Fußball:Westfalenpokal: VfB Hüls - Spvgg. Erkenschwick

In der Klemme

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Recklinghausen.Es ist der Traum aller Amateurvereine: einmal in der DFB-Pokalhauptrunde stehen. So wie Germania Windeck, das zweimal hintereinander das große Los gezogen hat.

Erst Schalke, dann Bayern München. Riesenpresse, Rieseneinnahmen. In Oer-Erkenschwick kennen sie sich damit aus, auch wenn es schon ein paar Jährchen zurückliegt. Bayern München mit Franz Beckenbauer und Gerd Müller spielte schon am Stimberg (1967; 1:3; 20 000 Zuschauer), und Borussia Mönchengladbach (1983; 0:2; 16 000). So weit brächte es der VfB Hüls auch gerne einmal. Aber so sehr der sich seit Jahren erfolgreichste Vest-Verein auch müht. Bislang fanden die Pokalträume immer schon auf Landesebene eine jähes Ende.

Heute unternimmt der NRW-Ligist einen weiteren Anlauf; und das ausgerechnet gegen Liga- und Vest-Rivale Erkenschwick (18.45 Uhr), der schon zweimal westfälischer Pokalsieger war (1987, 1993) und damit der erfolgreichste Verein aus der Region im Cupwettbewerb ist. Der Sieger der Achtelfinalbegegnung, die auf dem Kunstrasen am Badeweiher ausgetragen wird, trifft am 6. März 2011 auf den Sieger des Spiels zwischen RW Ahlen (3. Liga) und Preußen Münster (Regionalliga). Es sind mit die nominell stärksten noch im Wettbewerb stehenden Mannschaften. Aber damit mss sich einer der beiden Trainer, Olaf Thon (Hüls) oder Jürgen Wielert (Erkenschwick), erst in einigen Monaten beschäftigen.

Ohnehin unterlassen sie es nicht zu betonen, dass der Pokal bei aller Wertschätzung eine Art 1b-Aufgabe für ihre Mannschaft ist. Vorrang hat die Meisterschaft; und dabei der Klassenerhalt. „Ich habe den Eindruck wir haben Hüls in der Meisterschaft ein wenig nach vorne gebracht“, erinnert sich Jürgen Wielert an das 0:4 seiner Elf vor einigen Wochen. „Jetzt hoffe ich, dass die Hülser uns zu einem Lauf in der Meisterschaft verhelfen.“ Die Gäste sind psychologisch im Vorteil. Das Ligaspiel haben sie zwar nach einer guten ersten Halbzeit klar verloren, sind aber insgesamt im Aufwind. Und überhaupt: „Das Ergebnis steckt immer noch in den Köpfen.“ Und da soll es raus. Mit einem Erfolgserlebnis.

Entgegengesetzt zeigt die Formkurve des Thon-Teams, das nach drei Niederlagen in Serie und 1:10 Toren schwer angeschlagen ist. Waren die Vorstellungen in Kleve und Herne noch vielversprechend, glich die Leistung am Sonntag gegen Fortuna Köln einem fußballerischen Absturz.

Daher ist Olaf Thon froh über die Chance der frühen Rehabilitierung. „Jetzt können sich die Leute beweisen, die seit Wochen mit den Hufen scharren und spielen wollen.“ Zu ihnen gehört Adrian Gurczynski, der nach überstandener Verletzung wohl zu seinem ersten Einsatz im Hülser Trikot kommen wird. Zumal der VfB-Coach den Eindruck hat, dass gerade seine Doppelspitze Timur Kargülmez/Tim Helwig „überspielt“ ist. Bei ihnen wie einem Großteil seiner Elf hat er gerade gegen Köln etliche individuelle Fehler gesehen. „Und die müssen wir schleunigst abstellen“, um gegen Erkenschwick zu bestehen und „um das Sechs-Punkte-Spiel am Sonntag in Homberg zu gewinnen“.

Im Pokal-Derby sieht der 44-Jährige seine Elf eher in der Außenseiterrolle. „Es wird schwer gegen Erkenschwick, das im Aufwind ist, einen tollen Torjäger hat und deren Abwehr sehr gut steht.“ Um optimal vorbereitet zu sein, trainierte Thon am Dienstag mit seiner Mannschaft an exakt an der Stelle (Kunstrasen) und um die gleiche Uhrzeit (18.45 Uhr), die an diesem Mittwoch ausschlaggebend ist. Jürgen Wielert musste derweil über die Lobeshymnen aus dem Westen schmunzeln: „Ein Blick in die Tabelle verrät doch klar, wer oben und wer unten steht. Von daher gebe ich die Favoritenrolle gerne zurück.“ Zumal Mannschaften, in denen „eine gewisse Unruhe herrscht“, Spiele wie das anstehende gerne dazu nutzen, um sich wieder aufzurichten. Es dürfte also spannend werden heute Abend am Badeweiher.

Achtelfinale

Weddinghofen - SF Lotte 0:7

Mengede - Wiedenbrück 5:6

VfB Hüls - Spvgg. Erkensch. 20.10.

SV Rödingh. - SC Verl 17.11.

SV Lippstadt - VTS Iserlohn 20.11.

Lang./Enkh. - P. Espelkamp 20.11.

Dornberg - Erndtebrück 20.11.

RW Ahlen - Pr. Münster 20.11.

Viertelfinale 6. März 2011

SC Wiedenbrück - SF Lotte

Hüls/Erkenschw. - Ahlen/Münster

Dornb./Erndteb. - Langsch./Espelk.

Rödingh./Verl - Lippstadt/Iserlohn

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