Fußball-Oberliga

Woran es im Offensivspiel des TuS Erndtebrück noch hapert

Maximilian Wüst (r.) wartet noch auf sein erstes Oberliga-Tor für den TuS Erndtebrück. Bei diesem Abschluss in Paderborn ist es fast soweit.

Maximilian Wüst (r.) wartet noch auf sein erstes Oberliga-Tor für den TuS Erndtebrück. Bei diesem Abschluss in Paderborn ist es fast soweit.

Foto: Florian Runte

Erndtebrück.  Der TuS will gegen Rot Weiss Ahlen das Verbindungsspiel verbessern und endlich wieder treffen. Was der Trainer über die Spieler im Zentrum sagt.

Nach dem dritten torlosen Spiel in Folge spitzte Alfonso Rubio Doblas das Dilemma beim TuS Erndtebrück in einem Satz zu. „Im letzten Drittel sind wir eine der harmlosesten Mannschaften der Liga“, sagte der Trainer nach dem 0:2 beim SC Paderborn II. Die nackten Fakten untermauern diesen Eindruck, denn bei nur neun Toren in neun Partien war nur das Schlusslicht Hammer SpVg weniger erfolgreich. Am Sonntag (15 Uhr, Pulverwaldkampfbahn) gastiert mit Rot Weiss Ahlen ausgerechnet die zweitstärkste Defensivmannschaft der Oberliga (sieben Gegentore).

Fußballerisch zeigt sich die Erndtebrücker Harmlosigkeit in zweierlei Hinsicht: Einerseits in einer schlechten Chancenverwertung, denn von acht klaren Möglichkeiten in den drei zurückliegenden Spielen nutzte die Mannschaft keine. Andererseits gelang es sowohl in Meinerzhagen als auch Paderborn kaum, den Gegner wirklich unter Druck zu setzen – bei den Ostwestfalen klappte dies zumindest in der Schlussviertelstunde. Gründe waren eine zu hohe Fehlpassquote und zu wenig Präsenz im vorderen Drittel.

Haluk Arslan muss unters Messer

„Es gilt die Effektivität zu steigern, das ist auch ins Training eingeflossen“, sagt Rubio Doblas, der den Fokus aber vor allem auf die Schaffung von Automatismen legte: „Wir brauchen ein besseres Übergangsspiel im zentralen Mittelfeld, eine bessere Passqualität, bessere Laufwege.“

Schmerzlich vermisst wird in der Schaltzentrale Haluk Arslan. Mit seinem Fehlen müssen sich die Erndtebrücker mindestens noch bis Anfang Dezember arrangieren, denn der Kreativspieler muss sich einer Adduktoren-Operation unterziehen – eine kleine Hiobsbotschaft. Als Verbindungsspieler deshalb agierten zuletzt Mehdi Reichert und Bemir Rada, auf die der Trainer große Stücke hält. „Besmir kämpft sich nach seiner Verletzung gerade wieder rein. Er ist von Ehrgeiz getrieben, das merkt man. Und Mehdi ist mit seinem überragenden Passspiel und seiner Übersicht ein Eckpfeiler.“

Ein Schwachpunkt sind in dieser Saison bislang die offensiven Außen, auf denen sich deshalb noch kein Akteur fest in die Startelf gespielt hat. „Auf diesen Positionen gilt es nach einer Balleroberung auch, Angebote zu schaffen, gleich den tiefen Laufweg zu starten. Wir müssen begreifen, dass Balleroberung Ausschwärmen heißt“, erklärt der Trainer: „Ohne aber in einen Hurra-Fußball zu verfallen.“ Defensive Stabilität wird wie zuletzt das erste Gebot sein, weil sich der Tabellenfünfte bislang als spielstarke Mannschaft präsentierte. Andererseits muss schon ein Sieg gegen Ahlen her, um bei fünf Punkten Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen zumindest wieder in Schlagdistanz zu kommen.

Wieder in die Startfeld rücken dürfte auf Außen Abbas Attiee, zumal mit Maximilian Schneider und Eren Bilgicli zwei Spieler, die dort in Frage kommen, wegen Rückenproblemen nicht spielen können. Attiee war an vier der neun Erndtebrücker Tore beteiligt, bringt die nötige Schnelligkeit und Robustheit für die Oberliga mit. „Und er ist der Spielertyp Straßenfußballer, der auch mal unberechenbar ist. Aber seine die Defensivarbeit lässt zu wünschen übrig“, erklärt Rubio Doblas, warum der Libanese zuletzt dennoch nur zweite Wahl war.

Lars Birlenach und Luca Woditsch vor Rückkehr

Personell gibt es übrigens auch positive Nachrichten: Lars Birlenbach und Luca Woditsch sind wieder im Training, Mehmedalija Čović steigt dort am Dienstag wieder ein.

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