Fußball-Landesliga

VfL Bad Berleburg: Genug gehadert! Neuer Elan am Stöppel

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Zum Haareraufen: Martin Uvira, Trainer des VfL Bad Berleburg, hat eine Landesliga-Hinrunde voller Enttäuschungen erlebt. Nach der Winterpause will er mit seiner Mannschaft allerdings neu angreifen und den fünften Klassenerhalt in Folge am Stöppel feiern.

Zum Haareraufen: Martin Uvira, Trainer des VfL Bad Berleburg, hat eine Landesliga-Hinrunde voller Enttäuschungen erlebt. Nach der Winterpause will er mit seiner Mannschaft allerdings neu angreifen und den fünften Klassenerhalt in Folge am Stöppel feiern.

Foto: Florian Runte

Bad Berleburg.  Der VfL Bad Berleburg hat eine Hinrunde zum Vergessen hinter sich. Ausreden sucht die Uvira-Elf allerdings nicht.

Nach einer mehr als enttäuschenden Hinserie belegt der VfL Bad Berleburg, in dieser Saison vom Pech verfolgt, mit acht Punkten den letzten Tabellenplatz in der Fußball-Landesliga. Der Mannschaft fehlte eben nicht nur Spielglück, Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung, sondern sie wurde auch buchstäblich vom ersten Tag an vom Verletzungspech geplagt. Gegen Ende der Hinrunde komplettierten A-Jugendspieler und Kicker aus der zweiten Mannschaft regelmäßig den Kader.

Für VfL-Kapitän Yannik Lückel sind das trotzdem keine Entschuldigungen für das bisher schlechte Abschneiden: „Ich bin kein Freund von Ausreden. Wenn du nach der Hälfte der Saison Letzter bist, hast du nicht viel richtig gemacht“, urteilt der 29-Jährige. Da die Tabellensituation jedoch keineswegs aussichtslos erscheint, sieht Lückel auch noch keinen Grund zur Schwarzmalerei: „Man darf das alles nicht überbewerten. Vom rettenden Ufer trennen uns nicht mehr als fünf oder sechs Punkte.“ Laut ihm sei das „der Streifen Hoffnung am Horizont, der die Mannschaft an den Nichtabstieg glauben lässt“.

Es fehlt an Erfahrung

Martin Uvira, der Trainer der Berleburger, ist von der verkorksten Hinrunde indes wenig überrascht und sieht die Situation nüchtern: „Nach acht Monaten Pause und mit unserem enormen Verletzungspech war mir klar, dass die Hinrunde nicht gut laufen würde.“

Ursachen dafür findet der Trainer im verletzungsbedingt ausgedünnten Kader, mangelnder Erfahrung und fehlendem Spielglück: „Erfahrene Spieler wie Kai Dengler oder Sascha Schwarz verletzen sich zum Saisonstart, irgendwann haben wir nur noch mit neun Leuten trainiert.“ Uvira fügt an: „Teilweise standen mit Steven Lichy, Yannik Lückel und Christopher Geisler nur drei erfahrene Spieler auf dem Platz, der Rest war jünger als 22 Jahre. Erfahrene Gegner nutzen unsere Fehler dann natürlich aus.“

„Gerade in den letzten Spielen mussten die 13 gleichen Leute in allen Trainingseinheiten und Spielen immer Vollgas geben, das verschleißt einfach“, sieht auch der Kapitän im dünn besetzten Kader einen ausschlaggebenden Faktor für das schwache Abschneiden zur Halbserie. Besonders hat man diese Probleme in den wichtigen Spielen gegen den VSV Wenden und den SC Drolshagen gemerkt, in denen die Mannschaft von Uvira in den letzten Minuten spielentscheidende Fehler gemacht und deshalb wichtige Punkte liegengelassen hat.

Jetzt, knapp einen Monat nach dem letzten Meisterschaftsspiel, befindet sich der Landesligist schon wieder mitten in der Wintervorbereitung. Das erste Meisterschaftsspiel gegen den SV Brilon ist für den 30. Januar angesetzt – mitten in die schneereichste Zeit Wittgensteins.

Auch ohne Platzbesichtigung von Team-Verantwortlichen ist kaum zu glauben, dass die Partie an diesem Tag stattfindet. Diese Meinung teilt auch Uvira. „Jetzt gerade liegen 20 Zentimeter vereister Schnee auf dem Platz und die Temperaturen sind nach wie vor richtig kühl. Ich denke nicht, dass das in zwei Wochen wesentlich besser wird.” Und: „Wenn die Partie in Brilon stattfinden würde, hätte ich gesagt, es könnte klappen, aber so wird es schwierig. Wir müssen ja selbst momentan im Siegerland trainieren.”

Kaum Training möglich

Die aktuelle Witterung verlangt der Mannschaft zugleich einiges an Kreativität ab. „Ich versuche zweimal die Woche einen Platz im Siegerland zu organisieren, auf dem wir vernünftig trainieren können, denn das Spiel in einer Soccerhalle ist nicht das Gleiche.” Hinzu kommen noch Kraft- und Lauftraining, damit die Spieler zum Auftakt in bestmöglicher Form sind. Für das Team rund um Lückel bedeutet das eine Menge Arbeit: „Wir haben auch über die freien Weihnachtswochen individuelle Trainingspläne bekommen und uns fit gehalten.”

Doch kann es am Ende genau diese Arbeitsmoral der Berleburger sein, die sich auszahlen wird? „Wir wissen, wo unsere Schwächen liegen und die Jungs wollen und müssen weiterarbeiten, um den großen Anspruch Landesliga auch zu halten”, so Uvira. Auch Lückel gibt sich trotz der Situation kämpferisch: „Natürlich sollten wir mit unseren Ergebnissen Zurückhaltung an den Tag legen, aber wir werden solange kämpfen, bis rechnerisch nichts mehr möglich ist.”

Ein weiterer Nackenschlag für die VfL-Fußballer waren in den letzten Wochen zudem die Meldungen, dass mit Tarek Benyagoub, Christian Badura, Marc Uvira und Niklas Linde vier Stammspieler den Verein im nächsten Sommer verlassen werden.

Auswirkungen auf die künftigen Leistungen sieht Lückel, angesprochen auf die Personalien, allerdings nicht. „Die Jungs sind von Anfang an offen mit dem Thema umgegangen. Wir sind von diesen Entscheidungen nicht aus heiterem Himmel überrascht worden. Ich glaube, dass diese Abgänge eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität hervorrufen. Wir wollen ihnen einen ordentlichen Abschied bereiten. Am besten mit dem Klassenerhalt.”

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