Jugendfußball

JSG Aue/Birkelbach und JSG Lahntal durchgängig im „Oberhaus“

Voller Einsatz: Clemens Salz von der JSG Feudingen/Laasphe/Niederlaasphe/Puderbach grätscht im Entscheidungsspiel zur Kreisliga A der A-Junioren seinen Gegenspieler von Salchendorf/Netphen/Deuz ab.

Voller Einsatz: Clemens Salz von der JSG Feudingen/Laasphe/Niederlaasphe/Puderbach grätscht im Entscheidungsspiel zur Kreisliga A der A-Junioren seinen Gegenspieler von Salchendorf/Netphen/Deuz ab.

Foto: Peter Kehrle

Wittgenstein.  Mehrere Wittgensteiner Junioren-Teams qualifizieren sich in der Blitz-Qualifikationsrunde für die Kreisliga A. Woher kommt diese gute Bilanz?

Die 2018 neu konzipierte Blitz-Qualifikationsrunde zur Kreisliga A der Jugendfußballer, die von den A- bis zu den C-Junioren nach den Herbstferien startet, lief aus Sicht der Wittgensteiner Fußballvereine ordentlich. Neun Teams qualifizierten sich für das „Oberhaus“ – im Vorjahr waren es nur fünf.

Mit dabei sind die B-Jugend des TuS Erndtebrück, die C-Jugend der JSG Dotzlar/Sassenhausen und die A-Jugend der JSG Bad Berleburg/Edertal, deren B-Jugend trotz Qualifikation auf das „Oberhaus“ verzichtet und in der Kreisliga B startet.

Eine Gemengelage aus drei Gründen veranlasste Spieler, Trainer und Eltern in einer Besprechung am Mittwochabend, diese Entscheidung zu treffen. Erstens: Die Altersstruktur des Teams ist schwierig, weil wegen einer dünnen Spielerdecke fünf Spieler aus der C-Jugend hochrücken. Zweitens: Trainer Jochen Rother ist aus persönlichen Gründen derzeit nicht vollumfänglich einsatzbereit. Drittens sind die in der Kreisliga A häufig weiten Fahrten ins Siegerland abschreckend.

Diskussionen mit den Eltern

Ein Traum erfüllte sich hingegen für die JSG Aue/Birkelbach und für die JSG Feudingen/Laasphe/Niederlaasphe/Puderbach. Beide haben mit allen drei Jahrgängen den Sprung nach oben geschafft, die „JSG Lahntal“ sogar schon zum zweiten Mal in Folge.

„Wir sind super, super zufrieden und sehen uns auf einem guten Weg. In den letzten drei, vier Jahren ist es immer ein Stück vorwärts gegangen“, sagt deshalb Armin Schäfer, der die JSG Feudingen/Laasphe/Niederlaasphe/Puderbach leitet.

Der Erfolg fuße auf mehreren Faktoren, vorrangig natürlich auf einer guten fußballerischen Ausbildung – was wiederum mit den Trainern zusammenhängt. Auffällig ist, dass die Lahntaler für die A-Jugend nach Martin Uvira mit Marco Schneider erneut einen Coach an der Seite stehen haben, der auch im Seniorenbereich renommiert ist. „Das ist für uns kein Muss, aber wenn es möglich ist, machen wir es. Die Jungs blicken an solchen Leuten natürlich auf“, sagt Armin Schäfer. Er ergänzt: „Marco ist der ruhende Pol im Hintergrund. Er macht es ja gemeinsam mit Nils Bergen, der mit seinen 22 Jahren noch die Sprache der Jugend spricht.“ Die B-Jugend begleitet Jonas Pfeil in gleicher Zusammensetzung bereits seit der F-Jugend.

Wichtig für den Erfolg sei außerdem eine gute Kommunikation. Zum einen zwischen den vier Stammvereinen, die sich regelmäßig in Sitzungen des JSG-Vorstands treffen, der Probleme und Projekte erörtert. Sporadisch kommen auch die Trainer und Vorstände hinzu.

In der Kommunikation mit Spielern und Eltern gelte es immer wieder, den im Vorjahr verschriftlichten und an den Sportplätzen aushängenden Verhaltenskodex durchzusetzen. Der umfasst das korrekten Auftreten gegenüber dem Gegner, den pfleglichen Umgang mit Material wie Bällen und Trikots bis hin zum Verhalten der Eltern.

„Selbstverständlich hatten wir auch schon Eltern, die das alles in Frage gestellt haben und meinten, sie müssten noch persönlich von außen Anweisungen auf den Platz rufen. Das sind Fälle, in denen wir als JSG-Vorstand gefragt sind“, sagt Schäfer und begründet: „Es ist ja ein Problem, wenn der Trainer den Jungs vorher etwas anderes erzählt hat. Besonders für junge Trainer.“ Von denen hat die JSG reichlich.

Mit allen drei Teams „oben“ dabei zu sein, ist für die JSG Aue/Birkelbach neu. „Das hatten wir glaube ich noch gar nicht, zumindest nicht in jüngerer Vergangenheit“, sagt Holger Langenbach, der Jugendgeschäftsführer der Sportfreunde Birkelbach.

Auch hier spielen qualifizierte Trainer eine Rolle. „Bei unserer C-Jugend hat der Kalli Engemann die C-Lizenz, vor allem schon mehrere Teams zum Meister gemacht. Die B-Jugend macht Lars Breuer und mit Sandro Trevisi hatten wir vergangenes Jahr einen A-Jugend-Trainer mit B-Lizenz. Er hat viel Qualität reingebracht“, lobt Langenbach: „Dann kommt so etwas zustande.“ Der A- und B-Jugend traut er eine gute Rolle in der Kreisliga A zu, einzig für die C-Jugend sei die neue Umgebung ein hartes Brot.

JSG Aue/Birkelbach/Banfe/Banfetal

In diesem Jahrgang gibt es aktuell zwar nicht auf dem Papier, aber praktisch eine JSG von Aue/Birkelbach und Banfe/Oberes Banfetal – beide stellten vor der Saison Personalknappheit fest und legten ihre Teams kurzerhand unter dem Banner von Aue/Birkelbach zusammen. „Wir stellen zwölf Spieler, Banfe und Banfetal fünf Spieler“, gibt Martin Völkel aus den Reihen der JSG Aue/Birkelbach Auskunft über die Kräfteverhältnisse in der C-Jugend. Die Banfetaler sind über das Zweitspielrecht dabei. „So ist es einfacher als wenn wir eine ganz neue JSG melden“, sagt Langenbach und schmunzelt: „Da wird dann einfach auch der Name zu lang.“

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