Jugendfußball

Nach Schlägerei: Kirchhoff verspricht schnelle Aufklärung

Der Tumult, der nun alle Beteiligten beschäftigt, spielte sich in der Vorrundenpartie zwischen BW Lipperbruch und der JSG Suttrop/ Kallenhardt ab. Alle abgebildeten Personen sind gepixelt.

Der Tumult, der nun alle Beteiligten beschäftigt, spielte sich in der Vorrundenpartie zwischen BW Lipperbruch und der JSG Suttrop/ Kallenhardt ab. Alle abgebildeten Personen sind gepixelt.

Foto: Thorsten Heinke

Suttrop/Lipperbruch.   Die Ermittlungen nach der Schlägerei bei den Hallenkreismeisterschaften der B-Junioren laufen auf Hochtouren. Dem Auslöser droht eine Zivilklage.

Es dauerte nur wenige Minuten, doch der Nachhall wird noch wochenlang zu hören sein: Die skandalösen Tumulte bei den Hallenkreismeisterschaften der B-Junioren in Lippstadt, beschäftigen nun den Kreisjugendausschuss und später wahrscheinlich noch die Gerichte.

„Man glaubt es eigentlich nicht, aber das ganze dauerte maximal zwei Minuten, dann war alles wieder vorbei“, beschreibt Markus Nölleke, Trainer der B-Junioren der JSG Suttrop/Kallenhardt, die Vorfälle im letzten Vorrundenspiel gegen Blau-Weiß Lipperbruch (wir berichteten).

Für beide Mannschaften ging es um den Einzug ins Halbfinale. Lipperbruch musste gewinnen, Suttrop genügte ein Punkt. Die JSG führte 1:0 und wollte die Uhr entspannt runterspielen. Doch dann ereignete sich die kritische Szene. Ein Suttroper Spieler sperrte den Ball, der Gegenspieler versucht an das Spielgerät zu kommen, der Schiedsrichter pfeift die Szene ab. Freistoß Suttrop.

Zehn Zuschauer stürmen das Spielfeld

Eine Situation, wie sie in nahezu jedem Fußballspiel in der Halle dutzendfach vorkommt. „Dann gab es ein paar Rangeleien, unser Torwart kam noch hinzu, plötzlich kam es zu einer Rudelbildung. Ich bin dann auch aufs Feld, um meine Jungs da wegzuziehen als ich aus dem Augenwinkel sah, wie plötzlich zwei oder drei Zuschauer aufs Spielfeld kamen. Es wurden dann immer mehr, am Ende waren es cirka zehn Zuschauer, die mittendrin waren. Einer dieser Zuschauer hat dann wohl unseren Torwart mit einem Faustschlag getroffen“, erklärt Nölleke.

„Ich bin jetzt seit 25 Jahren im Jugendausschuss tätig, aber sowas habe ich auch noch nie erlebt“, schüttelt Bernd Kirchhoff, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses mit dem Kopf über das Geschehen. Kirchhoff selbst war bei dem Turnier anwesend, bei diesen Vorfällen aber nicht am Platz.

„Unser Schiedsrichter Walter Scharf saß auf der Tribüne und hat alles mitbekommen. Wir haben die Vereine nun aufgefordert, uns bis Donnerstag eine Stellungnahme zukommen zu lassen und dort Roß und Reiter zu nennen, sofern die Beteiligten bekannt sind. Wenn wir Namen haben, werden wir sportrechtlich gegen sie vorgehen und die Vorkommnisse entsprechend sanktionieren. Bekommen wir die Namen nicht heraus, können wir als Kreisjugendausschuss nicht tätig werden. Dann muss der Suttroper Torewart zivilrechtlich tätig werden“, betont Kirchhoff. Etwas, was auch Markus Nölleke seinem Torwart ans Herz legen wird. „Er sollte das machen. Der Täter darf mit so einer Aktion nicht ungestraft davon kommen, sonst besteht immer die Gefahr, dass er das wieder tun wird. Und das sollte verhindert werden.“

Polizei kommt Spielern zu Hilfe

Nachdem die Suttroper aus dem Turnier ausgeschieden waren, wollten sie sich eigentlich noch das Finale ansehen. „Wir wurden dann von einem Elternteil informiert, dass sich vor der Halle ein Mob formieren würde, der auf uns wartet. Wir haben das dann der Turnierleitung mitgeteilt, die nachgesehen hat, ob alles in Ordnung wäre. Auf den ersten Blick war nichts zu sehen, aber wir sind auf Nummer sicher gegangen und haben die Polizei verständigt. Ich bin meinen Spielern gegenüber schutzbefohlen und wollte kein Risiko eingehen. Was wäre gewesen, wenn wir in den Bus eingestiegen wären und plötzlich wären die aus dem Gebüsch gekommen?“ gibt Nölleke zu verstehen.

Bernd Kirchhoff widerspricht unterdessen Gerüchten, dass es sich bei dem Zuschauer, der auf das Spielfeld gestürmt sei um einen Lipperbrucher Spieler handeln würde, der bereits wegen eines ähnlichen Vergehens monatelang gesperrt wurde.

„Das habe ich auch gehört, aber in dem Fall passen der genannte Name des Beteiligten und der Name des gesperrten Spielers nicht zusammen. Insofern ist dieses Gerücht nicht richtig. Wir versprechen, dass wir die Sache schnell aufklären, sobald uns die Stellungnahmen vorliegen.“

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