RUDERN

Saison endet für Aktive des RC Witten mit Gold und Silber

Ein bärenstarkes Duo: Annika Steinau (li.) und Julia Eichholz vom RC Witten holten sich in Kettwig den DM-Titel über die Sprintdistanz.

Ein bärenstarkes Duo: Annika Steinau (li.) und Julia Eichholz vom RC Witten holten sich in Kettwig den DM-Titel über die Sprintdistanz.

Foto: detlev seyb / meinruderbild.de

Die Sprint-DM der Ruderer gerät zur glanzvollen Gala für Julia Eichholz und Annika Steinau. Beide belohnen sich mit Gold und Silber.

Kettwig. „Eigentlich schade, dass die Saison jetzt schon vorbei ist. Von mir aus könnten noch ein paar Regatten kommen“, gab Annika Steinau nach einer für sie herausragend erfolgreichen Deutschen Sprintmeisterschaft auf der Ruhr in Essen-Kettwig zu Protokoll. Die 19-Jährige vom Ruderclub Witten feierte dabei den Titelgewinn im Doppelzweier gemeinsam mit ihrer Vereinskollegin Julia Eichholz, wurde zudem Zweite im Einer.

Mit dem für sie sprichwörtlich „goldenen Oktober“ hatten Eichholz und Steinau vorab nicht ohne Weiteres rechnen können. Doch schon in ihrem Vorlauf ließen die RCW-Asse ihr ganzes Können aufblitzen. Für die nur 350 Meter lange Strecke benötigte das aus Hattingen stammende Duo 1:09,35 Minuten, war damit mehr als eineinhalb Sekunden schneller als die Zweitplatzierten in diesem Lauf. „Dass es zwischen uns im Boot ganz gut harmoniert, hatte sich ja schon im Training gezeigt“, berichtet Julia Eichholz. Beide hatten in ihrer Laufbahn bei den Juniorinnen schon herausragende Erfolge erzielt. Eichholz war dort Weltmeisterin im Doppelvierer geworden, Steinau gewann den DM-Titel, war dann Sechste bei der WM. Danach wollte es das Duo ein wenig ruhiger angehen lassen - so ganz ohne den geliebten Leistungssport auf dem Wasser aber können Annika Steinau und Julia Eichholz offenbar nicht. „Als Ausgleich zum Studium tut das schon ganz gut, ab und an im Boot zu setzen. Mich entspannt das“, so die 19-jährige Annika Steinau.

Erst versteuert - dann durchgestartet

Im Semifinale am Sonntagmorgen legte das RCW-Duo, das erstmals gemeinsam einen Wettbewerb bestritt, noch mal ordentlich nach. Ihren Lauf gewannen die beiden in 1:05,63 Minuten vor den Konkurrentinnen aus Ludwigshafen und Neuss. „Im Endlauf haben wir uns dann zu Beginn ein wenig versteuert“, berichtet Julia Eichholz - was vielleicht auch am böigen Wind gelegen haben mag, der die Ruhr ein wenig aufwühlte. Dann aber kamen Steinau/Eichholz mächtig in Fahrt, lieferten in 1:04,81 Minuten die beste Zeit des Wochenendes und holte sich mit fast einer Sekunde Vorsprung den Titel. „Viel mit Taktieren ist ja nicht beim Sprint - da gibt’s vom Start weg gleich Vollgas“, so Eichholz über das perfekt verlaufene Wochenende. Welches beiden Ruderinnen noch je eine zusätzliche Medaille bescherte.

Beinahe hätte es da für Annika Steinau sogar noch einmal zu Gold gereicht - doch im Einer belegte die 19-Jährige am Ende hinter Laura Kampmann (TV Kupferdreh) den zweiten Platz. „Anfangs war ich wohl nur Dritte oder Vierte - aber dann lief es super, ich habe immer weiter aufgeholt. Obwohl ich am Ende gar nicht gesehen habe, wo ich gelandet bin“, berichtet Steinau. Ganze 18 Hundertstel fehlten der RCW-Ruderin (1:11,21), um die nun in dieser Saison zweimalige Deutsche Meisterin - auch auf der normalen 2000-Meter-Distanz holte Kampmann Gold - zu schlagen.

Wittener Mix-Vierer landet auf dem Silberrang

Ein Silber-Erlebnis hatte auch Julia Eichholz noch, die sich neben dem Wettbewerb im Doppelzweier auch noch für die Teilnahme im Mixed-Vierer entschied. Hier startete die 25-Jährige zusammen mit ihrem Bruder Jonas, mit Maja Brouka und Benjamin Daumann - und schon den Vorlauf entschied das Quartett in 58,64 sek. für sich. „Dann wollten wir auch um eine Medaille rudern“, so Julia Eichholz. Und die gab’s dann für die Wittener Besatzung auch. Nach 58,53 Sekunden war lediglich das Boot vom Ruderclub Nürtingen etwas flotter (57,63), Rang drei ging an die Ruder-Union Arkona Berlin (58,99).

Bei den nach 2006 und 2010 zum dritten Mal in Kettwig findenden Sprintmeisterschaften, die mit rund 650 Aktiven ein Rekordmeldeergebnis verbuchten, schaffte zudem der gesteuerte Mix-Junioren-B-Vierer (mit Annika Domke, Julia Zöllner, Henning Maaßen und Levin Remscheid sowie Steuermann Aaron Loke) in 1:05,07 min. den sechsten Platz. Mit Rang zwei im B-Finale musste sich in Kettwig derweil der Mix-Junioren-A-Vierer ohne Steuermann (mit Julia Zöllner, Marie Treppke, Levin Remscheid und Finn Wolter) in 1:02,48 min. bescheiden.

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