RINGEN

KSV Witten landet mühsamen Erfolg dank Gastgeschenk

Alles versucht: Nico Brunner (oben) vom KSV Witten mühte sich gegen den in dieser Saison noch ungeschlagenen Artur Omarov, verlor am Ende mit 1:7.

Alles versucht: Nico Brunner (oben) vom KSV Witten mühte sich gegen den in dieser Saison noch ungeschlagenen Artur Omarov, verlor am Ende mit 1:7.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Der KSV Witten schließt die Hinrunde mit einem 11:8 über RV Lübtheen ab. Die Gäste reisen nur mit neun Ringern an. Entscheidung im letzten Duell.

Witten. Zum Abschluss der Hinrunde in der Ringer-Bundesliga gab’s am Sonntag für den KSV Witten 07 einen knappen, hart erkämpften 11:8-Erfolg über den RV Lübtheen. Damit bleibt die Mannschaft von Trainer Fatih Sirin vorerst auf dem vierten Tabellenplatz (6:6-Punkte). Die beiden Top-Teams der Staffel Nordwest, der ASV Mainz und der SV Alemannia Nackenheim, scheinen schon außer Reichweite für die Ruhrstädter.

Keine ganz einfache Situation, in die sich die KSV-Ringer vor allem nach der Niederlage in Nackenheim hineinmanövriert haben. Um überhaupt noch eine reelle Chance aufs Erreichen der Playoffs zu haben, müssen die Wittener in der zweiten Saisonhälfte wohl mindestens fünf ihrer sechs Duelle gewinnen. Doch gegenüber der Leistung am Sonntag gegen die Staffel aus Mecklenburg-Vorpommern muss da schon eine gehörige Steigerung her.

KSV-Trainer Sirin: „Kann mit diesen Sonntags-Kämpfen nichts anfangen“

Fatih Sirin jedenfalls, der wegen seiner roten Karte vom Auswärtskampf in Nackenheim am Abend zuvor diesmal nur von der Tribüne aus zuschauen durfte, wusste schon, warum er vorab bereits nicht gerade vor Euphorie sprühte. „Ich kann mit diesen Sonntags-Kämpfen einfach nichts anfangen. Die Jungs haben gestern alle einen Einsatz gehabt, müssen dazu auch noch auf ihr Gewicht achten“, wies er auf den zwangsläufigen Substanzverlust hin. Was allerdings auch auf die Gäste aus Lübtheen zutraf, die obendrein noch die stundenlange Anreise in den Knochen hatten.

Mitgebracht hatte das Team aus dem Nordosten des Landes lediglich neun Ringer - für Wittens Rumänen Florin Tita (61 G) gab’s somit vier kampflose Punkte geschenkt. Am Ende sollten ausgerechnet diese Zähler den Ausschlag zugunsten der KSV-Ringer geben. Denn die rackerten sich gegen die starken Lübtheener ab, wussten allerdings nicht zu glänzen. Arthur Eisenkrein (57 F) erhielt eine weitere Bewährungschance, führte gegen Mitko Asenov schon mit 8:4, gab aber noch vier Zähler ab und verlor somit hauchdünn den Auftaktkampf. Nico Brunner, wieder aufgerückt ins Schwergewicht (130 G), stand einem der besten Ringer der Liga gegenüber. Gegen den noch ungeschlagenen Artur Omarov hielt er ordentlich mit, unterlag lediglich mit 1:7.

Wittens Ramzan Awtaew ringt lediglich auf Sparflamme

Bei Ufuk Canli (98 F) und Ramzan Awtaew (66 F) sah Trainer Sirin die Leistungen schon weit kritischer. Beide hätten seiner Ansicht nach deutlichere Siege einfahren müssen. Canlis 7:0 brachte zwei Teamzähler, Awtaew holte mit Ringkampf auf Sparflamme ein 3:1, für das es nur ein Pünktchen gab. Zur Pause lag der KSV Witten mit 7:3 vorn.

Das interessanteste Duell lieferten sich im 86-kg-Limit (gr.-röm.) Daniel Aleksandrov und der international für Dänemark ringende Rajbek Bisultanov, seines Zeichens Europameister 2018. Der KSV-Athlet legte eine 6:1-Führung vor, rettete am Ende einen knappen 6:4-Erfolg ins Ziel. Nach der zu erwartenden hohen Niederlage für Gensche Gereev (71 G) gegen den WM-Dritten Frederik Bjerrehuus hieß es nur noch 8:7 für die Hausherren.

Ilie Cojocari holt im abschließenden Kampf wichtigen 6:4-Erfolg

Ganz wichtig, dass der Rumäne Maxim Vasilioglo (80 F) zwei Zähler mit seinem 9:6 gegen Lennard Wickel abgriff. Danach nämlich verpasste der ausgelaugt wirkende Ibro Cakovic (75 F) die Vorentscheidung, gab nach 6:2-Führung gegen Brian Bliefner noch einen Zähler ab, weil er den 6:6-Ausgleich zuließ. So war es an Ilie Cojocari (75 G), mit einem dünnen 6:4 gegen Jan Zizka die Ernte für die Wittener einzufahren. „Wir sind auf einen starken Gegner getroffen, und bei einigen hat man heute gemerkt, dass ihnen der Kampf von gestern noch in den Knochen steckte“, atmete KSV-Trainer Fatih Sirin einmal ganz tief durch.

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