Schiedsrichter

FLVW Lippstadt bildet Unparteiische in Blitz-Lehrgang aus

Dirk Solzbach, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses.

Dirk Solzbach, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses.

Foto: Frank Risse

Warstein/Lippstadt.   Immer weniger Fußballer wollen Schiedsrichter werden. Um dieses Problem zu lösen, geht der Fußballkreis nun einen neuen Weg.

Immer weniger junge Sportler wollen Schiedsrichter werden. Ein Trend, der auch den Verantwortlichen im Fußballkreis seit Jahren bekannt ist Mit einem neuen Angebot soll diesem Trend entgegengewirkt werden: Schiedsrichter in 96 Stunden.

Schiedsrichterkurse zogen sich früher über Wochen. In stundenlangen Seminaren wurden den Anwärtern die 17 Fußballregeln eingeimpft und in zahlreichen praktischen Beispielen nahe gelegt.

„Der normale Kurs zog sich immer über vier Wochenenden, was für die Teilnehmer oft schwer zu organisieren war, da kam es dann häufiger mal zu Fehlzeiten“, erklärt Dirk Solzbach, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses.

Von E-Learning bis 24-Stundenkurs

Mit der neuen Variante wollen die Verantwortlichen nun die Möglichkeit bieten, die Prüfung schnell abzulegen, aber dennoch Zeit zu haben, die Regeln zu verinnerlichen. „Es gibt viele Möglichkeiten, um Schiedsrichter zu werden. Die Verbände haben da völlig unterschiedliche Ansätze“, weiß der Ehringhausener.

In Sachsen beispielsweise gibt es E-Learning-Module, die es den Teilnehmern ermöglichen, den Schiedsrichterschein am heimischen PC abzulegen. „Das Tele-Tutoring ist uns zu unpersönlich. Wir möchten alle Schiedsrichter in unserem Kreis auch persönlich kennenlernen und ihnen Tipps mitgeben. Das ist bei dieser Variante schwierig“, betont Solzbach.

In Thüringen gibt es Kurse, die auf drei Tage reduziert sind. Im Fußballkreis Olpe gab es bereits mehrfach die Aktion „Schiedsrichter an einem Tag“. „Wir wollen einen hohen Anteil an praktischen Inhalten haben, deshalb haben wir uns auf die vier Tage geeinigt. Es ist wichtig, den Teilnehmern viele Spielsituationen direkt zu zeigen“, erklärt Solzbach den Hintergrund der Aktion.

20 Regelfragen beantworten

Nach dem theoretischen Teil folgt die Prüfung, in der die Teilnehmer 20 Regelfragen beantworten müssen und im Anschluss noch Lauftests über 1000, 100 und 50 Meter absolvieren. Maximal vier Fehler dürfen bei den Regelfragen gemacht werden, die 1000 Meter müssen in 5:30 Minuten (Männer) und sechs Minuten (Frauen) gelaufen werden.

Acht Monate nach der Prüfung gibt es noch eine Nachschulung, um die Inhalte zu intensivieren. „Außerdem legen wir Wert darauf, dass die Schiedsrichter nicht ins kalte Wasser geworfen werden, sondern in ihren ersten Einsätzen immer einen erfahrenen Kameraden an die Seite bekommen, der Tipps gibt und zur Persönlichkeitsbildung beiträgt“, versichert der Vorsitzende der heimischen Schiedsrichter.

Bislang haben sich 13 Teilnehmer für den Schnellkurs angemeldet. „Das ist der normale Schnitt“, sagt Solzbach. 25 bis 30 Schiedsrichter fehlen aktuell noch im Bereich des FLVW Lippstadt. „Dann wäre ich glücklich, weil wir dann alle Spiele besetzen und auf kurzfristige Ausfälle reagieren könnten“, verrät Solzbach.

Junge Schiedsrichter im Kreis Lippstadt

Doch im Vergleich zu anderen Kreisen, ist die Situation in Lippstadt noch fast paradiesisch. „Ein Drittel unserer Schiedsrichter ist jünger als 25 Jahren. Das ist ein ziemlich guter Wert.“ Schiedsrichter werden kann jeder, wenn er zwölf Jahre oder älter ist. „Wir freuen uns auch ganz besonders, wenn viele Mädchen und Frauen den Weg zu uns finden“, betont Solzbach abschließend.

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