Regionalliga West

„Erste Anrufe bereits eingetrudelt“

Muss einen Nachfolger für Daniel Berlinski (r.) suchen und will SV-Urgestein Dominik Lausch (l.) über den Sommer hinaus halten: Dirk Brökelmann, Sportlicher Leiter am Bruchbaum.

Muss einen Nachfolger für Daniel Berlinski (r.) suchen und will SV-Urgestein Dominik Lausch (l.) über den Sommer hinaus halten: Dirk Brökelmann, Sportlicher Leiter am Bruchbaum.

Foto: Thorsten Heinke

Lippstadt.  Daniel Berlinski, 32 Jahre jung, wird den Fußball-Regionalligisten SV Lippstadt 08 nach dieser Saison verlassen (wir berichteten). Der A-Lizenz-Inhaber sucht ab Sommer eine neue sportliche Herausforderung, wie es offiziell heißt. Am Tag danach äußert sich auch der Sportliche Leiter, Dirk Brökelmann, über Berlinskis Beweggründe und potenzielle Nachfolgekandidaten. Hallo Herr Brökelmann, ihr Telefon stand, nachdem die Pressemitteilung raus war, vermutlich nicht mehr still, oder? Dirk Brökelmann: So ist es. Wir haben um 18.30 Uhr aufs Knöpfchen gedrückt und keine zehn Minuten später trudelten bereits die ersten Anrufe bei mir ein – auch von Trainern, die sich über den SV Lippstadt 08 erkundigten. Waren da auch ernstzunehmende Anrufe dabei? Ich glaube schon, dass, wenn sich ein Trainer bei einem Ober- oder Regionalligisten bewirbt, er ganz klar im Kopf ist. Über den Inhalt dieser Gespräche möchte ich an dieser Stelle aber nichts sagen. Gibt es ein Zeitfenster bei der Trainersuche? Nein! Wir werden weder in den nächsten 48 Stunden, noch in den nächsten 14 Tagen jemand Neues präsentieren. Ich werde meine Vorstellungen dem Präsidium zu gegebener Zeit mitteilen, und dann werden wir sehen, was überhaupt umsetzbar ist und in welchem Zeitrahmen. Was muss der neue Mann denn mitbringen? Zum einen muss er ganz klar wissen, welche Gegebenheiten er hier vorfindet. Wir sind vom finanziellen Rahmen her kein normaler Regionalligist. Er muss gerne mit jungen Menschen arbeiten und versuchen, sie weiter zu entwickeln. Wir als SV Lippstadt 08 sehen uns immer noch als Ausbildungsverein. Wir wollen Fußball spielen und nicht rennen. Das bekommen bereits unsere Nachwuchskicker eingeimpft. Wichtig ist auch, an der offensiven Marschroute festzuhalten. Wir wollen den Zuschauern einen attraktiven, gepflegten Ball bieten. All das sind Punkte, die in die Trainersuche mit einfließen. Zurück zu Daniel Berlinski: Wann haben Sie gemerkt, dass er sich anderweitig orientieren möchte? Ich bin mit Daniel im tag-täglichen Austausch (gewesen). Er hat immer mit offenen Karten gespielt. Ich habe schnell in seiner Haltung und seinen Aussagen festgestellt, dass er diesen sportlichen Drang verspürt, sich ab Sommer anderweitig orientieren zu wollen. Wir als Verein haben das zu respektieren. Daniel hat überragende Arbeit in den bisherigen 16 Monaten geleistet und ich schätze ihn so ein, dass er bis zum letzten Tag alles für den SV Lippstadt 08 geben wird. Was passiert mit seinen beiden Co-Trainern, Heiko Hofmann und Felix Bechtold, nach dieser Saison? Mit Heiko habe ich bereits ein kurzes Gespräch geführt. Man wird sehen. Was Felix angeht, bin ich absolut entspannt. Er ist ja nicht nur unser Co-Trainer, sondern auch unser Teammanager. Felix halte ich für einen herausragenden Taktiker und prophezeie ihm eine große Trainer-Zukunft – wie Daniel übrigens auch. Es wird nicht so sein, dass wir den kompletten Trainerstab austauschen werden, wenn Daniel uns verlassen hat. Michael Joswig und Dominik Lausch beispielsweise haben sich große Verdienste um den SV Lippstadt 08 erworben. Wir wissen, was wir an ihnen haben und ich werde bis zur letzten Patrone mich dafür einsetzen, dass sie uns erhalten bleiben. Abschließend: Was passiert, wenn Daniel Berlinski die ersten zwei oder drei Rückrunden-Spiele nicht gewinnen sollte? Wir im Verein bleiben ganz ruhig und sachlich. Ich weiß aber auch, dass es vom Umfeld her dann vielleicht etwas unruhiger werden könnte. Das ist normal in diesem Geschäft. Der Außenstehende sollte sich bei der Betrachtung der Lage aber immer vor Augen führen, woher wir eigentlich kommen. Der SV Lippstadt 08 stand in seiner Vereinsgeschichte noch nie so gut da wie momentan. Viele vergessen das leider. Dass macht mich nicht nur traurig, sondern extrem sauer. Das Positive wird dann schnell unter den Teppich gekehrt. Dabei haben wir in den letzten 16 Monaten viele schöne Momente, gemeinsam mit Daniel, erleben dürfen. Und diese Zeit ist ja noch nicht vorbei...

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Daniel Berlinski, 32 Jahre jung, wird den Fußball-Regionalligisten SV Lippstadt 08 nach dieser Saison verlassen (wir berichteten). Der A-Lizenz-Inhaber sucht ab Sommer eine neue sportliche Herausforderung, wie es offiziell heißt. Am Tag danach äußert sich auch der Sportliche Leiter, Dirk Brökelmann, über Berlinskis Beweggründe und potenzielle Nachfolgekandidaten.


Hallo Herr Brökelmann, ihr Telefon stand, nachdem die Pressemitteilung raus war, vermutlich nicht mehr still, oder?
Dirk Brökelmann: So ist es. Wir haben um 18.30 Uhr aufs Knöpfchen gedrückt und keine zehn Minuten später trudelten bereits die ersten Anrufe bei mir ein – auch von Trainern, die sich über den SV Lippstadt 08 erkundigten.


Waren da auch ernstzunehmende Anrufe dabei?
Ich glaube schon, dass, wenn sich ein Trainer bei einem Ober- oder Regionalligisten bewirbt, er ganz klar im Kopf ist. Über den Inhalt dieser Gespräche möchte ich an dieser Stelle aber nichts sagen.


Gibt es ein Zeitfenster bei der Trainersuche?
Nein! Wir werden weder in den nächsten 48 Stunden, noch in den nächsten 14 Tagen jemand Neues präsentieren. Ich werde meine Vorstellungen dem Präsidium zu gegebener Zeit mitteilen, und dann werden wir sehen, was überhaupt umsetzbar ist und in welchem Zeitrahmen.


Was muss der neue Mann denn mitbringen?
Zum einen muss er ganz klar wissen, welche Gegebenheiten er hier vorfindet. Wir sind vom finanziellen Rahmen her kein normaler Regionalligist. Er muss gerne mit jungen Menschen arbeiten und versuchen, sie weiter zu entwickeln. Wir als SV Lippstadt 08 sehen uns immer noch als Ausbildungsverein. Wir wollen Fußball spielen und nicht rennen. Das bekommen bereits unsere Nachwuchskicker eingeimpft. Wichtig ist auch, an der offensiven Marschroute festzuhalten. Wir wollen den Zuschauern einen attraktiven, gepflegten Ball bieten. All das sind Punkte, die in die Trainersuche mit einfließen.


Zurück zu Daniel Berlinski: Wann haben Sie gemerkt, dass er sich anderweitig orientieren möchte?
Ich bin mit Daniel im tag-täglichen Austausch (gewesen). Er hat immer mit offenen Karten gespielt. Ich habe schnell in seiner Haltung und seinen Aussagen festgestellt, dass er diesen sportlichen Drang verspürt, sich ab Sommer anderweitig orientieren zu wollen. Wir als Verein haben das zu respektieren. Daniel hat überragende Arbeit in den bisherigen 16 Monaten geleistet und ich schätze ihn so ein, dass er bis zum letzten Tag alles für den SV Lippstadt 08 geben wird.


Was passiert mit seinen beiden Co-Trainern, Heiko Hofmann und Felix Bechtold, nach dieser Saison?
Mit Heiko habe ich bereits ein kurzes Gespräch geführt. Man wird sehen. Was Felix angeht, bin ich absolut entspannt. Er ist ja nicht nur unser Co-Trainer, sondern auch unser Teammanager. Felix halte ich für einen herausragenden Taktiker und prophezeie ihm eine große Trainer-Zukunft – wie Daniel übrigens auch. Es wird nicht so sein, dass wir den kompletten Trainerstab austauschen werden, wenn Daniel uns verlassen hat. Michael Joswig und Dominik Lausch beispielsweise haben sich große Verdienste um den SV Lippstadt 08 erworben. Wir wissen, was wir an ihnen haben und ich werde bis zur letzten Patrone mich dafür einsetzen, dass sie uns erhalten bleiben.


Abschließend: Was passiert, wenn Daniel Berlinski die ersten zwei oder drei Rückrunden-Spiele nicht gewinnen sollte?
Wir im Verein bleiben ganz ruhig und sachlich. Ich weiß aber auch, dass es vom Umfeld her dann vielleicht etwas unruhiger werden könnte. Das ist normal in diesem Geschäft. Der Außenstehende sollte sich bei der Betrachtung der Lage aber immer vor Augen führen, woher wir eigentlich kommen. Der SV Lippstadt 08 stand in seiner Vereinsgeschichte noch nie so gut da wie momentan. Viele vergessen das leider. Dass macht mich nicht nur traurig, sondern extrem sauer. Das Positive wird dann schnell unter den Teppich gekehrt. Dabei haben wir in den letzten 16 Monaten viele schöne Momente, gemeinsam mit Daniel, erleben dürfen. Und diese Zeit ist ja noch nicht vorbei...

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