Oberliga Westfalen

Dirk Brökelmann bedauert Aus des SC Hassel

Dirk Brökelmann  (weißes Hemd) sieht auch beim Profifußball eine Schuld für den Rückzug.

Foto: Tim Cordes

Dirk Brökelmann (weißes Hemd) sieht auch beim Profifußball eine Schuld für den Rückzug. Foto: Tim Cordes

Lippstadt.   Oberligist SC Hassel meldet seine Mannschaft nach zwölf Spieltagen ab. Dirk Brökelmann ist sicher: Beim SV Lippstadt gäbe es sowas nicht.

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Der Abstiegskampf in der Fußball- Oberliga Westfalen ist so gut wie gelaufen: Am Dienstagabend hat sich der SC Hassel vom Spielbetrieb der fünften Liga abgemeldet und steht damit, nach dem TSV Marl-Hüls, der sich ebenfalls vom Spielbetrieb zurückgezogen hat, als zweiter Absteiger der Saison fest.

Eine bedenkliche Entwicklung findet Dirk Brökelmann, sportlicher Leiter des SV Lippstadt 08 im Interview mit der WESTFALENPOST.


Wann haben Sie von dem Hassler Rückzug erfahren?
Am Dienstagabend stand zu später Stunde mein Handy nicht mehr still. Eine Nachricht folgte auf die nächste. Ich war sehr überrascht.


Was war ihre erste Reaktion?
Als ich das gehört habe, hat mich das erst einmal traurig gestimmt. Es ist sehr bedauerlich, dass ein zweiter Verein so früh in der Saison die Mannschaft abmelden muss. Es ist ein alarmierendes Signal, dass es dem Amateurfußball deutlich schlechter geht, als es viele wahrhaben wollen.


Zuschauerrückgang wichtiger Punkt

Woran krankt es hauptsächlich?
Es gibt allgemeine Probleme. In Hassel zum Beispiel war es ja die Sponsorensuche. Das wird immer schwieriger, das merken auch andere Vereine. Hinzu kommen die sinkenden Zuschauerzahlen, da sind einfach alle gefordert, um da gegen zu wirken. Heute hat ein Spiel 300 bis 400 Zuschauer und man spricht von einem guten Besuch. Das ist katastrophal.


Welche Rolle spielt der Profifußball beim Rückgang der Zuschauerzahlen?
Früher war der Sonntag der Tag der Amateure. Das hat sich extrem gewandelt. Du hast Bundesligaspiele ab teilweise 13.30 Uhr, da flimmern die Bildschirme, aber die Sportplätze bleiben leer. Hinzu kommen die Leute, die dann ins Stadion fahren. Hier müsste man meiner Meinung nach ansetzen.

Wir haben ja auch unter sinkenden Zuschauerzahlen zu leiden und wissen häufig selbst nicht, warum sich das in den vergangenen eineinhalb Jahren so entwickelt hat. Sportlich haben wir ja immer ganz gut dagestanden, aber es gibt heutzutage einfach soviele Freizeitaktivitäten, dass es eine Menge Alternativen zum Besuch eines Fußballspiels gibt.


Seriöses wirtschaften beim SV Lippstadt

Wäre es beim SV Lippstadt denkbar, dass während der Saison das Geld ausgeht? Nein, das würde es bei uns nicht geben. Wir haben eine wichtige Philosophie: Gib nur das Geld aus, was du vorher eingenommen hast. Danach richten wir unseren Etat aus und daran halten wir uns.

Wir werden dabei von Präsidium und Aufsichtsrat kontrolliert, weil es deren Aufgabe ist. So stellen wir sicher, dass wir nicht in finanzielle Nöte geraten. Das ist ein Konzept, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann.


Was bedeutet der Rückzug aus sportlicher Sicht? Wird die Liga jetzt langweilig?
Für uns bedeutet es erst einmal, dass wir in der Tabelle zwei Plätze nach oben klettern und der Abstand von Platz zwei und Platz zehn auf sechs Punkte schmilzt. In meinen Augen zeigt das, wie ausgeglichen die Liga in dieser Saison ist.

Wir haben in Hassel 1:3 verloren, wovon wir jetzt profitieren, weil uns keine Punkte abgezogen werden. Wir haben damals absolut verdient gegen Hassel verloren. Dass wir und Haltern (spielten 1:1 gegen Hassel) jetzt diejenigen sind, die von dem Rückzug profitieren, kann man nicht ändern.

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