JUDO

Im Halbfinale trifft André Breitbarth auf Ex-Club SU Annen

Inzwischen gibt der zweimalige Deutsche Meister und ehemalige EM-Dritte André Breitbarth in seiner niedersächsischen Heimat des Öfteren Training für den jüngsten Nachwuchs.

Inzwischen gibt der zweimalige Deutsche Meister und ehemalige EM-Dritte André Breitbarth in seiner niedersächsischen Heimat des Öfteren Training für den jüngsten Nachwuchs.

Foto: SFV Europa / Privat

Mit dem KSV Esslingen will Judoka André Breitbarth den Mannschaftstitel gewinnen. Im Semifinale wartet sein früherer Verein aus Witten.

Hannover/Witten. Seine „Judo-Reise“ hat ihn mittlerweile einmal quer durch die gesamte Republik geführt. Nachdem er vor knapp fünf Jahren bei der Sport-Union Annen seinen Abschied gegeben hatte, zog es André Breitbarth zunächst zum deutschen Serienmeister TSV Abensberg, dann schloss er sich dem Hamburger Judo-Team an und landete vor dieser Saison schließlich beim KSV Esslingen. So scheint sich für den frühere Europameisterschafts-Dritte der Kreis zu schließen, denn am Samstag (ab 10 Uhr) geht’s für ihn und seine Baden-Württemberger im Halbfinale um die Mannschafts-DM gegen die Annener Judoka.

„Natürlich ist es was Besonderes für mich, auf die Wittener zu treffen“, gibt der 29-Jährige zu Protokoll. „Ich habe immer mal wieder Kontakt auch zu Stefan Oldenburg. Klar, dass man sich mal austauscht. Wir sind über die Jahre ja Freunde geworden“, so der Niedersachse, der inzwischen seine internationale Judo-Laufbahn an den Nagel gehängt hat, als Polizeibeamter in Hannover seinen Dienst versieht. Der Kampfsport spielt für Breitbarth heute nicht mehr die allergrößte Geige - „wenn ich auf die Matte gehe, dann bin ich aber immer noch ehrgeizig genug. Auch wenn ich nicht mehr so viel trainiere wie früher“, so der zweimalige Deutsche Meister im Schwergewicht.

25 Kilogramm leichter als zu Glanzzeiten im DJB-Kader

Von dem hat er sich im Übrigen mittlerweile verabschiedet und ist gar nicht böse darüber. „Gut 25 Kilogramm weniger habe ich jetzt. Mittlerweile kämpfe ich ja auch eine Gewichtsklasse tiefer, das hatte ich durchaus auch so geplant“, sagt der im wahrsten Wortsinn erleichterte Leiferder, der dem halben Zentner weniger ohne Frage einiges Positive abringt. „Das kann nicht schaden, man fühlt sich besser - auch im Dienst hilft mir das“, so André Breitbarth.

Gemeinsam mit einigen anderen Nationalkader-Athleten (u. a. Alexander Wieczerzak, Igor Wandtke und Dimitri Peters) hatte er sich vor der Saison für ein Engagement beim KSV Esslingen entschieden. Der frühere Hamburger Hauptsponsor, der den Erfolgsweg der Hanseaten mit drei Titelgewinnen in Serie erst möglich machte, steckt seine Mittel nun ins von Jörn Linckh betreute Esslinger Team. Da versteht es sich praktisch von selbst, dass die Baden-Württemberger ein Top-Kandidat in Sachen Titelvergabe sind. „Natürlich wollen wir gerne Meister werden - im Verein wird das auch klar so kommuniziert. Das würde ja auch sehr gut zum 125-jährigen Jubiläum des Clubs passen“, sagt Breitbarth.

Zuletzt verlor Esslingen mit 5:9 gegen Rekordmeister Abensberg

Ob er selbst im Halbfinale am Samstagmorgen gegen die Sport-Union Annen auf der Matte stehen wird, weiß er indes noch nicht. „Zuletzt in unserem Ligakampf gegen Abensberg hat in der 100-Kilo-Klasse zweimal Varlam Liparteliani gekämpft“, zog der 29-Jährige in der Planung des Trainers gegenüber dem starken Georgier den Kürzeren. Und wenn Breitbarth doch nominiert wird gegen seinen Ex-Club? „Dann werde ich da natürlich alles geben und mich nicht zurückhalten. Auch wenn ich weiß, dass Annen da mit dem Holländer Simeon Catharina einen richtig guten Mann stellt.“

Den Vortritt im Liga-Süden hatten die Esslinger dem Rekordmeister überlassen. „Als wir in Abensberg mit 5:9 verloren haben, haben aber auf beiden Seiten einige Top-Kämpfer gefehlt. Das kann man nicht als Maßstab nehmen“, sagt André Breitbarth. Eine „gute Truppe“ sei es allemal, die er in Esslingen angetroffen hat. „Und auf dem Papier sind wir zumindest gegen die Wittener sicher Favorit.“ Wie das von allen erwartete Traumfinale zwischen dem KSV Esslingen und dem TSV Abensberg ausgeht, darüber lässt sich vorab nur spekulieren. „Wir gehen davon aus, dass Abensberg seine stärkste Mannschaft hier aufbietet“, so Breitbarth. Und nach der Saison? Könne er sich wohl vorstellen, noch einmal für die SU Annen zu kämpfen? „Gefragt werde ich ja immer wieder mal“, flachst der 29-Jährige, „noch habe ich mich damit aber nicht beschäftigt. Warten wir mal ab.“ Erst einmal soll nämlich sein nächster Meistertitel her.

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