Regionalliga West

SV Lippstadt 08 „vergoldet“ Saisonstart

Gleich schlägt es ein im Herkenrather Kasten: Lippstadts Kevin Holz (Nr. 11) bringt die Gastgeber in der 43. Spielminute gefühlvoll mit 1:0 in Führung.

Gleich schlägt es ein im Herkenrather Kasten: Lippstadts Kevin Holz (Nr. 11) bringt die Gastgeber in der 43. Spielminute gefühlvoll mit 1:0 in Führung.

Foto: Thorsten Heinke

Lippstadt.   Die Fußballer des SV Lippstadt 08 sorgen in der Regionalliga West weiter für Furore. Im Aufsteiger-Duell gegen den TV Herkenrath feierten die Lippstädter vor heimischer Kulisse den ersten Heimsieg der Saison. Exauce Andzouana erzielte in der 86. Minute das erlösende 2:1 für die Berlinski-Elf.

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Der SV Lippstadt 08 und seine späten Tore – diese Formel schrieb der Regionalliga-Aufsteiger auch am sechsten Spieltag fort: Gegen Kaan-Marienborn im negativen Sinne erlebt (Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit kassiert), in Wuppertal durch zwei späte Tore in der Nachspielzeit durch Andzouana und Brosch den ersten Dreier in der neuen Umgebung Regionalliga eingefahren. Und nun lief am sechsten Spieltag – vor heimischer Kulisse – gegen den Mitaufsteiger TV Herkenrath – immerhin noch die 86. Spielminute, als Exauce Andzouana ein komplettes Stadion, 590 Zuschauer verfolgten die Begegnung, in Ekstase versetzte.

Fußball, Regionalliga West: SV Lippstadt 08 - TV Herkenrath 2:1 (1:0). Spiele mit Lippstädter Beteiligung haben weiterhin allerhöchsten Unterhaltungswert. Nach „überragender erster Spielhälfte“, wie sie Trainer Daniel Berlinski nachher bezeichnete, aber mit nur einem Tor durch einen gefühlvollen Lupfer von Kevin Holz über Herkenraths Keeper Brauer (43.), drohte die Partie ab der 55. Minute zu kippen. Bis dahin waren die Lippstädter den Gästen in allen Belangen überlegen. „Das war Fußball auf nahezu höchstem Level“, war Daniel Berlinski begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft, die mutig und zielstrebig agierte und sich vor der Pause mehrere hochkarätige Gelegenheiten erspielte. Kapitän Fabian Lübbers aber scheiterte ebenso am Pfosten (8.) wie rund zehn Minuten später Teamkollege Sven Köhler nach einem Distanzschuss. Und auch Youngster Marcel Hoffmeier brachte freistehend aus elf Metern das Kunststück fertig, den Ball nicht im gegnerischen Kasten unter zu bringen. Ein Raunen machte sich erstmalig breit im weiten Rund. „Wir haben es einfach versäumt zur Pause 2:0, 3:0 oder gar 4:0 zu führen“, konstatierte nachher Daniel Berlinski auf der obligatorischen Pressekonferenz in der „Hella Lounge“. Wenigstens überwand Kevin Holz aus Lippstädter Sicht gefühlvoll Herkenraths Schlussmann Brauer. Berlinski: „Alles andere als eine Führung für uns zur Pause wäre auch absolut unverdient gewesen.“

Auch Anfang der zweiten Hälfte war der SV 08 im Duell der beiden Oberliga-Meister der letzten Saison (Westfalen und Mittelrhein) die dominierende Mannschaft. Exauce Andzouana traf in der 47. Minute nach Schubert-Hereingabe nur den Innenpfosten. Weitere Lippstädter Möglichkeiten, durch Holz (49.) und M. Hoffmeier (52.), blieben in der Folgezeit ebenfalls ungenutzt. Und so meldete sich Herkenrath durch einen Geimer-Freistoß, der an die Latte des Lippstädter Gehäuses klatschte, in der 55. Minute zurück im Spiel. „Bei uns hat dann irgendeiner den Stecker gezogen. Fortan waren wir nicht mehr so griffig in den Zweikämpfen wie die gesamte Zeit davor“, resümierte Lippstadts Trainer Daniel Berlinski. Hamza Salman sorgte dann nach exakt einer Stunde Spielzeit für den mehr als glücklichen Ausgleichstreffer der Gäste. Er überwand SV 08-Torhüter Christopher Balkenhoff (hatte bis dahin fast nichts zu tun) mit einem Rechtsschuss ins kurze Eck. Anschließend geriet die Lippstädter Abwehr ein ums andere Mal ins Schwimmen, hatten die Gastgeber Glück bei einem Pfostentreffer von Herkenraths Antoski (70.) nicht sogar in Rückstand zu geraten.

Doch die Moral des Aufsteigers aus Lippstadt ist unter der Regie von Daniel Berlinski fast schon als phänomenal zu bezeichnen. „Die Jungs haben immer an den Sieg geglaubt“, warf der Marsberger nachher in den Raum. In besagter 86. Minute war es dann soweit: Der eingewechselte Gerrit Kaiser legte das Leder mustergültig auf für Neuzugang Exauce Andzouana, der im Rücken seinem Gegenspieler entwischt war und mit Rechts ins lange Eck vollstreckte. Ein Jubelsturm brandete durch die Liebelt-Arena.

Trainer Daniel Berlinski abschließend: „Wir haben nach sechs Spielen neun Punkte auf dem Konto. Das ist eine fantastische Momentaufnahme. Wenn man sieht, wie die Mannschaft – trotz Beruf oder Studium in der Woche – im Training arbeitet, und wir sind keine Profis, dann kann ich einfach nur sehr stolz auf die Jungs sein. Heute haben wir uns dafür den Lohn abgeholt.“

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