Pass in die Gasse #356

Wittgensteiner Sorgenkinder mit Schießbude und Eigengewächs

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

Foto: Sascha Kertzscher

In der B-Kreisliga stehen Dotzlar und Ebenau auf einem Abstiegsplatz. Unser Kolumnist sieht darin nicht nur fußballerische Gründe.

Kurz vor der Winterpause stehen in der Fußball-Kreisliga B zwei Wittgensteiner Sorgenkinder fest. Nachdem die SpVg. Anzhausen/Flammersbach das Team zurückgezogen hat und als erster Absteiger feststeht, tummeln sich auf den übrigen zwei Abstiegsplätzen der FC Ebenau und der TuS Dotzlar.

Startete die Saison bei Letzteren unter dem neuen Trainer Lukas Brachmann trotz einiger Klatschen recht vielversprechend, stieg man nach dem 7:3-Coup gegen den FC Ebenau am neunten Spieltag in den Fahrstuhl zum Schafott. Von den neun Folgepartien verloren die Blau-Weißen sieben, mit durchschnittlich 3,6 Gegentoren pro Spiel ist man inzwischen die Schießbude der Liga. „Wir sind wieder zurück in der Kreisliga B und werden uns auch in der Saison 22/23 dort etablieren“, posaunt der TuS Dotzlar auf seiner Homepage. Vielleicht sollte man als Aufsteiger generell mal einen Gang zurückschalten und es nicht als „egal“ bezeichnen, ob man auf einem Abstiegsplatz oder kurz davor überwintert (Lukas Brachmann).

Beim FC Ebenau sieht die Lage noch apokalyptischer aus. Ein Sieg aus 15 Spielen, acht Punkte Rückstand bis zum rettenden Ufer. Trotzdem steht Daniel Spies als Trainer nicht zur Debatte und erfreut sich einer Jobgarantie. Das ist auch insofern interessant, weil man im Abstiegskampf der Vorsaison Boris Jonjic entließ, um laut Vorsitzenden Bernd Schneider nicht hinterher die Worte „Hätten wir mal“ sagen zu müssen. Daniel Spies ist eben ein echtes Eigengewächs und Kumpeltyp, doch liegt genau darin die Gefahr zu großer Nahbarkeit.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

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