nicht mehr aufgenommen, die Saison de facto annulliert, für „nicht gespielt“ erklärt (wir berichteten kurz).

Von Professionalität keine Spur

Für Norbert Homrighausen, Trainer-Ikone des VC 73 Freudenberg, kommt diese Verbandsentscheidung reichlich spät: „Ich hätte mir das früher gewünscht. Es war lange klar, dass eine komplette Saison unter Einhaltung der zeitlichen Fristen nie hätte absolviert werden können. Wir hätten zum Beispiel noch 17 Spiele austragen müssen. Trotzdem haben sich die Verbände bis vor wenigen Tagen Optionen offen gehalten.“

Diese Verzögerung gab es wohl auch deshalb, weil man die 3. Liga als „semi-professionelle“ Spielklasse einstufen möchte, ähnlich wie im Fußball. Für Norbert Homrighausen geht diese strategische Aufwertung in die falsche Richtung: „In der 3. Liga sind alle auf Amateursport ausgerichtet. Bei uns gehen die meisten Spieler einem ordentlichen Beruf nach. Wie sollen wir da unter der Woche zu einem Auswärtsspiel nach Lüneburg oder sonst wohin fahren?“

Stichtag ist der 15. Mai

Deshalb geht Homrighausen mit dem jetzt entschiedenen Saisonabbruch konform: „Endlich wissen alle, woran sie sind und können in Ruhe die Zukunft planen.“

Ob diese bei den „Fleckern“ erneut in der dritthöchsten Klasse liegen wird? Bis zum 15. Mai müssen sich die Vereine erklären, in welcher Liga sie in der Spielzeit 2021/2022 antreten wollen. Geht es nach dem Wunsch und Willen Norbert Homrighausens, verbleibt der VC 73 Freudenberg in der 3. Liga, obwohl er zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung Ende Oktober 2020 auf einem Abstiegsplatz lag.

„Ich bin bis heute davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt geschafft hätten. Die Mannschaft war in sich gefestigt. Außerdem haben wir so viel in Trainingsumfänge, Sponsoring usw. investiert, um die 3. Liga angehen zu können, das wollen wir jetzt nicht alles wegwerfen. Und die Spieler haben es sich auch verdient, eine komplette Saison in dieser Klasse zu bestreiten“, sieht der „Trainer des Jahres 2019“ unserer Zeitung mehrere Gründe, sich für einen Verbleib in der 3. Liga zu entscheiden.

Simon van Vianen vor dem Absprung

Allerdings wartet er noch auf weitere Rückmeldungen aus dem Mannschaftskreis, „doch geht die Tendenz in eine klare Richtung.“

Zudem zeichnet sich ab, dass das Gerüst der Mannschaft bei der Stange bleibt, selbst ein Routinier wie Jonas Waffenschmidt angedeutet hat, quasi „mit Verspätung“ mehr als nur bei ausgesuchten Spielen aushelfen zu wollen. Ein Akteur wird aller Voraussicht nach jedoch nicht mehr zur Verfügung stehen: Der 20-jährige Mittelblocker Simon van Vianen, in Personalunion Damen-Trainer in Olpe, wird studienbedingt in die Niederlande gehen.

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