Fußball Oberliga

Wolfgang Leipold nach 50 Jahren nicht mehr im Käner Vorstand

Der Vorstand dankt Wolfgang Leipold mit einem üppigen Präsentkorb für jahrzehntelange Vereins- und Vorstandsarbeit.

Der Vorstand dankt Wolfgang Leipold mit einem üppigen Präsentkorb für jahrzehntelange Vereins- und Vorstandsarbeit.

Foto: Carsten Loos

Kaan-Marienborn.  Der 1. FC Kaan-Marienborn hat bei seiner virtuellen Hauptversammlung ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Zudem wurde ein Urgestein verabschiedet.

Der 1. FC Kaan-Marienborn hat ein gesellschaftliches Zeichen gesetzt. Der Vorsitzende Florian Leipold nannte das bei der Jahreshauptversammlung des Fußball-Oberligisten aus dem Breitenbachtal ein „Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung“.

Satzungszusatz gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus und Homophobie

Die 43 Vereinsmitglieder, die an der erstmals per Video-Konferenz durchgeführten Tagung teilnahmen, ergänzten einstimmig die Satzung, dass der Verein „rassistischen, fremdenfeindlichen, sexistischen und homophoben Einstellungen und Bestrebungen entschieden entgegen“ tritt. Weiter heißt es: „Der Verein bietet nur solchen Personen die Mitgliedschaft an, die sich zu diesen Grundsätzen bekennen.“ Und in der Satzung ist auch die Konsequenz benannt, nämlich der Rauswurf bei „vereinsschädigendem Verhalten inner- und außerhalb des Vereins“.Kaan sei „nicht erste Verein, aber einer der ersten Vereine, die das so hart in der Satzung verankern“, erklärte Stefan Jäkel: „Wir wollen klare Kante zeigen.“

Bei vereinsschädigendem Verhalten eingreifen können

Florian Leipold betonte, man habe „im Vorfeld eine Handlungsmöglichkeit“ festzurren wollen: „So können wir bei jedem vereinsschädigendem Verhalten eingreifen.“ Bei internen Veranstaltungen, aber auch außerhalb, wenn zum Beispiel ein Vereinsmitglied sich rassistisch äußert und dabei ein Kaan-Trikot an hat. Stefan Jäkel wurde zum Nachfolger von Wolfgang Leipold als stellvertretender Vorsitzender gewählt. Der hatte sich nach 50 Jahren Vorstandsarbeit im TuS Kaan-Marienborn (unter anderem erster Vorsitzender) und dem 1. FC Kaan-Marienborn (erster/stellvertretender Vorsitzender) nicht mehr zur Wahl gestellt. Als „historische Veränderung“ bezeichnete Florian Leipold den Abschied seines Onkels. „50 Jahre hören sich unheimlich lange an“, sagte Wolfgang Leipold bewegt, „aber es ist ein halbes Jahrhundert Freude gewesen, für den Sport in Kaan-Marienborn zu arbeiten.“

Verein gut durch die Pandemie gekommen

Unterdessen sieht Florian Leipold seinen Verein bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen. „Wir hatten so gut wie keine finanziellen Einbußen“, sagte er. Der Etat sei „zum großen Teil von Sponsoren gedeckt“, erklärte der Vorsitzende: „Wir konnten alle Gehälter zahlen und den Schuldendienst für den Platz weiter leisten.“ Nur „ein, zwei Sponsoren“ seien abgesprungen, ein Sponsor habe sein Engagement „auf ruhend“ verändern, berichtete Florian Leipold und kündigte an: „Wir gehen fast mit dem gleichen Etat in die Saison wie im letzten Jahr.“

43 Mitglieder online dabei

An der Online-Premiere der Jahreshauptversammlung nahmen 43 Mitglieder teil. Aus einem Konferenzraum in Florian Leipolds Unternehmen waren Vorstand und Co-Trainer Mounir Saida zugeschaltet, die anderen Käner von zu Hause aus oder, wie der neu gewählte Beisitzer Björn Metje, aus den Niederlanden. Zu den aktuell veränderten Bedingungen passte dann auch, dass die Wahl von Toni Gänge zum Beisitzer im Vorstand dessen ehemaliger Abwehr-Nebenmann Semih Yigit mit einem „Daumen hoch“ auf der Leinwand kommentierte.

Stefan Jäkel neuer 2. Vorsitzender

Der Vorstand des 1. FC Kaan-Marienborn: 1. Vorsitzender: Florian Leipold, 2. Vorsitzender und Pressewart: Stefan Jäkel, Geschäftsführer Finanzen: Michael Pahl, Sportlicher Leiter: Jochen Trilling, Jugendleiter: Sascha Weschta, Beisitzer: Björn Metje und Toni Gänge.

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