Regionalliga West

Sven Köhler und SV Lippstadt verlieren Bodenhaftung nicht

Sven Köhler feiert nach dem Schlusspfiff in Wuppertal mit den Fans.

Sven Köhler feiert nach dem Schlusspfiff in Wuppertal mit den Fans.

Foto: Tim Cordes

Wuppertal.   Für das spektakulärste Resultat des Spieltags sorgte der SV Lippstadt mit seiner Last-Minute-Aufholjagd. Sven Köhler hat daran großen Anteil.

Die Bässe wummerten laut aus der Gästekabine des ehrwürdigen Stadions am Zoo in Wuppertal. Mallorcahits ließen erahnen, wie ausgelassen die Stimmung hinter der geschlossenen Tür gewesen sein muss.

Wenige Minuten zuvor bog der SV Lippstadt in der Regionalliga West ein Spiel um, das eigentlich schon verloren war. Einer, der die irre Aufholjagd hautnah miterlebt hat, war der Sichtigvorer Sven Köhler.

Als der Abpfiff ertönte und ein Pfeifkonzert auf die Spieler der Hausherren niederprasselte, ballte Sven Köhler die Fäuste, spannte die Muskeln an und schrie seine Freude heraus. Einige Sekunden zuvor hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass der SV Lippstadt das Spiel doch noch gewonnen hat.

Köhlers Doppelpass mit dem Torschützen Jannik Brosch brachte den Mittelfeldspieler in die optimale Schussposition, um den Siegtreffer zu erzielen. „Jannik hat einen sehr guten ersten Kontakt. Ich habe mir direkt gedacht, dass das eine sehr gute Schussposition für seinen linken Fuß sein könnte und dann sah ich den Ball schon einschlagen. Das war ein Wahnsinns Moment“, schildert Sven Köhler die Situation aus seiner Sicht.

Aus dem Spiel heraus nicht besser

Wenige Minuten zuvor war dem Sichtigvorer noch anders zumute. Als Gino Windmüller den WSV in der 87. Minute in Führung schoss, waren die drei Punkte für Lippstadt weit entfernt. „Da hat man natürlich kein gutes Gefühl. Ich war abends noch auf einer Hochzeit eingeladen und dachte in dem Moment nur, dass ich das besser absagen sollte“, gesteht Köhler. Doch die Hochzeitsgesellschaft musste nicht auf ihn verzichten.

Auch, weil die Moral der Lippstädter Mannschaft an diesem Tag überragend gut war. „Wir haben uns schon gedacht, dass wir noch Zeit genug haben würden, um einen Punkt zu holen. Aber an einen Sieg habe ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Gedanken verschwendet. Aber wir haben ja direkt vom Anstoß weg die Brechstange ausgepackt und nach vorne gespielt“, sagt der 21-Jährige.

Eine Niederlage hätte den ehemaligen Schalker sehr gewurmt. „Die waren ja aus dem Spiel heraus nicht besser als wir. Die Gefahr ging bei denen hauptsächlich von Standardsituationen aus“, analysiert Köhler.

Berlinski lenkt Fokus auf das nächste Spiel

Nach dem Spiel war die Stimmung, wie bereits erwähnt, bestens unter den Spielern.

Auch beim sonntäglichen Auslaufen ließen die Spieler die Szenen noch einmal Revue passieren. „Natürlich macht man dann seine Scherze untereinander und erzählt nochmal alles aus seiner Sicht“, verrät Köhler.

Doch die Gefahr, dass einige Spieler nun abheben, sieht der Sichtigvorer nicht. „Auch für diesen Sieg gibt es nur drei Punkte. Es waren wichtige Punkte, aber jetzt müssen wir diese drei Punkte erst einmal bestätigen.

Auch der Trainer hat direkt damit begonnen, uns die Fehler aus dem Spiel vor Augen zu halten und zu zeigen, wo wir uns noch verbessern müssen. Was wir positiv mitnehmen, haben wir auch gegen Rödinghausen schon erkannt: Wir sind in der Lage gegen die Spitzenmannschaften dieser Liga mitzuhalten und nicht unterzugehen“, weiß Köhler.

Andere Vorzeichen am Samstag

Am Samstag wartet ein Spiel unter anderen Vorzeichen auf die Lippstädter. Dann reist Mit-Aufsteiger FC Kaan-Marienborn an die Wiedenbrücker Straße.

„Das wird vom Kopf her ein deutlich schwierigeres Spiel als am Samstag. Die Erwartungshaltung ist eine deutlich andere. Jetzt erwarten alle von uns einen Sieg gegen einen Mit-Aufsteiger. Aber das wird sehr schwer werden, weil Kaan auch auf jeden Fall gewinnen muss“, erklärt Köhler.

Doch bis dahin steht noch eine intensive Trainingswoche auf dem Programm. Dort wird der Fokus wohl auf das Verhalten bei Standardsituationen gelegt. „Da müssen wir noch nachlegen“, betont Köhler.

Gerade in der Regionalliga West sind Tore nach Standardsituationen an der Tagesordnung. „Es ist unglaublich, wieviele Tore in dieser Liga nach Standardsituationen fallen“, erkannte auch Lippstadts Trainer Daniel Berlinski nach dem Spiel in Wuppertal.

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