Extremsport

Zitternde Hände, spürbarer Herzschlag

Doreen Glomb bei der Hindernis-Weltmeisterschaft in Kanada.

Doreen Glomb bei der Hindernis-Weltmeisterschaft in Kanada.

Soest.   Eiserne Nerven sind gefragt: Doreen Glomb, Ausdauersportlerin aus Soest, und ihr Lebensgefährte Volker Seidel nahmen jetzt an der Hindernislauf-Weltmeisterschaft in Kanada teil – mit durchaus beachtlichem Erfolg.

Weit über 3000 Athleten nahmen im Oktober am Hindernislauf in Kanada teil. Doreen Glomb, Ausdauersportlerin aus Soest, war zum zweiten Mal für die OCR-Weltmeisterschaft qualifiziert. Nach 24 Stunden ohne Schlaf und mit einer langwierigen Erkältung kämpfend, kam sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Volker Seidel in den Blue Mountains, liegt etwa eineinhalb Stunden von Toronto, an.

„Top-Athleten aus 67 Nationen waren vor Ort. An den Gesichtern sah man die Aufregung und Anspannung – aber auch den Stolz, hier mit dabei sein zu dürfen“, gerät Doreen Glomb ins Schwärmen. „Die Stimmung vor dem Start ist wahnsinnig, die Hände zittern beim Zubinden der Schuhe, meinen Herzschlag kann man bis Deutschland spüren.“

In der Heimat fieberten Fans und Freunde mit ihr und ihrem Lebensgefährten. Insgesamt waren 45 deutsche Athleten in Kanada am Start.

Den Anfang machte Volker Seidel. Er absolvierte die Kurzdistanz über drei Kilometer mit 15 extremen Hindernissen, die besonders die Armkraft und Ausdauer fordern. Seidel belegte Rang 34 in seiner Altersklasse und war damit mehr als zufrieden.

Am Tag danach startete Doreen Glomb. „Den Anheizer bekam ich nicht mit, bin nur noch bei mir selbst, und dann ging es auch schon los. Ich war top in Form, hatte richtig Spaß. Ich flog über die Hindernisse, das Training der letzten Monate zahlte sich aus“, erklärte die 42-Jährige im Nachgang des Rennens.

Extrem schlammige Strecke

Der Regen machte die Hindernisse und die Strecke extrem schlammig. Doreen Glomb hatte den Eindruck, dass die (108) Frauen, die gestartet waren, irgendwie gemeinsam, aber trotzdem jede für sich kämpften. „Es ging permanent bergauf, wobei die Strecke so steil war, dass keiner mehr rannte, sondern wir krochen eher oder rutschten. Dann wieder bergab – insgesamt fünf Mal – und immer wieder diese Hindernisse...“

Zwischenzeitlich bekam die Extremsportlerin starke Krämpfe, dachte kurz an Abbruch, kämpfte aber weiter und erreichte schließlich als 19. ihrer Altersklasse das Ziel.

„Volker und ich sind sehr zufrieden“, zog Doreen Glomb, die im Soester Westen ein Fitnessstudio betreibt und als Personal-Trainerin einen guten Ruf hat, ein durchweg positives Fazit der Reise. „Ich bin an den Hindernissen wesentlich besser geworden und kann durch die Erfahrung bei der Weltmeisterschaft mein Training nun optimieren.“ Ein neues Ziel hat die 42-Jährige natürlich auch schon: Ein Trailrun im Extremformat für einen guten Zweck, „der für mich ein Training für die Spartan-WM im nächsten Jahr sein soll“.

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