JUDO

Trainer Stefan Oldenburg sieht SU Annen gut aufgestellt

Von ihrem herausragenden Teamgeist haben die Judoka der SU Annen schon des Öfteren profitiert. Am Samstag starten sie in Leverkusen in die neue Bundesliga-Saison.

Von ihrem herausragenden Teamgeist haben die Judoka der SU Annen schon des Öfteren profitiert. Am Samstag starten sie in Leverkusen in die neue Bundesliga-Saison.

Foto: Socrates Tassos

Witten.   Für die Judoka der SU Annen startet am Samstag die Bundesliga-Saison in Leverkusen. Bei den Neuzugängen schaute man sich vor allem im Ausland um.

Die Judoka aus dem Ruhrgebiet sind so etwas wie „Nachzügler“ in der Bundesliga. Während die übrigen sechs Mannschaften aus der Nord-Gruppe schon einen Kampftag hinter sich haben, stehen der JC 66 Bottrop und auch die Sport-Union Annen erst an diesem Wochenende vor ihrem Premieren-Einsatz. Die SUA startet am Samstag (16 Uhr) beim TSV Bayer 04 Leverkusen - eine lösbare Aufgabe für das Team von Trainer Stefan Oldenburg (30), der sich vorab im WAZ-Interview zu personellen Veränderungen und seinen Zielen äußert.

Es hat sich einiges getan in den Monaten seit dem letzten Bundesliga-Finale. Der dreimalige Deutsche Meister Hamburger JT hat seinen schwerreichen Mäzen Peter Wittmann in Richtung des KSV Esslingen verloren, dazu einige seiner herausragenden Kämpfer. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Oldenburg: Uns im Liga-Norden tut das natürlich gut, weil Hamburg jetzt nicht mehr so unantastbar ist. Generell sehe ich das aber eher kritisch, denn jetzt setzt Esslingen auf eben diesen einen Geldgeber, macht sich damit auch ein wenig abhängig von ihm. Ich finde, das wirft auf die Liga ein schlechtes Licht.

Wunschkandidaten Maxime Junghänel verpflichtet

Wäre etwas Vergleichbares auch in Witten bei Ihrem Club geben?

Ich glaube, eher nicht. Wenn sich so jemand an uns wenden würde, dann dürfte er gleich wieder gehen. Wir verfolgen da ein anderes Konzept. Auch wenn ich die Vereine verstehen kann, die so einen Weg einschlagen. Das Geld ist schließlich für alle meist ein Problem. Das ist aber zu kurzfristig gedacht.

Auch bei der SU Annen werden die Judoka ja für Ihre Einsätze bezahlt. Ist es schwieriger geworden, gute Kämpfer zu bekommen?

Mit den ganz Großen mitzuhalten und konkurrenzfähig zu bleiben, ist natürlich sehr schwierig. Die guten deutschen Judoka wissen, welchen Wert sie haben. Dennoch ist es uns gelungen, wieder einen guten Kader zusammenzustellen.

Es gibt ein halbes Dutzend Neuzugänge bei der SU Annen, die meisten sind ausländische Kämpfer.

Ja, mit Maxime Junghänel aus Holle haben wir nur einen deutschen Judoka verpflichtet für das 66-/73-kg-Limit. Er war unser Wunschkandidat, ihn wollten wir schon im vorigen Jahr. Jetzt hat es endlich geklappt. Schon am Samstag in Leverkusen wird er für uns kämpfen. Hinzu kommen die vier Niederländer Jim Heijman, Yannick van der Kolk Mistral Janssen und Jesper Smink, dazu der Weißrusse Mikita Sviryd. Wir hätten auch gerne noch etwas in der 90-kg-Klasse gemacht, aber das ging finanziell nicht mehr.

Kreuzbandriss stoppt Frederik Schreiber

Ist das eine Mannschaft, mit der Sie um die Playoff-Plätze mitkämpfen können?

Wir hoffen es zumindest. Ein Platz unter den ersten Vieren sollte für uns allemal drin sein, alles andere ist quasi eine Wundertüte. Hannover, Hamburg, Potsdam und wir sind Kandidaten für die beiden ersten Positionen. Da wird es jeweils wohl auf die Tagesform ankommen.

Sie selbst haben in der Vorsaison bereits Ihren Abschied gefeiert, stehen jetzt aber wieder als Kämpfer auf der Liste. Ist doch noch ein Comeback geplant?

Wenn es irgendwie geht, dann nicht. Aber wir haben derzeit einige Probleme mit Verletzten. Frederik Schreiber hat sich das Kreuzband gerissen, er war eigentlich gesetzt in der 81-Kilo-Klasse. Mit Andreas Altergott sowie unseren ausländischen Judoka haben wir aber noch Ersatz in der Hinterhand.

Gab es Kämpfer aus dem SUA-Kader, die bei anderen Clubs sehr begehrt waren?

Ja, vor allem unser Belgier Jorre Verstraeten. Zum Glück hat er den Verlockungen widerstanden, für ihn zählte da nicht allein das Geld. Er kam zwar kurz ins Wanken, aber er fühlt sich hier schon sehr wohl.

Was ist zum Auftakt in Leverkusen drin für die SU Annen?

Vom Papier her sind wir trotz der Ausfälle leichter Favorit. Bayer 04 hat viele gute, junge Leute und ein paar starke, alte Hasen.

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