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SV Lippstadt auf Trainersuche: jung, erfolgshungrig sucht

Spielfreudige und lernwillige Mannschaft sucht einen neuen Trainer: Die Suche beim SV Lippstadt läuft.

Spielfreudige und lernwillige Mannschaft sucht einen neuen Trainer: Die Suche beim SV Lippstadt läuft.

Foto: Cordes

Lippstadt.   Zahlreiche Bewerbungen sind schon eingegangen, die Parameter sind klar formuliert. Aber welcher Trainer passt zum SV Lippstadt? Eine Einschätzung.

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Die Trainersuche läuft: Nachdem die Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Noch-Trainer Daniel Berlinski scheiterten, müssen sich die Verantwortlichen des Fußball.Regionalligisten SV Lippstadt nach einem neuen Übungsleiter umschauen. Aber welcher Trainertyp ist überhaupt gefragt? Die WESTFALENPOST zeigt, wer verfügbar ist und zum SV Lippstadt passen würde.

Das Anforderungsprofil

An der grundsätzlichen Ausrichtung des SV Lippstadt wird sich nichts ändern. Der Verein wird auch unter dem neuen Trainer auf junge und hungrige Spieler mit einem großen Entwicklungspotenzial setzen. „Wir sehen uns immer noch als Ausbildungsverein, bei dem die Spieler die nächste Stufe in ihrer Entwicklung erreichen können“, betont Dirk Brökelmann, Sportlicher Leiter der Lippstädter. Spielerisch wird der neue Trainer auch einen offensiven Ballbesitzfußball präferieren müssen, um beim SV Lippstadt eine Chance zu haben. Die Liste der potenziellen Kandidaten ist lang. Einige wird der SV Lippstadt kontaktieren, aber auch zahlreiche Bewerbungen von anderen Trainern sind schon eingegangen (siehe Interview).

Folgende Möglichkeiten wären denkbar.

Die interne Lösung

Der SV Lippstadt hat in den vergangenen Jahren immer wieder den Mut bewiesen, sich auf junge Trainer einzulassen, die wenig bis gar keine Erfahrung mitbrachten, aber im Umfeld des SV Lippstadt gewachsen sind. Daniel Farke, Stefan Fröhlich, Daniel Berlinski- vorher kannte sie kaum jemand, danach machten sie sich beim SV Lippstadt einen Namen. Daniel Farke steht mit Norwich City an der Tabellenspitze der zweiten englischen Liga.

Warum also nicht wieder einem Trainer die Chance geben? Felix Bechtold war bis zum vergangenen Jahr noch Spieler und seit Sommer Co-Trainer von Daniel Berlinski. Die Spieler schätzen ihm, wegen seines hohen taktischen Verständnisses und seiner Spielideen. An seiner Seite könnte Heiko Hofmann als Co-Trainer bleiben.

Die zuletzt Gescheiterte

Bei den Sportfreunden Lotte hatte Ismail Atalan große Erfolge gefeiert. Der 38-Jährige startete seine Trainerlaufbahn bei Roland Beckum, bevor es ihn ans Lotter Kreuz zog. Dort stand Atalan 110 Spiele als Verantwortlicher an der Linie und stieg mit den Münsterländern in die dritte Liga auf. Sein Erfolg blieb nicht unbemerkt und so wechselte Atalan Im Sommer 2017 mit großen Erwartungen zum VfL Bochum. Leider ein zu großer Schritt- nach zehn Spielen wurde Atalan gefeuert. Seitdem wartet er auf eine neue Chance. Da er sich nach dem Bochum-Debakel neu beweisen will und außerdem noch die Region kennt, wäre er eine mögliche Alternative für den SV Lippstadt.

Der Haudegen

Lotte ist auch beim nächsten Kandidaten ein gutes Stichwort. Dort war die letzte Trainerstation von Andreas Golombek, bevor der 50-Jährige im Sommer vergangenen Jahres nach nur einem halben Jahr Amtszeit dort entlassen wurde. Seien größten Erfolge feierte der in Amtshausen bei Steinhagen geborene Golombek in der Lippstädter Nachbarschaft, beim SC Verl. Der Fußballlehrer war Profi unter anderem in Düsseldorf, Freiburg und Uerdingen und hat schon viel erlebt. Aus seiner Zeit in Verl kennt „Golo“ das Umfeld des SV Lippstadt.

Der Höherklassige

Warum nicht Stefan Krämer? Der 51-Jährige war zuletzt beim Drittligisten KFC Uerdingen unter Vertrag, wurde aber unter fadenscheinigen Gründen im Januar gefeuert. Krämer führte Arminia Bielefeld einst in die zweite Bundesliga und feierte dort Erfolge. 2013 stand er mit der Arminia sogar mal im Westfalenpokal dem SV Lippstadt gegenüber.

Der Exot

Sein Name ist in Südwestfalen nicht unbekannt. In Lippstadt werden die meisten mit der Schulter zucken. Irfan Buz kommt aus Lüdenscheid, trainierte in Südwestfalenunter anderem den FC Iserlohn und die SpVg Olpe, bevor der Fußballlehrer in die Türkei wechselte und dort unter anderem Co-Trainer von Christoph Daum bei Bursaspor war. Seit Sommer ist Buz ohne Verein.

Der mit Stallgeruch

Bislang war die Trainerkarriere von Lasse Fischer-Riepe kurz, genau zehn Tage war der heute 33-Jährige Trainer beim FC Gütersloh. Sechs Jahre war Fischer-Riepe Spieler und Kapitän des SV Lippstadt, führte die Mannschaft 2013 zum ersten Aufstieg in die Regionalliga. Im Sommer 2017 beendete Fischer-Riepe seine aktive Karriere bei der U23-Mannschaft des SC Paderborn.

Keine Hektik bei der Suche 

Dirk Brökelmann ist der Sportliche Leiter des SV Lippstadt.

1 Was hat gerade die höhere Priorität, die Gespräche mit den Spielern oder die Suche nach einem neuen Trainer?

Die Suche nach dem neuen Trainer hat natürlich absolute Priorität für uns. Die Gespräche mit den Spielern laufen parallel. Wir wissen ja nicht, wie schnell wir einen neuen Trainer finden.

2 Haben Sie sich einen Zeitplan gesteckt, wann der Neue gefunden sein muss?

Nein, wir werden nicht den Fehler machen und sagen, dass wir in zwei Wochen einen neuen Trainer vorstellen müssen. Das würden wir nicht machen. Für mich persönlich habe ich einen Zeitplan entwickelt, in dem ich gerne einen Nachfolger gefunden haben möchte. Wir werden uns aber dennoch genügend Zeit lassen und die Suche in Ruhe angehen.

3 Arbeiten Sie ihre eigene Liste ab, oder gibt es Trainer, die sich selbst beim SV Lippstadt anbieten?

Seitdem feststeht, dass Daniel Berlinski uns verlässt, haben wir zahlreiche Anfragen von Trainern bekommen, die sich angeboten haben. Bei einigen Namen war ich schon erstaunt, dass die sich für den SV Lippstadt interessieren. Es sind alle Arten vertreten. Junge Trainer, alte Trainer, aus unteren Ligen und aus höheren Ligen.


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Werden alle Bewerber zu Gesprächen eingeladen oder sieben Sie im Vorfeld schon aus?
Alle Trainer können wir gar nicht zum Gespräch einladen, das wäre zeitlich nicht möglich. Es ist ja nun mal meine Aufgabe als Sportlicher Leiter, dass ich mich nicht nur auf dem Spieler-, sondern auch auf dem Trainermarkt auskenne. Wir haben eine Idee, wie der neue Trainer sein soll und die verfolgen wir weiter.


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