FUSSBALL

Ex-Wittener schildert Trainer-Alltag bei Preußen Münster

Als Trainer des Drittligisten Preußen Münster gibt Sven Hübscher jetzt den Ton an. Am Samstag ist er mit seinem Team zu Gast in Würzburg.

Als Trainer des Drittligisten Preußen Münster gibt Sven Hübscher jetzt den Ton an. Am Samstag ist er mit seinem Team zu Gast in Würzburg.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Münster/Witten.  Der frühere Wittener Sven Hübscher ist neuer Cheftrainer beim Drittliga-Club Preußen Münster. Die Förderung junger Talente liegt ihm am Herzen.

Der Tour ins Fränkische schaute er ganz gelassen entgegen: „Da gibt’s in der dritten Liga sicher unangenehmere Fahrten“, so Sven Hübscher. Seit Beginn dieser Saison ist der ehemalige Wittener als Cheftrainer verantwortlich für die Fußballer von Preußen Münster. Am Samstag (14 Uhr) bestreiten die Westfalen bei den Kickers in Würzburg schon ihr fünftes Saisonspiel. „Wir liegen derzeit ganz gut im Rennen, der Start war durchaus gelungen“, sagt der 40-Jährige.

Mit dem Preußen-Adler des Münsteraner Vereinsemblems auf der Brust wird Sven Hübscher am Samstag an der Seitenlinie stehen, dabei wohl gewohnt emotional auf und ab tigern, hin und wieder wild gestikulieren und sicherlich auch mal laut werden. Man will ja schließlich gehört werden als Trainer eines Dritt-Bundesligisten. „Für mich ist das hier eine tolle sportliche Herausforderung. Natürlich läuft das aktuell bei mir noch unter dem Oberthema Eingewöhnungszeit, aber man kann hier schon einiges bewegen“, erklärt Sven Hübscher.

Praktika in Londoner Weltclubs absolviert

Gestartet sind die Münsteraner mit zwei Heimsiegen (gegen Carl-Zeiss Jena und den 1. FC Kaiserslautern), einem Remis zum Auftakt bei 1860 München sowie einer 0:2-Niederlage bei Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg. „Die Spiele waren aus meiner Sicht bisher absolut okay. Wohin es letztlich für uns in dieser Liga gehen soll und wird, das lässt sich momentan nur schwer sagen“, so der Fußballlehrer, der 1998 in Witten sein Abitur am Ruhr-Gymnasium ablegte und später eine abwechslungsreiche Laufbahn als Trainer erlebte - u. a. mit Praktika in Londoner Weltclubs, dem FC Arsenal und dem FC Chelsea.

Nach den drei Jahren als Co-Trainer bei Bundesligist FC Schalke 04, bei dem er zuvor schon für diverse Nachwuchs-Mannschaften verantwortlich war, zog es Sven Hübscher im Sommer 2017 an die Weser, wo er bei Werder Bremen zunächst die U 17-Junioren unter seine Fittiche nahm und dann schon ein halbes Jahr später Coach der U 23 in der dritten Liga wurde. „Ich hätte in Bremen sicherlich noch länger bleiben können. Dort oben habe ich mich auch durchaus wohl gefühlt, das ist ein toller Club“, so Hübscher rückblickend. „Erste Gespräche mit Preußen Münster gab’s dann aber schon im Februar.“ Über Hübschers Berater Thomas Eichin, der u. a. bereits Geschäftsführer Sport bei Werder Bremen war, nahmen die Westfalen Kontakt zum gebürtigen Dortmunder auf, der einer Rückkehr ins Revier auch nicht abgeneigt war. „Das Angebot der Münsteraner passte dann einfach sowohl sportlich als auch finanziell - da hätte Werder Bremen dann auch wohl gar keine Chance mehr gehabt“, berichtet Sven Hübscher, der mit der Reserve der Hanseaten „etwas unglücklich“ in die Regionalliga abstieg. Was aber letztlich kein Grund für den Wechsel war.

Vorrangiges Ziel: Junge Spieler aus der Region fördern und entwickeln

„Ich kann mich hier vollkommen einbringen, wie ich mir das vorstelle. Der Rückendeckung von unserem Sportlichen Leiter Malte Metzelder kann ich mir da sicher sein“, so der 40-Jährige, der seit seinem Amtsantritt bei den Preußen wieder daheim in Gelsenkirchen lebt. „Jeden Morgen auf die A 52 und dann über die A 43 - in gut 40 Minuten bin ich am Trainingsgelände“, sagt Hübscher und lacht. Seine Zielsetzung für die kommenden Monate: „Vor allem punkten, so viel wie möglich. Und dann junge Spieler weiterentwickeln. Das muss hier unsere Aufgabe sein. Wir wollen auch in der dritten Liga Fußball spielen, eine gewisse spielerische Kultur pflegen auf dem Platz - nicht nur lange Bälle ‘rausschlagen.“ In naher Zukunft soll ein Leistungszentrum errichtet werden, um junge Talente aus der Region auszubilden, für die Preußen fit zu machen. Damit sie dann irgendwann im Stadion an der Hammer Straße, das umfassend renoviert werden soll (mit einer 40-Mio.-Euro-Investition der Stadt Münster) glänzen können.

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