Fußball-Bezirksliga

Das große Schweigen beim Hamminkelner SV

Darf sich nach dem Willen des Abteilungsvorstandes des Hamminkelner SV nicht öffentlich äußern: Michael Tyrann. Trotz der sieben Spiele ohne Sieg halten die HSV-Verantwortlichen zum Trainer.

Darf sich nach dem Willen des Abteilungsvorstandes des Hamminkelner SV nicht öffentlich äußern: Michael Tyrann. Trotz der sieben Spiele ohne Sieg halten die HSV-Verantwortlichen zum Trainer.

Foto: Markus Weissenfels/FFS

Hamminkeln.  Beim Fußball-Bezirksligisten Hamminkelner SV herrscht in der Vorweihnachtszeit trotz der internen Unruhe auch Stille. Zumindest selbstverordnet.

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Bis zum Weihnachtsfest sind es noch rund drei Wochen. Doch beim Fußball-Bezirksligisten Hamminkelner SV brennt schon vorzeitig der Baum. Aus den vergangenen sieben Spielen holte der derzeitige Tabellen-13. gerade mal einen Zähler bei 5:23-Treffern, über die personelle Zusammensetzung des Kaders wird trefflich gestritten. So beispielsweise nach der 0:6-Heimklatsche gegen DJK SF 97/30 Lowick zwischen dem spielenden Co-Trainer Peter Hütten und dem Sportlichen Leiter Detlef Hooymann bei der Personalie Sabri Bulut (die NRZ berichtete). Anfang der Woche gab es nun einen Maulkorb des Abteilungsvorstandes für Trainer Michael Tyrann. „Ich darf nicht mehr mit der Presse sprechen“, sagt der 41-Jährige. Auch einen Grund dafür dürfe er nicht nennen.

Der Fußball-Abteilungsleiter sieht die Angelegenheit allerdings komplett anders. „Das hat nichts mit Redeverbot zu tun“, sagt Jens van Rheinberg. Man habe lediglich im „Vorstand beschlossen, dass man nicht weiter mit der Presse darüber sprechen“ wolle. Darüber, gleich Sabri Bulut. Doch ein wenig Einblick lässt der Verantwortliche des Hamminkelner SV dann schon zu. „Wir werden ihn nicht für den HSV verpflichten.“ Ob es andere externe Neuzugänge in der Winterpause geben werde, dies lässt er offen. Kontakt bestehe derzeit zu niemandem. Dafür kehrten einige verletzte Akteure demnächst wieder zurück.

Vor der Begegnung gegen den Tabellenvierten aus Lowick hatte der HSV-Coach Gespräche auch innerhalb der Mannschaft als Möglichkeit der Krisenbewältigung genannt. Zuletzt war aufgefallen, dass Kritik einzelner Akteure an den Mitspielern meist eine sehr gereizte Antwort des Angesprochenen zur Folge hatte. Sicherlich unter anderem auch der Negativserie geschuldet. Nach der Aussprache untereinander verhielten sich die Kicker trotz des 0:6-Debakels auf dem Platz verbal eher zurückhaltend.

Auch der Trainer steht bei den Hamminkelnern, die nach der Hinrunde zwei Zähler vom Relegationsplatz trennen, nicht zur Disposition. „So etwas ist in Hamminkeln bisher nicht der Fall gewesen, wir halten auch jetzt zu Michael Tyrann“, sagt Jens van Rheinberg. Schließlich habe der HSV schon häufiger längere Durststrecken ohne personelle Korrekturen überstanden und letztlich jedesmal die Klasse gehalten. Auch beim Vorgänger von Michael Tyrann gab es lange Negativserien. Doch unter der Leitung von Thorsten Albustin, damals war Tyrann noch der Co-Trainer beim HSV, sei das Team da noch herausgekommen.

Die derzeitige Tabellensituation betrachtet Jens van Rheinberg zudem nicht als besonders besorgniserregend. „Unsere Lage ist schließlich nicht aussichtslos“, sagt der Abteilungsleiter zurecht. Nur besteht die Gefahr, dass sich der Negativtrend irgendwann verselbständigt.

Zuversicht ziehen die Verantwortlichen aus der Startphase der aktuellen Saison. Nach dem achten Spieltag nahm der HSV sogar den zweiten Tabellenplatz ein, hatte bis dahin schon stolze 18 Punkte gesammelt – danach kamen nur noch vier Zähler hinzu.

„Anfang der Saison hat die Mannschaft bewiesen, dass sie die Qualität hat, in der Bezirksliga einen Mittelfeldplatz zu belegen“, so der Abteilungsleiter Jens van Rheinberg.

Derzeit ist die Leistung allerdings weit von einer derartigen Platzierung entfernt. Und interne Unstimmigkeiten sind in Krisensituationen auch selten förderlich.

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