Fußball-Kreisliga C

Was Gerold Koch als neuer Trainer beim TuS Dotzlar plant

(Archivfoto) Gerold Koch im Frühjahr 2015 als Trainer der Sportfreunde Edertal

(Archivfoto) Gerold Koch im Frühjahr 2015 als Trainer der Sportfreunde Edertal

Foto: Peter Kehrle

Dotzlar.  Gerold Koch über die Dauer und den Grund seines Engagements, seinen Ansatz für weniger Gegentore und das Potenzial im Sturm des TuS Dotzlar.

Es handelt sich um eine Aushilfe auf Zeit, dies stellt Gerold Koch als erstes klar. Dass der 40-Jährige die Nachfolge des beim TuS Dotzlar entlassenen Klaus Afflerbach übernimmt, war am Sonntagabend ein großes Gesprächsthema in der Wittgensteiner Fußballszene.

„Ich mache es nur bis zum Saisonende. So ist die Vereinbarung. Wenn im Winter schon ein adäquater Ersatz da ist, gebe ich es auch früher ab“, sagt Gerold Koch über seine Rückkehr ins Fußballgeschehen: „Es geht mir darum, dem Verein die Möglichkeit zu geben, in aller Ruhe einen neuen Trainer zu suchen.“ Das zweite große Ziel ist selbstredend der Klassenerhalt in der Kreisliga C, in der die Mannschaft aktuell mit sechs Punkten Vorletzter ist.

Der TuS Dotzlar liegt Koch am Herzen. Er lebt mit seiner Frau Nadine im 795-Einwohner-Ort. Bei den Blau-Weißen verbrachte er seine Jugend und half in den Spielzeiten 2015/16 und 16/17 als „Fußball-Rentner“ aus, wenn Not am Mann war (siehe Info-Kasten). Die Heimspiele der vergangenen Jahre habe er „zu 90 Prozent“ als Zuschauer verfolgt, auswärts sei er zumindest sporadisch dabei gewesen.

Gerold Koch kann also auf eine lange Vorstellungsrunde verzichten, wenn er am Mittwochabend erstmals das Training leitet. „Drei Viertel der Jungs kenne ich richtig gut, weil ich noch mit ihnen zusammengespielt habe und weil der Großteil aus Dotzlar kommt“, sagt „Gerry“: „Und ich weiß, dass sie Fußball spielen können. Ich traue ihnen viel zu.“

Selbstvertrauen stärken

Die größte Baustelle ist bei aktuell 39 Gegentoren in zehn Spielen die Defensive – könnte man meinen. Als erstes nennt Koch jedoch das Stichwort Selbstvertrauen: „Das fehlte in den letzten Wochen. Da war in der Regel nach fünf Kontakten der Ball weg. Dazu müssen wir sicherer stehen. Ich finde, das kann man schnell hinbekommen.“

Sicher und rustikal verteidigen, der Einsatz steht an erster Stelle – dies predigte Koch in seiner Zeit bei den Sportfreunden Edertal, dies wird auch jetzt das Credo sein. Dazu zieht er einen Schlussstrich unter das Thema Viererkette.

In dieser und in der vergangenen Spielzeit versuchten sich die Dotzlarer immer wieder mal im Verteidigen damit. Gut funktioniert hatte dies jedoch nur selten.

„In der Zeit, in der ich hier bin, werden wir nur mit Libero spielen“, verrät Koch sein Rezept: „In einer Variante mit Raumdeckung statt Manndeckung.“ Die Viererkette hält er in der Kreisliga generell für kaum praktikabel.

„Sie ist sehr laufintensiv und erfordert viel Aufmerksamkeit für die richtigen Abstände. In der Kreisliga hast du meistens nicht vier Leute, die es können. Da ist mir lieber, wenn ein erfahrener Mann hinten drin ist. Simon Weber hat das zum Beispiel am Sonntag in Hilchenbach gut gemacht“, sagt Koch. Er denkt bei seinen Ausführungen an seine Zeit als Aktiver: „Als Spieler habe ich mich immer auf Viererketten gefreut. Wenn du einen guten Mittelfeldspieler hinter dir hast, der die Lücken sieht, hast du Tore sicher.“

Viel Tempo, viel Potenzial

Apropos Tore sicher: Offensiv sieht der „Neue“ beim TuS Dotzlar jede Menge Potenzial. Auch, weil die Mannschaft sehr jung ist – und schnell. „Frederik Heuel sticht vorne schon etwas raus, aber wenn auch Joshua Böhl und Steven Wegner ihr Potenzial voll ausschöpfen und mit hohem Tempo auf eine Abwehr zulaufen, dann ist für uns viel möglich.“ So wie für die Mannschaft als Ganzes: „Sie muss es nur mal auf den Platz bringen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben